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Content-Marketing Tipps, um besser im Internet gefunden zu werden

3. Februar 2021

Gastautorin: Lisa Czech

 

Content-Marketing meint nach den gängigsten Definitionen das Überzeugen der Nutzer durch Inhalte. Dabei sind sich alle in einem Punkt einig: Die Inhalte dürfen nicht werblich sein. An dieser Stelle müssen wir kurz auf den Unterschied zwischen Push- und Pull-Marketing eingehen. Beim Push-Marketing wirbt das Unternehmen aktiv mit ihrer Lösung und „pusht“ diese nach außen: „Hey schau dir mal meine supertolle Lösung für dein Problem an“. Beim Pull-Marketing werden Nutzer von sich selbst aus aktiv und fangen an zu suchen: „Was ist die beste Lösung für mein Problem?“.

An dieser Stelle setzt Content-Marketing an, um das Informationsbedürfnis der Benutzer optimal zu befriedigen.

Und wo starten wir normalerweise unsere Suche? Richtig, bei Google. Nutzer lieben großartige Inhalte und Google liebt seine Nutzer, deshalb liebt Google auch großartige Inhalte. Wieso ist das eigentlich so? Je mehr Menschen Google nutzen, desto mehr klicken auch früher oder später auf eine Anzeige und so verdient Google Geld. Die User werden Google nur solange als Suchmaschine nutzen, wie sie dort auch die besten Ergebnisse bekommen, sprich die Qualität stimmt. Steigen wir also mit einem der wichtigsten Faktoren ein.

Tipp 1: Der Qualitätsfaktor

Die Qualität deiner Inhalte ist einer der einflussreichsten Hebel, die du im Content-Marketing zur Verfügung hast. Dabei ist es erst mal egal, ob jemand über die Suchmaschine, über Social Media oder direkt auf deine Website kommt. Wenn die Qualität nicht den Erwartungen der User entspricht, werden diese sich zweimal überlegen, deine Seite erneut zu besuchen. Enttäusche also niemals deine Nutzer.

Des Weiteren zählt auch Vertrauen mit zum Qualitätsfaktor. Können die Leser den Informationen, die du bereitstellst, vertrauen? Gerade im Bereich Finanzen und Gesundheit ist es extrem wichtig, dass deine Informationen gut recherchiert sind. Versuche, immer Quellen anzugeben, damit die Leser sehen, woher die Fakten stammen, auf denen sich dein Content stützt. Wichtig ist auch, dass Autoren angegeben sind, noch besser wären sogar Kontaktinformationen zu diesen.

Jetzt fragst du dich vielleicht: Ich als Leser kann in der Regel zwischen einem guten und einem schlechten Beitrag unterscheiden, aber wie „misst“ Google die Qualität von Inhalten? Hier kann ich nicht so tief ins Detail gehen, weil es erstens sehr umfangreich und zweitens nicht zu 100% bestätigt ist, wie es genau funktioniert #geschäftsgeheimnis.

  1. Quality Rater: Google hat für sich selbst definiert, was guter Content ist. Das kann jeder in den sog. Quality Rater Guidelines. Zudem gibt es auch Quality Rater als reale Personen. Deren Aufgabe ist es, die Qualität der Suchergebnisse zu bestimmen. Diese müssen ganz genau wissen, was guter Inhalt ist und was nicht. Jedes Mal, wenn Google seinen Algorithmus anpasst, kommen die Quality Rater zum Einsatz und prüfen, ob sich die Suchergebnisse im Vergleich zu vorher qualitativ verbessert haben oder nicht. Ist Ersteres der Fall, wird das Update weltweit ausgespielt.
  2. Nutzersignale: Hier sind sich Experten noch uneinig, weil Google abgestritten hat, Nutzersignale in die Bewertung von Inhalten aufzunehmen, Bing aber beispielsweise bestätigt hat, auch auf Nutzersignale zu achten. Sollten Nutzersignale einen Einfluss haben, dann ist es nicht die „Absprungrate“, vor der viele Websitebetreiber Angst haben, denn diese gibt gar nicht so viel Auskunft. Viel entscheidender ist, ob nach dem ein User deine Seite verlassen hat, auf ein anderes Ergebnis klickt oder nicht. Das kann beispielsweise an mangelnder Qualität der Inhalte liegen oder die Suchintention wurde nicht getroffen.

