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Burnout – Was steckt dahinter und wie bleibe ich energiegeladen?

14. Mai 2020

Früher war man einfach gestresst und immer „busy“, mittlerweile geht es im Bekanntenkreis schon eine Stufe weiter: Immer mehr berichten vom Burnout… Was es damit genau auf sich hat, wo die Abgrenzungen liegen und wie ihr euch schützen könnt, stellt dieser Artikel dar.

 

Der Begriff «Burnout» ist seit einigen Jahren in aller Munde und fast jeder kennt jemanden, der bereits einmal «ausgebrannt» war. Doch was steckt eigentlich hinter einem Burnout, wie kann es dazu kommen, wer ist besonders gefährdet und wie lässt es sich vermeiden auszubrennen?

Wie erkenne ich die Symptome eines Burnouts und woher kommen sie?

Typische Symptome eines Burnouts sind Lethargie, komplette Erschöpfung, Isolation, Kraftlosigkeit und Handlungsunfähigkeit. Man kommt also buchstäblich nicht mehr aus dem Bett und kann sich aus eigener Kraft auch nicht mehr aus diesem Zustand befreien.

Um zu verstehen, wie es zu solchen schwerwiegenden Symptomen kommen kann, die unbehandelt oftmals in eine Depression münden, müssen wir uns den Einfluss von Stress und Überforderung auf die menschliche Psyche näher ansehen.

Schädlicher Stress entsteht regelmässig durch eine latente Überforderung die meist nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Bereich auftritt: Die lang ersehnte berufliche Beförderung entpuppt sich aufgrund endloser Meetings und kurzfristiger Deadlines als eine Enttäuschung, wegen Nacht- und Wochenendarbeiten knirscht es in der Beziehung und auch die früher geliebten sportlichen Aktivitäten werden hintenangestellt. Hält dieser Zustand über längere Zeit an und wird nicht durch andere Aktivitäten und Pausen ausgeglichen, kann dies durchaus in einen Teufelskreis von Überlastung bis hin zum Burnout führen.

Was ist Stress und was ist Flow für mich?

Demgegenüber verlieren Menschen, die sich in einem Flow Zustand befinden nicht laufend Energie, sondern werden durch ihre Tätigkeit sogar beflügelt. Flow ist dementsprechend ein Zustand der Selbstvergessenheit, in dem Raum und Zeit stillstehen und man voll in seiner Tätigkeit aufgeht.

Ob sich jemand bei einer Tätigkeit im «Stress» oder im «Flow» befindet, hängt maßgeblich vom eigenen Persönlichkeitstyp ab. Man kennt das aus der Studienzeit: Während manche Kommilitonen bereits Wochen vor dem Examen mit dem Lernen beginnen, brauchen andere einen besonderen Kick und kommen bis zwei Tage vor dem Termin nicht richtig in die Gänge, um dann Nächte durchzulernen.

Das heißt: überbordende Task Listen und kurze Deadlines sind für den einen Nährboden für Leistung und Voraussetzung für Flow, während andere unter solchen Bedingungen ausbrennen und ein Umfeld mit mehr Berechenbarkeit, Kontrolle und Übersicht benötigen, um sich im Flow zu befinden.

Was hat meine Persönlichkeit mit Stress, Flow und Burnout zu tun?

Was können wir nun daraus schließen? Zum einen, dass Stress generell nicht schlecht ist, sondern ein bestimmtes Niveau von Anspannung sogar oftmals für Leistung und Flow notwendig ist. Zum anderen, dass es stark vom eigenen Persönlichkeitstyp abhängt, wie mit äußeren beruflichen oder privaten Anforderungen umgegangen wird. Man kann also durchaus sagen, dass es typisch Burnout gefährdete Persönlichkeitstypen gibt. Charakteristische Eigenschaften solcher Persönlichkeitstypen sind unter anderem Perfektionismus, ausgeprägte Selbstkritik, geringes Selbstwertgefühl und Introversion.

Welche präventiven Maßnahmen kann ich anwenden?

Wie lässt sich das Ausbrennen nun vermeiden? Ganz wichtig im ersten Schritt ist es, sich selbst gut zu kennen: Unter welchen Bedingungen arbeite ich am besten? Fühle ich mich im Einzelbüro wohler oder ist mir ein wuseliges Großraumbüro lieber? Brauche ich klare Vorgaben und Richtlinien oder blühe ich in turbulenten Projekten richtig auf? Im zweiten Schritt sollte man sich die eigenen Muss-Vorstellungen vor Augen zu führen: Wenn ich mir täglich vorsage, dass ich alles richtig und keine Fehler machen darf oder von jedem gemocht werden muss, so können sich die daraus resultierenden Verhaltensmuster zu starken Energieräubern entwickeln.

Ist man sich über den eigenen Persönlichkeitstyp als auch über schädliche Mussvorstellungen im Klaren, ist schon ein grosser Schritt in Richtung Prävention getan. In der modernen Arbeitswelt ist es darüber hinaus ganz natürlich, dass die einzige Konstante «Veränderung» heißt. Auch dies sollte man so gut wie möglich verinnerlichen und auf Phasen mit hoher Beanspruchung bestmöglich Erholungsphasen folgen lassen. Und zu guter Letzt gilt es, die verschiedenen Lebensbereiche wie Beruf, Familie, Hobbies und Selbstentwicklung in Balance zu halten. Nur so gelingt es dauerhaft, erfolgreich und energiegeladen durch die täglichen großen und kleinen Herausforderungen zu gelangen.

 

Titelbild: ©Jacqueline Day on Unsplash

  • Reply
    Angelika Hinz
    14. Mai 2020 at 19:11

    Sehr informativ und hilfreich. Die Thematik sehr gut dargestellt. Klasse!

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