FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Barbara Widerhofer, Raumgestalterin und Unternehmerin

24. November 2020

FIELFALT.AT: Wenn man bei Barbara auf die Homepage geht, möchte man sie vom Fleck weg engagieren. Oder sofort in die Räume einziehen, die sie gestaltet. Und wenn man sich durchliest, wie sie ihre Passion umsetzt und mit wieviel Gespür und Gefühl sie ihre Kunden berät, ist man noch mehr begeistert. Bei Barbara merkt man, dass Können, Passion und der Mensch in ihrer Arbeit eine wunderbare Symbiose finden. Mehr von solchen wundervollen Frauen … und so fanstastischen Räumen!

Liebe Barbara, welcher Raum ist in deinem eigenen Zuhause dein absoluter Lieblingsraum und wieso?

Darüber habe ich lange nachgedacht, da es einige Plätze in meinem Zuhause gibt, die ich je nach Stimmung sehr gerne aufsuche. Am allerliebsten mag ich den Platz an unserem Esstisch auf der Terrasse. Ich setze mich dort oft morgens hin oder wenn ich eine Pause brauche – meistens mit Musik in den Ohren. Was ich besonders daran mag: Einerseits schaue auf Wien und habe einen sehr weiten Blick, andererseits habe ich hinter mir eine schützende Kaminwand, die es ein bisschen zu meinem Geheimort macht. Das ist eine für mich sehr angenehme Mischung. Darüber hinaus mag ich den Blick auf meine Pflanzen, weil ich mich jedes Mal freue, ihnen beim Erblühen zuzusehen. Und ich habe es draußen sehr gemütlich eingerichtet, mit Teppich, Wandbild, Tischdekoration und beruhigenden, luftigen Farben. Jedes Mal, wenn ich dort sitze, durchströmt mich sofort Dankbarkeit für diesen Platz, diese Wohnung und all die wunderbaren Geschenke meines Lebens. Egal was gerade los ist, gibt mir das sofort wieder ein gutes Gefühl.

Auf was könntest du im Leben nur schwer verzichten?

Auf meine Familie und, auch wenn es fast schon zu nahe liegend klingt, auf ein schönes Zuhause. Schon früher, noch in Studentenzeiten haben mein Mann und ich, wo andere das Geld für Reisen aufgehoben haben, lieber eine große schöne Wohnung gemietet. Es ist wie unsere Home-Base, der Ort, wo wie auftanken. Der Ort, wo wir als Paar und als Familie die meiste Zeit gemeinsam verbringen, der Ort, an dem sich auch unsere Freunde jederzeit willkommen fühlen. Mittlerweile weiß ich, das gehört so sehr zu mir, dass ich unter allen Umständen einen Weg finden würde, mir eine schöne Umgebung zu schaffen. Daraus gewinne ich Kraft, die ich für die Herausforderungen des Lebens brauche.

Du bist Raumgestalterin. Wie kann ich mir deinen Alltag vorstellen und wer sind typischerweise deine Kunden?

Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich. Es gibt Phasen, die verbringe ich an meinem Schreibtisch mit Planung und Designkonzepten (genauso mit Buchhaltung und all dem anderen notwendigen Kram 😉). Dann gibt es Tage, da gehe ich auf die Suche und ziehe durch Möbelgeschäfte und suche nach bestimmten Stücken, die für Kunden passen könnten. Und dann gibt es Tage, die ich hauptsächlich auf Baustellen und in Wohnungen mit Besprechungen und tatsächlicher Einrichtung verbringe. Und ich hole mir laufend Inspirationen: in Geschäften, auf Messen, in liebevoll eingerichteten Restaurants, über Bilder im Internet, auf Möbelseiten, in Instagram Posts, in Interior Zeitschriften, aber auch Modezeitschriften – da finde ich immer tolle Farbkombinationen und sehe Muster-Trends und Stoffstrukturen.

Meine Kunden sind ebenfalls sehr gemischt. Ich arbeite mit Privatpersonen, die gerne einzelnen Räumen oder ihrer ganzen Wohnung einen neuen Schliff geben wollen oder die eine größere Veränderung hinter sich haben und an dem Punkt stehen, dass die alte Einrichtung „ausgeliebt“ ist und die Wandlung, die im Inneren stattgefunden hat auch im Äußeren sichtbar und spürbar gemacht werden soll. Da steckt für mich viel Genuss und Freude drin. Manche meiner Kunden stehen kurz davor umzuziehen und möchten aus der neuen Wohnung das Zuhause zu machen, in dem sie ihren neuen Lebensabschnitt begrüßen und endlich ankommen können.

