FA: Fielseitiges & Aspekte

Bitte mehr Ja-Momente!

5. März 2020

Wann hast du das letzte Mal aus vollem Herzen „JA“ gesagt? Ohne Zögern und Zaudern, ohne schlechtes Gewissen und bitteren Nachgeschmack? Wenn dir spontan viele solcher Momente einfallen, hinterlasse bitte sofort einen Kommentar unter diesem Beitrag. Falls nicht, geht es dir so wie mir …

„Ja, ich will“

Mein letzter Ja-Moment aus vollem Herzen war tatsächlich der klischeehafteste, den man sich vorstellen kann: Bei meiner Hochzeit. Kein Zögern, keine Zweifel, einfach nur Glück, Liebe und totale Freude. Aber das ist auch schon ein paar Jahre her. Seitdem gab es natürlich noch viele weitere „Jas“, aber nie welche mit einer solchen Inbrunst.

Soll ich das Angebot der Firma xy annehmen? Hm, mal überlegen.

Sollen wir ins Ausland ziehen? Klingt gut, aber auch herausfordernd.

Wollen Sie nicht dieses einmalige Angebot eines Abonnements wahrnehmen? Ach, ich teste lieber zunächst einzelne Exemplare.

Durch Unverbindlichkeit gegen ein Ja

Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles möglich scheint. Durch diese große Anzahl an Möglichkeiten fällt es uns jedoch auch schwer, Entscheidungen zu treffen. Und hinter diesen Entscheidungen zu stehen. Warum mich festlegen, wenn es um die Ecke noch bessere Angebote gibt?

Mir geht es genauso: Abonnements mag ich ganz selten und zahle lieber monatlich höhere Beiträge mit Option einer kürzeren Kündigungsfrist als mich ein Jahr lang an etwas zu binden. Auch wenn ich dann auf Vorteile (meist finanzieller Natur) verzichten muss. Dabei bin ich nicht die einzige: Verabredungen werden kurzfristig abgesagt, Verpflichtungen oft eher als lose betrachtet. In manchen Situationen ist so eine Flexibilität natürlich toll: Man kann viel ausprobieren, erleben, testen. Auf der anderen Seite fehlt mir hier manchmal die „Ja, ich stehe dazu“-Mentalität. Damit meine ich keine „Ja-Sager“, die ein Ja verwenden, um sich vor Diskussionen zu drücken, sondern ein aus vollem Herzen gedachtes oder gesagtes Ja.

Alleine in unserem Bekanntenkreis gibt es einige Paare, die schon lange zusammen leben, Wohnungen gekauft, Häuser gebaut und Kinder bekommen haben, aber nicht heiraten wollen. Ich fühle mich daneben manchmal richtig spießig. Natürlich kann man ohne Trauschein glücklich sein, aber es ist auch ein gutes Gefühl, Ja-Momente und Ja-Gefühle aufleben zu lassen.

Plädoyer für mehr Ja

Ist es nicht schön, ein Ja zueinander, ein Ja zu dir zu vernehmen? Damit meine ich nicht nur den besagten Trauschein, sondern auch Momenten, in denen man erlebt und merkt: Jemand steht voll und ganz hinter dir und deinen Entscheidungen. Oder auch einfach, dass du selbst spürst, dass ein Ja hier richtig ist und sich gut anfühlt.

Ein Arbeitgeber, der dich halten möchte, da er dich und deine Arbeit schätzt. Eine Freundin, die dich mental und tatkräftig bei deinen sportlichen Ambitionen unterstützt. Ein Verehrer, der nicht locker lässt, weil er dich so umwerfend findet. Ein inneres Ja zu einem Umzug … Alles in meinen Augen Ja-Momente, obwohl ein klares ausgesprochenes Ja hier gar nicht ausgesprochen wird. Ja-Gefühle vermitteln: Wärme, Sicherheit, Freude.

Ja ist ein Commitment, Ja ist ein Geständnis, Ja ist etwas Schönes. Deswegen plädiere ich dafür, viel mehr Ja-Momente anzugehen und anzunehmen.

Ich habe mir vorgenommen, beim nächsten Eis voll und ganz „Ja“ zu fühlen und zu denken. Wer braucht dann noch Kaloriensorgen?!

Und euer letzter „Ja“-Moment?

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  • Reply
    Anna Stachow
    10. März 2020 at 22:06

    Jaaaaa! Danke für diese Erinnerung! Ich glaube auch, dass es ganz viel um Commitment geht. Und dass Verbindlichkeit oft Angst macht. Das ist so schade, denn Verbindlichkeit ist so etwas Wunderbares: statt Fesseln anzulegen, macht sie frei.

    Was ich dazu noch gelernt habe, ist, dass ich besser „Ja“ sagen kann, wenn ich weiß, dass ich auch „Nein“ sagen kann. Und ich meine nicht nur, dass ich weiß, dass ich es theoretisch vielleicht könnte. Sondern das ich ganz sicher weiß: wenn ich will, kann ich meine Grenzen wahren. Dann kann ich mich auf mein Nein verlassen und das nimmt mir meine Angst. So kann ich mein Ja genießen :-).

    Herzlich, Anna

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