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Feng Shui – Die Kunst des guten Wohnens

28. April 2021

Gastaurotin: Nicole Schwimmer

 

Vielleicht kennst Du das Gefühl: Du ziehst in eine neue Wohnung und richtest Dich komplett neu ein, aber irgendwas in Dir mag nicht so richtig in dem neuen Wohnraum ankommen und fühlt sich unwohl. So ist es mir vor einigen Jahren ergangen, als ich in eine wunderschöne Wohnung gezogen bin, aber nichts so richtig klappen wollte und sich nichts sich so richtig stimmig angefühlt hat. Das war der Moment, wo die chinesische Raum- und Harmonielehre Feng Shui in mein Leben trat.

Es sind vor allem Kleinigkeiten in der Raumgestaltung, die wir manchmal gar nicht wahrnehmen, die aber einen großen Einfluss auf uns und unser Leben haben. Gerade in Zeiten des Lockdowns sind wir für solche kleinen Veränderungen besonders sensibel. Dabei ist Feng Shui so viel mehr, als nur einen Stuhl von links nach rechts zu schieben. Es ist eine Lebensphilosophie, die auf jahrtausendealtem Wissen beruht: Ein Wissen, was damals nur den Gelehrten vorbehalten wurde.

Feng Shui ist eine ca. 3000 Jahre alte Weisheits- und Harmonielehre, die überwiegend auf Naturbeobachtungen beruht. In großen Städten, wie zum Beispiel Hongkong, wurden ganze Wohn- und Geschäftsstraßen nach den „Regeln“ von Feng Shui Kriterien erbaut, u.a. um für wirtschaftliche Stärke zu sorgen (und immerhin zählt Hongkong zu einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Städten der Welt). Aber auch bei uns wird die Lehre immer beliebter und immer mehr Menschen richten ihre Wohnung, ihre Praxisräume oder Geschäfte nach den Prinzipien von Feng Shui ein.

Chi – die omnipräsente Energie

Der Harmonielehre Feng Shui liegt die Idee einer universellen Lebenskraft – von den Chinesen „Chi“ genannt – zugrunde. Chi ist die Energie, die durch unsere Körper fließt, die uns umgibt und die uns in unserem Leben stark beeinflusst. Chi ist also omnipräsent. Wenn wir umgeben sind von gut zirkulierendem Chi, fühlen wir uns geborgen und können Kraft für unseren Alltag sammeln.

„Feng Shui“ bedeutet übersetzt „Wind und Wasser“. Nach der chinesischen Harmonielehre hat das Element „Wind“ die Aufgabe, das Chi zu zerstreuen, während das Element Wasser das Chi sammelt. Ziel von Feng Shui ist, dass alles im Universum im Fluss ist und in einem guten Gleichgewicht zueinander steht.

Um eine vollkommene Balance zwischen dem Mensch und seiner jeweiligen Umgebung herzustellen, gibt es im Feng Shui unterschiedliche Tools und Methoden.

Feng Shui Zuhause und in Zeiten von Corona

Die Welt ist im Wandel und wir sind im Wandel. Wir sind in den Corona-Zeiten feinfühliger geworden und können binnen Sekunden wahrnehmen, welche Umgebung oder Menschen uns stärken oder schwächen. In diesen besonderen Zeiten ist es so wichtig, eine Balance in uns und um uns herum herzustellen – vor allem in unserem eigenen Heim. Wir verbringen mehr Zeit in unserem Zuhause und benötigen dieses Gleichgewicht, um den Herausforderungen des Alltags gewachsen zu sein.

In Zeiten des Home Office sollte auch eine richtige Ausrichtung unseres Arbeitsplatzes nicht unterschätzt werden. Nach Feng Shui kann sich die Position unseres Arbeitsplatzes entscheidend auf unsere Konzentration und Produktivität auswirken. Wenn wir die Tür und das Fenster im Blick haben, müssen wir beispielsweise weniger Energie aufwenden.

Eine Optimierung im Homeoffice kann sich darüber hinaus sehr positiv auf die Work-Life-Balance auswirken.

Der Eingangsbereich von Wohnung oder Haus hat im Feng Shui einen besonderen Stellenwert, denn die nährende Lebensenergie Chi kommt durch die Eingangstür zu uns. Deshalb darf der Eingang besonders viel Aufmerksamkeit erhalten: Was nehmen wir als erstes wahr, wenn wir über die Türschwelle treten? Ein angenehmer Duft, frische Blumen, eine wohlig warme Farbe oder ein sehr einladendes Bild? Oder vielleicht eine chaotische Garderobe oder ein Stapel Pappkartons, der dringend entsorgt werden muss? Diese kleinen Dinge wirken sich sehr entscheidend auf unser Unterbewusstsein aus und lassen ein Gefühl von „Ankommen“ entstehen – oder setzen uns im Gegenteil gleich beim Betreten der Wohnung unter Stress.

Auch wichtig im Feng Shui: Das Chi sollte sich immer bewegen und frei durch alle Räume zirkulieren und darf niemals es stagnieren (wie dies zum Beispiel in dunklen Ecken der Fall sein kann), denn dies kann sich negativ auf einzelne Lebensbereiche auswirken. Deshalb ist Ordnung, ausreichend Licht und regelmäßiges Lüften ein so wichtiges Thema im Feng Shui.

Einen schnellen Chi-Booster kannst du durch einen frischen Duft und Blumen im Eingangsbereich erzeugen. Probier es gleich mal aus!

Die Beispiele zeigen: Feng Shui ist eine wunderbare Technik, um mehr im Einklang mit der Natur zu leben und mehr Harmonie im Alltag herzustellen. Gerade in dieser herausfordernden Zeit ist es mehr denn je wichtig, sich in den eigenen Räumen wohlzufühlen und den Energiefluss zu optimieren – denn so können wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben fokussieren.

 

Nicole Schwimmer ist Feng Shui Beraterin und Mentorin. Sie begleitet Frauen in einem individuellen Programm, sich mehr zu verwirklichen und wieder mehr Raum im Innen sowie im Außen zu fühlen. Mehr zu Nicole und ihrer Arbeit unter www.windundwasser.de

 

Titelbild: ©Photo by Noah Benjamin on Unsplash

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