Tipp 2: Die Suchintention verstehen und treffen

Die Suchintention hat einen riesigen Einfluss auf die Zufriedenheit deiner User. Um diese herauszufinden, musst du dir einfach nur die Frage stellen: Was erwarten die User, wenn sie eine Suchanfrage gestellt haben? Die Antwort darauf gibt dir entscheidende Hinweise darauf, welche Art von Content du produzieren musst.

Versuche, dich am besten in die Lage des Suchenden hineinzuversetzen und überlege dir, welche Ergebnisse dein Informationsbedürfnis befriedigen würden? Erwarte ich eine kurze Definition, einen 2000+ Wörter Artikel, ein Video oder doch eine Infografik?

Ein super Anhaltspunkt, damit du das lieferst, was die Nutzer haben wollen, ist ein Blick in die Suchergebnisse selbst. Was für Inhalte bieten zum Beispiel Platz eins, zwei und drei an? Diese sind nicht ohne Grund auf diesen Positionen gelandet. Entdeckst du beispielsweise Videos, Bilder, Rezepte oder die „Ähnliche Fragen“-Box in den Suchergebnissen, dann ist das ein Zeichen, dass du deinen Inhalt damit anreichern kannst oder sogar solltest. Das hat zudem auch optische Effekte. Denn sind wir mal ehrlich, so eine reine Textwüste liest niemand gerne.

Tipp 3: Inhaltliche Relevanz

Der letzte Tipp ist die Relevanz deiner Inhalte zu steigern. Relevanz ist die dritte Seite in unserem Content-Marketing-Dreieck. Weil Nutzer für gewöhnlich nur die relevantesten Ergebnisse angezeigt bekommen möchten, sind natürlich auch Suchmaschinenbetreiber darauf fokussiert, Content nach Kriterien der Relevanz zu bewerten.

Wolltest du früher beispielsweise für „Abnehmkurs“ gefunden werden, musstest du einfach 10x das Wort „Abnehmkurs“ in deinen Text verbauen. Easy going. Heute ist es so, dass du vielmehr demonstrieren musst, dass du für das Wort „Abnehmkurs“ relevant bist. Dazu tauchen wir kurz ein in die Welt der Semantik.

Semantische Begriffe sind Begriffe, die in Beziehung zueinanderstehen. Zum Beispiel existiert eine Beziehung zwischen dem Wort „Oscar“ und dem Wort „roter Teppich“. Schreibst du beispielsweise einen Text über den Oscar, so können Suchmaschinen erkennen, dass du relevanter für den Begriff Oscar bist, wenn das Wort „roter Teppich“ im Text vorkommt als ein anderer Text, in dem das Wort nicht enthalten ist.

Soweit die Theorie. Jetzt fragst du dich vielleicht, wie du solche Beziehungen erkennen kannst? Zwei praktische Tools möchte ich an die Hand geben. Das Erste sind die Suchergebnisse in Google selbst. Bleiben wir beim Beispiel „Abnehmkurs“ und wechseln auf die Bildersuche, so sehen wir über der ersten Bilderreihe eine Liste an Wörtern, die in einer Beziehung zum gesuchten Begriff stehen. Zweitens kannst du einfach das Tool entityexplorer (https://entityexplorer.com/) verwenden. Suchst du dort nach einem Begriff, spuckt dir das Tool einen Haufen semantischer Begriffe aus, die du in deinem Text verwenden kannst.

Verlasse dich allerdings nicht blind auf irgendwelche Tools, sondern schalte auch immer deinen Verstand ein, dann steht dem Erfolg deines nächsten Textes nichts mehr im Wege😉

 

Über die Autorin: Lisa Czech ist selbst ernannte Sportfanatikerin und Trendsetterin. Sie begann ihre Karriere im Content Marketing und ist in ihrer Freizeit für das MONEDOS Magazin als Autorin tätig. Wenn sie die Zeit zurückdrehen könnte, dann hätte sie schon viel früher damit begonnen, zu meditieren.

 

Titelbild: ©Campaign Creators on Unsplash

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