Instagram

Follow Me!

LIFE Weitere Beiträge

Zwei Gesichter: Über Wirkung und Sein

13. November 2016
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmailby feather

ZWEI GESICHTER

Wirkung und Sein

Gastbeitrag

Denkst du, bevor du urteilst?

Urteilen. Das geht ganz schnell. Oder würdest du von dir behaupten, dass du noch nie jemanden innerlich verurteilt hast, bevor du hinter die Kulissen blicken konntest? Aus allem, was uns widerfährt, können wir eine Lehre ziehen. Ich selbst musste letzten Monat eine Erfahrung machen, die ich nie erwartet hätte. Ich möchte euch davon erzählen. Denn im ersten Moment verurteilte ich mich plötzlich selbst.

Dumm und naiv? Nein!

Vor einigen Wochen flatterte das erste Inkassoschreiben meines Lebens ins Haus meiner Eltern. Darüber war ich erschrocken. Und nicht nur darüber. Auch über die Summe. Hier musste ein Fehler vorliegen. Ich erstattete Anzeige, gegen Unbekannt. Sicher ist sicher. Ich war nicht der Verursacher. Und trotzdem fühlte ich mich wie ein Verbrecher.

Ich hakte das Schreiben ab und hoffte, die Sache ist für mich vom Tisch. Falsch gedacht. Einige Wochen später kam der nächste Brief mit einer neuen Forderung – die Firma war mir nicht mal bekannt. Ich legte Widerspruch ein. Damit hatte ich nichts zu tun.

Auf die Frage meiner Mama, ob mich jemand ärgern möchte, antworte ich deutlich mit Nein. Das konnte ich mir nicht vorstellen, bin ich doch eine liebe, harmoniebedürftige Frau. Mit dem Widerspruch forderte ich die Unterlagen ein, die die Forderungen rechtfertigen. Meine Eltern erhielten also die Rechnungen, samt Adresse und Mobilfunknummer.

Der Name war mit meinem identisch. Die Adresse kannte ich. Die Mobilfunknummer auch. Meine Daten waren es jedoch nicht. Erschreckend! Ich verlor den Glauben in meine Menschenkenntnis, fühlte mich naiv, gleichzeitig dumm. Ich hatte der Person seit Monaten mehr als 100 Prozent meines Vertrauens geschenkt, und mein Herz.

Ich realisiere: Das kann auch dir passieren!

Es ist mir unangenehm, folgendes zu gestehen: Ich hatte dem Mann auch Geld geliehen und eine Partnerkarte für meinen Mobilfunkvertrag zur Verfügung gestellt. Monatliche Rückzahlungen waren vereinbart, ein Vertrag war aufgesetzt – der wurde nie unterschrieben. Bis heute ist kein einziger Cent auf meinem Konto eingegangen.

Selbst schuld, sagt ihr euch? Das dachte ich im ersten Moment auch. Ich fühlte mich dumm und naiv. Wie konnte ich mich nur von Anfang an so ausnutzen lassen, obwohl die Situation eher nicht normal war. Aber ich glaubte ihm, ihm und seinen emotionalen, bewegenden Geschichten. Ich erkannte die Zeichen nicht, beziehungsweise wollte ich sie nicht wahrhaben. So langsam realisierte ich das Ergebnis. Und ich stellte mir immer wieder die Fragen: Ist Vertrauen nicht eigentlich eine positive Eigenschaft? Warum werde ich dann dafür bestraft? Ich halte mich für klug. Jedoch ist das keine Garantie für den Schutz vor solchen Betrügern. Es kann also jedem passieren, auch dir!

Nicht einschüchtern lassen. Handeln!

Das wurde mir beim zweiten Gang zur Polizei bewusst. Der zuständige Beamte klärte mich auf. Ich erfuhr von Geschichten, die weit aus schlimmer sind, als die meine. Ja, noch schlimmer!

Sicherlich habt ihr schon im Fernsehen gesehen, wie Frauen sich haben von Fremden ausnehmen lassen. Auch ich habe in der Vergangenheit geurteilt, dachte, das würde mir nie passieren. Jetzt habe ich erfahren, wie es ist, betrogen zu werden.

Und plötzlich hatte ich Angst, Angst vor Rache, weil ich Mut bewiesen habe und mich nicht von der Situation einschüchtern lasse. Denn genau darauf zielen die Täter ab, indem sie die Opfer in intime Gesprächssituationen verwickeln. Sie hoffen, dass diese die Taten aus Scham nicht zur Anzeige bringen. Doch genau das ist richtig und wichtig.

Der Polizeibeamte klärte mich auf, dass der Mann, den ich anzeigte, schon als Betrüger bei der Polizei gelistet ist. Der Fall ist also klar. Es überwältigte mich, was hier passiert. Aber der Polizeibeamte beruhigte mich, in dem er mir sagte, dass Betrüger eigentlich nur eins im Sinn haben: Betrügen. Gewalttäter sind sie in der Regel nicht.

Opfer von Identitätsdiebstahl, bewegt euch!

Solche Erlebnisse hinterlassen Spuren, meint man. Ob und wie es mich verändern wird, ich kann es nicht sagen. Aber was ich schon spüre, ist die Kraft, die ich daraus ziehe. Es ist wichtig, dass du dich nun wieder auf dich fokussierst und dir dabei zuschaust, was du alles leistest im Leben. Zusätzlich genieße jeden Moment, in dem du dich wohl fühlst. Beweg dich! Du glaubst es vielleicht nicht, aber auch du wirst das Glück wieder anziehen. Schöne Stunden warten auf dich. Warte aber du nicht auf sie. Sie kommen von ganz alleine. Kreiere dir eine Welt, die dir gut tut.

Bildquelle: © pexels.com

Lust auf unseren Newsletter?

Facebooktwitterinstagramby feather

    Leave a Reply