Ich richte außerdem Apartments und Musterwohnungen ein. Bei der Einrichtung von Apartments mag ich besonders, dass man etwas wagen kann, was in Privaträumen aus Gründen der Alltagstauglichkeit oft nicht gemacht wird, einem Apartment aber gerade den richtigen Kick verleiht. Man kann der Kreativität freien Lauf lassen. Schwarze Wände, Details mit auffälligen Tapeten, interessante Farbkombinationen, auffällige Fliesen…

Außerdem unterstütze ich eine liebevolle und enorm kompetente Immobilienmaklerin in Hamburg beim Home Staging. Das ist eine große Freude für mich, da ich diese Stadt und ihre spürbare Liebe zu Interior sehr mag. Und dazu kommt, dass ich mit dieser besonderen Immobilienmaklerin eine Person gefunden habe, die der meine Begeisterung von Räumen und deren Gestaltungsmöglichkeiten teilt. Beide empfinden wir tiefe Freude, wenn wir die fertigen Räum sehen, wie sie in verheißungsvollem Zauber für ihre neuen Bewohner glänzen.

Du warst vor deiner Karriere als Raumgestalterin zehn Jahre als Psychologin, Coach und Trainerin selbständig und hast dann den Neuanfang gewagt. Wie kam es dazu?

Gestaltung und Kreativität hat in meinem Leben immer schon eine große Rolle gespielt, allerdings nicht wirklich eine berufliche. Ich habe das eher im Privaten ausgelebt. Viel über Mode, Dekoration und eben Einrichtung, aber auch über Gesang, Malen, Schreiben.

Da „Wissen“ und „Kompetenz“ in meiner Herkunftsfamilie eine äußerst große Rolle spielt, war es lange Zeit für ich wichtig, einen intellektuell vorzeigbaren Weg zu haben, auch wenn mir das nicht so richtig bewusst war. Diesen bin ich dann, zugegebenermaßen mit viel Ehrgeiz und Kraftaufwand, erfolgreich und tapfer gegangen. Dekoration, Gestaltung und Schönheit waren eher Hobby und dafür musste ich mir gefühlt eher Zeit stehlen. Es haben dann mehrere Dinge in meinem Leben zusammengespielt, die dazu führten, dass ich mir ernsthafte Gedanken darüber machen wollte und musste, wie ich mein Leben weiter ausrichte. Vor allem wollte ich endlich etwas machen, was mit wenig Kraftaufwand aus mir rausfließt. Authentizität ist für mich sehr wichtig und ich habe immer schon Menschen bewundert, die ihre Gabe anderen Menschen scheinbar mühelos und mit großer Freude zur Verfügung stellen. Sie schienen offensichtlich genau an dem Platz, an dem sie sein sollen.

Auf der Suche, was das als Coach für mich sein könnte, bin ich auf die wundervolle Wiener Markenberaterin Karin Amber gestoßen, die genau das mit mir herausarbeiten wollte. Und ganz schnell war da auf einmal kein Coaching mehr, sondern ein ganz anderes Thema, das Thema Raumgestaltung. Ich hatte für mich festgestellt, dass die Gestaltung von Räumen eine Sache in meinem Leben war, wo ich mich immer schon aus innerem Antrieb heraus und ohne Mühe weiter verbessert habe, ohne Ausbildung viel positives Feedback erhielt und intuitiv sicher war, ob etwas passte oder nicht. Ich konnte nicht genau sagen, warum etwas wo stehen sollte, aber ich wusste, wenn es am richtigen Platz war oder eben nicht. Das wollte ich ausbauen. Und mit ein paar liebevollen Anstupsern dieser Beraterin, der Zusprache von meinem Mann, und nicht zuletzt dem bestätigenden Feedback enger Freunde habe ich den Sprung gewagt. Und ihn keinen einzigen Tag bereut. Als ich es dann öffentlich gemacht habe war die Reaktion nicht nur einmal ein freudiges „Na endlich!“

Vermisst du manchmal deine vorherige Tätigkeit?

