EL: Entwicklung & Laufbahn

FORGEFÜHLT: Im Team gründen?

22. November 2015

Im Team zu gründen kann viele Vorteile haben: Entscheidungen müssen nicht allein getroffen werden und Verantwortlichkeiten werden ebenso geteilt, wie Kosten und lästige Behördengänge. Dabei ergänzen sich die GründerInnen im besten Fall in ihren Fähigkeiten und Stärken. Doch nicht immer verläuft das Arbeiten im Team reibungslos. Warum für sie dennoch nur das Gründen im Team in Frage kommt und weshalb sie keine Angst vor dem Scheitern haben, erzählten mir Sandra und Katharina vom Onlinemagazin VIERTELRAUSCH.

[Tweet “ Im Team oder allein gründen? FORGEFÜHLT bei @viertelrausch“]

„Am Anfang ging es uns mit VIERTELRAUSCH schlicht um eine Referenz und weniger um eine konkrete Gründungsidee“, verraten Sandra und Katharina. Beide hatten sich beim Studium der Medienkommunikation in Chemnitz kennengelernt. Im Sommer 2014 trafen sie sich in Leipzig wieder. „Wir standen kurz vor dem Studienabschluss und in unserem Bereich ist es schwierig, einen festen Job zu bekommen, insbesondere da wir nicht aus Leipzig wegziehen wollten. Aber wir hatten große Lust, uns etwas aufzubauen.“

In wenigen Wochen entstand daraus die Idee, Menschen in Leipzig durch Interviews und Bildserien im Onlinemagazin VIERTELRAUSCH zu portraitieren. „Im Januar diesen Jahres gingen wir schließlich online und hatten in den ersten 3 Monaten schon sehr viele Leser gewonnen. Zunächst haben wir unsere Freunde interviewt, um unser Konzept zu testen und die Interviews zu verbessern. Sehr schnell kamen jedoch auch Leute auf uns zu, die wir nicht kannten und die Vertrauen in uns und VIERTELRAUSCH gesetzt haben. Das hat uns unglaublich motiviert.“

Bei VIERTELRAUSCH sind die Aufgaben klar verteilt: Sandra führt die Interviews, Katharina fotografiert die Bildserien. Darauf aufbauend wird sich Katharina bei EFFEKTRAUSCH um den Bereich Corporate Design und Typografie kümmern und Sandra die Ansprechpartnerin für Kommunikationsstrategien im digitalen Raum und die technischen Rahmenbedingungen sein.

Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte ergänzen sich die beiden in der gemeinsamen Arbeit: „Unsere Fähigkeiten greifen unglaublich gut ineinander. Das ist auch einer der Gründe, weshalb keine von uns beiden allein gegründet hätte. Wenn ich zum Beispiel an einem Projekt sitze und mir die Inspiration fehlt, kann ich Sandra um Rat fragen und andersherum genauso.“ Und Sandra ergänzt: „Dabei hilft es ungemein, dass wir einen sehr ähnlichen ästhetischen und inhaltlichen Anspruch haben und genau wissen, wo wir mit VIERTELRAUSCH und EFFEKTRAUSCH hin möchten.


 

„Der Respekt vor der Gefühlswelt des anderen ist für uns enorm wichtig, wenn man sich dazu entschließt, diesen intensiven Weg des Gründens gemeinsam zu gehen.“


 

Das gemeinsame Projekt VIERTELRAUSCH hat nicht nur ihre Freundschaft intensiviert, sondern ermöglicht ihnen auch, sich als Kolleginnen vor der Gründung von EFFEKTRAUSCH kennen zu lernen: „Wir wissen ganz sicher, dass wir beide powern können, wenn es darauf ankommt und uns zu 100% aufeinander verlassen können. Wir haben viele Höhen und Tiefen geteilt. Ich empfand es zum Beispiel als sehr wertvoll, dass ich mit Katharina meine Enttäuschung besprechen konnte, als wir eine Absage vom Social Impact Lab Leipzig bekommen haben. Der Respekt vor der Gefühlswelt des anderen ist für uns enorm wichtig, wenn man sich dazu entschließt, diesen intensiven Weg des Gründens gemeinsam zu gehen.“

Trotz kleinerer Rückschläge haben Katharina und Sandra dennoch keine Angst, zu scheitern: „Für uns gibt es keinen Worst Case oder ein Scheitern. Es kann nichts passieren, außer dass wir keine Aufträge bekommen. Und selbst dann bleiben VIERTELRAUSCH und EFFEKTRAUSCH eine Referenz.“


 

                „Macht das. Ihr habt nichts zu verlieren.“


 

In diesem Selbstvertrauen bestärkte die beiden auch eine freiberufliche Bloggerin, mit der sie sich kurz nach dem Onlinestart von VIERTELRAUSCH trafen: „Sie hat uns den schlichten Rat gegeben, den wir bis heute nicht vergessen haben: ‚Macht das. Ihr habt nichts zu verlieren.’ Der Austausch mit anderen GründerInnen ist enorm wichtig für uns. Nur durch diesen kannst du dein eigenes Projekt reflektieren und damit weiterentwickeln. Zu Beginn des Jahres hatten wir noch kein konkretes Geschäftsmodell und nun steht der Businessplan. Nicht zuletzt ergeben sich auf den verschiedenen Startup-Veranstaltungen auch immer wieder wichtige Kontakte.“

Dabei ist es nicht immer einfach zu entscheiden, wem man aus dem beruflichen Netzwerk welche Informationen anvertrauen kann: „Einander vertrauen wir komplett. Jedoch mussten wir erst lernen, in welchem Grad wir Kunden und Kollegen, mit denen wir zusammenarbeiten, vertrauen können. Aber andererseits geht es ganz ohne Vertrauen auch nicht.“

Auf vielen Ebenen müssen sich GründerInnen mit dem Thema Vertrauen auseinandersetzen: gegenüber MitgründerInnen, beim Austausch über Ideen und Kooperationen mit potentiellen GeschäftspartnerInnen oder bei der Ausgestaltung von Verträgen. Im nächsten Teil von FORGEFÜHLT berichten Sandra und Katharina von den verschiedenen Facetten und Bereichen, in denen Vertrauen bei ihnen und ihrem Geschäftsmodell eine wichtige Rolle spielt.

Tina und Sandra & Katharina von VIERTELRAUSCH

Wie ist es bei Euch? Gründet Ihr lieber im Team oder steckt in Euch ein Solopreneur? Kommentiert gern unseren Beitrag „FORGEFÜHLT: Im Team gründen?“

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  • Reply
    FORGEFÜHLT: Vertrauen -
    17. Dezember 2015 at 13:05

    […] können, bevor sie sich für das gemeinsame Gründen entschieden haben. Mehr hierzu könnt ihr im letzten Teil der Serie FORGEFÜHLT: Im Team gründen? […]

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