EL: Entwicklung & Laufbahn

Bericht zur herCareer 2019

4. Dezember 2019

Nathalie Leisgang besuchte im Oktober 2019 die herCareer und berichtet und von ihren Eindrücken und Erfahrungen:

„Wenn Du liebst, was Du tust, wirst Du nie wieder in Deinem Leben arbeiten!“

Dieses bedeutungsvolle Zitat von Konfuzius führt dazu, dass immer wieder aktuelle Arbeits- und Lebensmodelle hinterfragt werden. Wir sind heute mehr denn je auf der Suche nach unserer wahren Berufung. Im Dschungel der Möglichkeiten, Orientierung zu finden, ist es nicht immer einfach. Der Markt ist regelrecht überschwemmt von Coaching-Programmen, unzähligen Stellenanzeigen mit viel Raum zur Interpretation, verschiedenen Arbeitszeit- und Teilzeitmodellen, Seminaren zu Selbstfindungszwecken und Beratungsangeboten. In Zeiten von Diversity und gelebter Vielfalt, welche auch immer mehr in traditionellen Unternehmen Einzug finden, stellen Frauen hier eine eigene Zielgruppe dar. Wir Frauen haben oftmals andere Anforderungen, Wünsche und Herausforderungen als Männer. Nicht selten müssen wir Kind und Karriere unter einen Hut bringen, ein Elternteil pflegen oder unseren Wiedereinstieg nach der Babypause organisieren. Wir stecken häufig in ganz anderen Lebenssituationen als Männer, die zuweilen in der Regel eine ganz klare Karriereleiter verfolgen. Bei uns Frauen geht es gut und gerne mal einen Schritt nach links oder recht, mal zwei Stufen nach oben und dann wieder drei zurück und das ist auch in Ordnung so. Der Weg muss nicht immer geradlinig sein, gerade die Ausbrüche nach links und rechts machen den Weg doch erst interessant.

Für eben genau diese speziellen Anforderungen hat Natascha die herCAREER ins Leben gerufen – eine Karrieremesse speziell für Frauen. Im Vordergrund steht ganz klar die Förderung von Frauen auf dem Weg zur Gleichstellung im Job. Es geht um den Support von Frauen für Frauen. Zwei Tage lang können sich Frauen inspirieren lassen und vernetzen, MeetUps oder Vorträge zu Themen aus allen denkbaren Bereichen besuchen, von Familie und Beruf, über Finanzen bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung.

Bei der Vielzahl der Angebote fällt die Entscheidung schwer, einen Besuch im Vorfeld zu planen ist daher äußerst empfehlenswert (diese Erfahrung musste ich am 1. Tag selbst schmerzlich erfahren ;).

Erster Tag auf der herCareer

Mein erster Tag begann mit dem Vortrag von Petra Lienhop: „Wirkungsbooster für mehr Selbstbewusstsein – Souveräne Körpersprache und in zwei Minuten mehr Selbstvertrauen“ – klingt erstmal unmöglich. Dennoch schafft es Lienhop, das eigene Selbstbewusstsein mit ganz einfachen Hinweisen innerhalb von Sekunden zu steigern. Es klingt eigentlich selbstverständlich, dennoch wird die Wirkung unterschätzt: Gerade stehen, Brust raus, Arme in die Hüften. Um die Wirkung weiter zu verstärken: Einfach mal dem Gegenüber in die Augen schauen und dessen Augenfarbe bestimmen. Klingt merkwürdig, sorgt aber dafür, dass man lächelt. Denn wer Dinge erforscht lächelt unterbewusst. Zwei Zentimeter größer und mit einem Lächeln im Gesicht ging es beim Mittagessen direkt in die Vernetzung.

Auf der herCAREER kann man eigentliche gar nicht nicht Netzwerken. Insbesondere beim Mittagessen kommt man schnell ins Gespräch mit interessanten Frauen aus ganz verschiedenen Branchen und den unterschiedlichsten Karrierepfaden. Einige schließen sich zusammen und besuchen gemeinsam weitere Vorträge und MeetUps.