Ganz ehrlich: nein. Ich setze mich immer noch viel mit innerem Erleben auseinander. Weil ich dafür einfach sehr fasziniert von der menschlichen Psyche und ihren Möglichkeiten bin. Ich habe es nur umgedreht: die Gestaltung ist jetzt mein Beruf und die Psychologie mein Hobby. Das tut mir sehr gut. Die Elemente meiner bisherigen Tätigkeit fließen ohnehin in meine Arbeit ein, ich kann das ja nicht abdrehen. Und meine Kunden wollen das auch nicht. Die sind froh, wenn ich auch darüber spreche, dass die Möbel der Schwiegermutter im Wohnzimmer zwar praktisch sind, aber in Hinblick auf das aktuelle Familiengeschehen hier wirklich nichts zu suchen haben. Oder, dass diese besonders extravagante und eigentlich zu teure Lampe, die schon seit langem umschlichen wird, endlich über dem eigenen Esstisch hängen muss. Und zwar weil es nicht nur eine Lampe ist, sondern auch ein Symbol dafür, wieviel Wert und Schönheit ich mir und meinem Leben zugestehe und ich genau weiß, dass die Freude bei ihrem Anblick jedes Mal unbeschreiblich wird.

Als Raumgestalterin, aber auch als Beraterin und Coach hattest und hast du viel mit Neuanfängen zu tun. Hast du eine Art Erfolgsrezept für Neuanfänge?

Neuanfänge sind immer etwas sehr Individuelles und Persönliches. Ob es da ein „Erfolgsrezept“ gibt? Ich vermute nicht. Ich habe dennoch oft bemerkt, dass es hilfreich ist, wenn man die Phasen kennt, die man bei so einem Neuanfang durchläuft. Dann kann man sich darauf einstellen und erfährt, dass diese emotionale Achterbahn, die man da durchlebt, ganz normal ist – diese beiden Dinge sind in so einer oft verwirrenden Zeit sehr wichtig. Selbst bei „erzwungenen“ Neunanfängen, gibt es, wenn der erste Schock verwunden ist und das Gefühl der Trauer zunehmend von der Neugierde abgelöst wird, den Moment, in dem man sich wirklich entscheidet, neu zu beginnen. Ein euphorischer Moment voller Mut und Zuversicht. Doch wenn diese Euphorie vorbei ist und der Alltag in der neuen Realität beginnt, kommt oft nochmal eine emotionale Talfahrt. Nämlich dann, wenn einem so richtig bewusst wird, welche tiefgreifenden Änderungen dieser Neuanfang mit sich bringt – innerlich wie äußerlich. Und wenn man merkt, dass man für die alten Denkmuster und Werte noch keinen neuen stabilen Ersatz hat. Was man sicher über sich dachte und einem auch eine gewisse Stabilität verliehen hat, gilt nicht mehr und das Neue ist noch nicht zuverlässig vorhanden. Für diese kritische Phase, in der es nur allzu verlockend erscheint, doch in den alten, bekannten Weg zurück zu kehren, habe ich ein paar Tipps:

  1. Suche dir einen emotionalen Anker: Das kann ein Foto sein, ein Lied, ein Gegenstand oder etwas anderes sein, dass dich innerhalb einer Sekunde daran erinnert, wie gut es dir gehen wird, was du erreicht haben wirst, wenn du in deinem neuen Leben endlich angekommen bist. Wichtig ist, dass du SOFORT einen Riesen Grinser auf dem Gesicht hast, wenn du das Bild siehst, das Lied hörst oder den Gegenstand angreifst. Das wird dich immer wieder, gerade in zweifelnden Momenten daran erinnern, wohin du willst.
  2. Suche dir geheime Verbündete. Das sind Menschen, denen völlig klar ist, warum dieser neue Weg gut ist für dich. Partners in Crime, die dich unterstützen und erinnern. Bitte diese Menschen konkret darum, dass sie dich bestärken, wenn du das Licht am Ende des Tunnels gerade nicht sehen kannst, den Sinn an der ganzen Veränderung in Frage stellst. Suche diese liebevollen Menschen aktiv auf, und lass dir nochmal erklären, warum dieser neue Weg der richtige ist. Sprich auch in guten Phasen mit ihnen über deine Freude und deine Visionen, wenn du on-fire bis für deinen neuen Weg – dann können sie dich sogar mit deinen eigenen Worten erinnern. Als ich den Sprung zur Raumgestaltung gewagt habe, war ich am Anfang nicht ganz sicher. Denn Raumgestaltung war in dem Wertesystem meiner Herkunft ein oberflächliches Thema, mit dem man kein Geld verdient, und das eher „Schickimicki“ ist. Was mir unter anderem sehr geholfen hat, war der konsequente Hinweis dieser wundervollen Beraterin damals, wie sehr mein Gesicht leuchtet und wie lebhaft meine Gestik wird, wenn ich von Einrichtung spreche. Das ist etwas, was man ja selbst nicht so mitbekommt – der Hinweis darauf hat mit sehr die Augen geöffnet. Und im Alltag hat mein Mann und ein paar gute Freundinnen diese Rolle übernommen. Und diese Quellen der Zuversicht zapfe ich auf meinem Weg immer noch regelmäßig aktiv an.
  3. Sei dankbar für deinen bisherigen Weg: es kann sein, dass du Trauer oder sogar Wut für das Vergangene empfindest, so viel scheinbar verschwendete Zeit, so viel vermeintlich unnötiger Schmerz, soviel Anstrengung. Vergib dir und den anderen und bedanke dich für die Lernchancen, achte darauf, was sie dir beigebracht haben. Ich persönlich bin überzeugt, dass uns im Leben nichts zufällig begegnet, sondern dass alles, was wir im Leben bewältigen dazu dient, uns etwas beizubringen, was wir später brauchen. Es kann sein, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verstehe, wozu ich es brauchen werde, aber ich vertraue darauf, dass es so ist. Das nimmt mir oft den Frust und den Ärger über die schwierige Situation und ermöglicht mir sie anzunehmen und das „Gute“ daran zu sehen. Das gibt mir dann viel bessere Energie und Motivation.
  4. Sei gnädig mit dir: auch wenn du noch nicht in allen Situationen so handelst, wie du es dir vorstellst, oder das Ergebnis noch nicht deinen Wünschen entspricht – hebe für dich hervor, was schon gut funktioniert hat, was dich daran freut (auch – oder vor allem – die Kleinigkeiten sind hier wichtig) und nimmt die Dinge, die noch nicht funktioniert haben als Hinweis darauf, wo du noch etwas verändern kannst. Du hast dann Klarheit darüber, was du NICHT willst und kannst dir daher sehr konkret darüber Gedanken machen, WIE du es willst.
  5. Erschaffe dir einen Ort, der genauso ist, wie du dein neues Leben haben willst. Und wenn es nur ein kleiner Platz ist. Erschaffe dir einen Ort, an das du zurückkehren kannst, wenn du wieder ins Wanken geraten bist und der dir über die Farben, Formen, Strukturen, Licht, Gerüche, Wertigkeit etc. über alle Sinne das gibt, was du dir für dein neues Leben wünscht.

Deiner Meinung nach drückt die Einrichtung eines Menschen auch seine eigene Wertschätzung sich selbst gegenüber aus. Welche Tipps hast du generell, um sich selbst mit Wertschätzung zu begegnen?

Einiges davon habe ich schon in der vorigen Frage angeschnitten:

  • Am wichtigsten finde ich, liebevoll mit sich umzugehen – das ist oft gar nicht so einfach. Vor allem für die, die sehr streng mit sich sind. Aber tatsächlich ist das für mich einer der wichtigsten Schritte. Wie wir mit uns umgehen zeigt sich für mich vor allem in unserem Umgang mit Fehlern und Gelungenem: jeder macht Fehler, größere und kleinere. Und gleichzeitig machen wir alle verdammt viel Gutes. Gelernt haben allerdings die meisten von uns, besonders auf die Fehler zu achten und alles zu tun, um sie zu vermeiden. Das bewirkt zum einen, dass vieles (unbewusst) vermieden wird, um nur ja keinen Fehler zu machen. Zum anderen wird den Fehlern viel zu viel Bedeutung zugemessen wird, statt, dass man sie als das betrachtet, was sie in den allermeisten Fällen sind: Lernchancen. Und nicht selten stallt man den eigenen Wert als Mensch in Frage und übersieht das Gelungene, fasst es zusammen oder redet es klein. Daher lautet mein Tipp hier: Bewusst mit seinen Gedanken umgehen, sich Fehler und Lernerfahrungen erlauben, sie in Relation zu dem stellen, was wirklich passiert ist und seinen Wert als Mensch nie in Frage stellen.
  • Und wenn wir schon beim sich etwas erlauben sind: sich erlauben zu lernen statt alles von Anfang an perfekt zu machen, sich erlauben sich Zeit zu nehmen, sich erlauben sich zu irren, sich erlauben Hilfe zu bekommen, sich erlauben Liebe zu schenken und zu empfangen, aber auch sich zu erlauben ein wertvolles Geschenk zu bekommen, eine schöne Umgebung zu haben, ein feines Essen zu essen, einen faulen Tag zu haben, ein zu langes Telefonat mit einer Freundin zu führen, obwohl etwas dringend erledigt werden musste …
  • Anderen etwas erlauben – das ist für mich auch eine Art der Wertschätzung mir gegenüber. Denn oft sind die Dinge, die mir an anderen missfallen, Dinge, dich ich mir unbewusst gerne selbst erlauben würde. Güte mit anderen bringt Güte mit sich selbst.
  • Und ich drücke mir gegenüber auch Wertschätzung aus, wenn ich bewusst meine Gedanken auf jede freudvolle Kleinigkeit lenke, die mir im Laufe des Tages begegnet und mir nochmals den Fokus auf all die Geschenke lege, die so ein Tag mit sich bringt.