Am Nachmittag besuchte ich den Vortrag „Erkenne Dein Potenzial: in Dir steckt viel mehr – jetzt ist es an der Zeit darüber zu reden“ von Bastian Hughes, bekannt als der Berufsoptimierer. Gerade wir Frauen haben oft Schwierigkeiten, über unsere Stärken und Potenziale zu sprechen. Viele von uns meinen, gar keine wirklichen Stärken zu besitzen. Diese kann man aber mit einer einfachen Formel ermitteln:

PETE‘s

  • P = Problem/Projekt: welchem Problem / Projekt bist Du in der Vergangenheit begegnet?
  • E = Erschwernis: was war die Erschwernis in diesem Projekt / Problem?
  • T = Tätigkeiten = was hast Du getan, um das Problem zu beheben?
  • E = Ergebnis / Erfolg = was war das Ergebnis?
  • S = Stärken, die basierend auf diesen Erkenntnissen identifiziert werden können

Beschwingt und mit vielen neuen Inspirationen und Ideen im Kopf ließ ich den ersten Tag hinter mir.

Zweiter Tag auf der herCareer

Tag zwei wollte ich geplanter angehen und habe mir einen eigenen Programmplan erstellt, um keinen für mich interessanten Vortrag zu verpassen. Den Morgen startete ich bei Anita Wandinger. Anita hat mit 28 Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und das AWA Hotel mit 88 Zimmern eröffnet. Da war das Thema: „Lust auf Selbstständigkeit? Wage den Sprung“ ihres MeetUps naheliegend. Ich hatte einen tollen Austausch mit Frauen in ganz verschiedenen Lebenslagen und Jobsituationen. Anita hat allen Interessierten Mut gemacht einfach mit ihren Ideen anzufangen, sich Zeit zu geben und wertvolle Tipps für die Unternehmensgründung mitgegeben. Das MeetUp wurde seinem Namen voll und ganz gerecht. Wir hatten einen sehr regen Austausch, indem wir uns gegenseitig Mut zugesprochen und vernetzt haben, um voneinander zu profitieren. Es stellt sich nämlich schnell heraus, dass wir uns mit unseren unterschiedlichen Fähigkeiten und Stärken gegenseitig super ergänzen und unterstützen können

Für mich persönlich, die Anleihen, Wertpapiere und Aktien nur aus Filmen kennt, war das Meetup von Karolina Decker, der Gründerin von FinMarie zum Thema „Keine Angst vor der Börse. So gehst Du’s an“ sehr informativ und lehrreich. Karolina hat eigens eine Finanzberatung für Frauen gegründet, um sie in Geldangelegenheiten unabhängig und stark zu machen und den Gender Pay Gap, den Gender Pension Gap und die längere Lebenserwartung im Vergleich zu Männern auszugleichen. Kurzweilig hat sie interessierten Frauen die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Wertpapiere dargelegt und wertvolle Tipps mit auf den Weg gegeben. Man sagt Frauen nach, sie seien nicht so risikobereit wie Männer, Karolina hingegen ist der Meinung: „Frauen sind risikobewusst“.

Neben vielen weiteren MeetUps und Vorträgen waren auch eine ganze Reihe verschiedenster Messestände vertreten, ob von Konzernen wie Coca Cola, MAN, BMW oder ebay, über den Freistaat Bayern, das Auswärtige Amt und die IHK bis hin zu Anbietern für Weiterbildungsmöglichkeiten wie der embis, IFW Institut oder der Universität Sankt Gallen. Egal ob Young Professional, Werkstudent, Berufserfahren oder Wiedereinsteiger, für jede Zielgruppe waren interessante und spannende Angebote geboten.

Mein Fazit: Die herCAREER war für mich sehr inspirierend, zum Netzwerken bietet sich sicherlich noch die herCAREER@Night an, ein Netzwerkevent mit Table Captains, an dem ich leider nicht teilnehmen konnte. Aber auch auf der Messe selbst kommt man schnell mit anderen Frauen oder Arbeitgebern in Kontakt und geht ganz bestimmt mit vielen neuen Ideen und Inspiration nach Hause.

Mehr zu herCareer unter: https://www.her-career.com

Titelbild: ©herCAREER – Franz Pfluegl

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