Hast du Tipps, wie man relativ einfach einem Raum mehr Wirkung verleiht?

Ich finde, der einfachste Weg einem Raum sofort mehr Wirkung zu verleihen ist hochwertige Wandfarbe. Viele schrecken davor zurück, weil der Aufwand zu groß erscheint, oder weil sie bei Wandfarbe Farbtöne und Bilder von Räumen vor Augen haben, die sie definitiv nicht in ihrem Zuhause haben möchten. Doch meine Erfahrung ist: die, die sich getraut haben, wollen nie wieder weiße Wände. Denn der Aufwand mit hochwertigen Farben ist geringer als man denkt und die Freude über das Ergebnis ist so groß, dass der Aufwand schnell in den Hintergrund tritt. Oft genügt auch schon das Streichen einer Wand, um einen großartigen Effekt zu erzeugen. Und es gibt sehr viele richtig edle Farbtöne, die die Einrichtung erst so richtig betonen und hervorheben.

Und ein schnellerer Tipp: ich finde eine edle Vase mit tollen Blumen verleiht einem Raum auch sofort eine andere Wirkung und bringt für mich sehr viel Freude in den Raum. Wenn ich wunderschöne Blumen gefunden habe, freue ich jedes Mal wie eine Schneekönigin, wenn mein Blick drauf fällt.

Was würdest du Frauen raten, die auch in Richtung Raumgestaltung gehen wollen?

Ich wurde schon öfters von Frauen angesprochen, die einen ähnlichen Weg planen und viele Gespräche hatten diese Dinge gemeinsam:

  • Raumgestaltung hat viel mit Talent und Erfahrung zu tun und weniger mit Ausbildung.
  • Wenn du Quereinsteigerin bist: vergiss nicht deinen bisherigen Weg, viele deine bisher erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen brauchst du vermutlich auch als Raumgestalterin. Und das sollte auch in dein Selbstverständnis einfließen.
  • Du musst gut die Bedürfnisse der Menschen wahrnehmen können und sie führen können – sie brauchen deine Sicherheit.
  • Auch wenn du neu in diesen Beruf einsteigst: verkauf dich nicht unter Wert.
  • Auch wenn du dich noch nicht so sicher fühlst am Anfang: die innere Sicherheit wird mit jedem Projekt mehr. Ich denke da oft an den Satz: „Du kannst nicht anfangen und perfekt sein, aber du musst anfangen um perfekt zu werden.“
  • Finde deinen eigenen Weg, um Kunden zu gewinnen. Denn du musst ihn gerne gehen.

Du bist Unternehmerin, aber auch Mutter. Wie vereinbarst du deine Familie mit deinem Beruf und was sind für dich die größten Herausforderungen?

Mittlerweile klappt das recht gut. Ich würde sagen, das liegt an mehreren Punkten:

  • Ich bin in der großartigen Situation ein großes Netz an Menschen zu haben, die auch gerne Zeit mit meinen Kindern verbringen (Freunde, Nachbarn, Großeltern, …).
  • Dazu kommt, dass mein Mann auch selbständig ist und wir uns daher sehr gut abstimmen können.
  • Ich gebe Dinge aktiv und vollständig ab.
  • Ich übe meinen Anspruch an mich zu senken. Ich bin tendenziell auch eher streng mit mir, habe aber in den letzten Jahren gelernt, mehr und mehr locker zu lassen. Mein Körper ist da mittlerweile ein sehr guter Lehrmeister für mich – ich spüre es sofort, wenn ich mir selbst zu viel Druck mache und steuere aktiv dagegen.

Was für mich immer noch stressig ist: in der Früh pünktlich zu Terminen zu kommen und an Tagen, wo viel los ist, mit dem Kopf bei den Kindern zu bleiben, statt in Gedanken abwesend bei der To Do Liste zu sein.

 

Weiterführende Links:

Meine Website: www.endlich-ankommen.at

Facebook: https://www.facebook.com/endlichankommen.at/

 

Bilder: ©Anna Stöcher und Interfoto

    Leave a Reply