FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Darya Schwarz-Fradkova, Die Projektmanagerin

17. März 2020

Darya hat eine tolle Mission: Frauen mehr zum Projektmanagement zu bringen. Da ich sie, ihren Blog und ihr Thema so toll und spannend finde, freue ich mich sehr über die Kooperation und das heutige Portrait mit ihr. Was sie so faszinierend am Projektmanagement findet, wieso sie mit kleinem Gepäck reist und warum sie sich von ihrem Sohn coachen lässt?! Lest weiter! 🙂

 

Liebe Darya, ohne welche fünf Gegenstände verlässt du nie das Haus?

Da bin ich, glaube ich, ziemlich pragmatisch. Mein Vater sagte immer, bevor wir in den Urlaub geflogen sind: „Dokumente und Geld müssen mit – alles andere kann man kaufen.“ So ist es auch geblieben: Schlüssel, Portemonnaie, Handy und eine Flasche Wasser habe ich immer dabei.

Welche drei Eigenschaften würden deiner besten Freundin spontan einfallen, wenn ich sie zu dir befrage?

Das habe ich validiert 🙂 neugierig, kommunikativ, zuverlässig

Gib uns doch bitte einen Überblick über deinen beruflichen Werdegang und wie du zum Thema Projektmanagement gekommen bist.

Nach 2 Jahren in der klassischen Unternehmensberatung mit viel Zeit beim Kunden und wenig Freizeit, hatte ich eine kleine Sinnkrise und wollte einen Beruf mit mehr Sinn ausüben. Dabei möchte ich sagen, dass dieser Sinn ein sehr persönliches Anliegen ist und jede von uns unterschiedliche Tätigkeiten als sinnvoll erachtet. Ich selbst arbeite weiter in der Beratung, aber berate die öffentliche Hand anstelle der Privatwirtschaft. Dabei war Projektmanagement immer der rote Faden in meinem Beruf. Auch wenn die Inhalte der Projekte immer sehr unterschiedlich waren, so mussten sie alle gemanagt werden. Seit 2017 betreibe ich einen Blog über Frauen im Projektmanagement.

Wie bist du zu deinem Blog gekommen?

In meinem beruflichen Umfeld fehlten mir ab einem bestimmten Punkt die weiblichen Vorbilder. Also Frauen, zu denen ich aufschauen konnte und die mich inspirierten, einen ähnlichen beruflichen und privaten Weg einzuschlagen. Ich hatte zwar viele männliche Vorbilder, aber mir war schon damals – bevor ich Mutter geworden bin – klar, dass diese in anderen Lebenswelten zu Hause waren und somit viele meiner Lebensumstände und damit verbundenen Fragen nicht nachvollziehen können. Also machte ich mich selbst auf den Weg nach Vorbildern und habe angefangen, tolle Projektmanagerinnen über ihr berufliches und privates Leben zu interviewen. So habe ich unglaublich viel gelernt. Da ich glaube, dass dies auch für andere Frauen interessant sein könnte, war schnell die Idee des Blogs geboren.

Was fasziniert dich so an dem Thema Projektmanagement?

Projektmanagement ist sehr universell anwendbar. Das heißt, dass Projektmanagement-Methoden immer funktionieren und anwendbar sind, sei es, ob man eine kleine Feier oder ein mehrjähriges riesiges IT-Projekt plant. Und das finde ich echt spannend. Das bedeutet nämlich auch, dass man mit Projektmanagement wirklich viele Dinge im Leben angehen und lösen kann. Und das finde ich absolut faszinierend.

Was ist ein guter Projektmanager/eine gute Projektmanagerin für dich?

Für mich ist das jemand, der neugierig ist sowie wahnsinnig gut kommunizieren kann und dadurch alle Projektbeteiligten (Kunde, Team, Management und viele andere) ständig am Projekt involviert hält. Dafür muss man sowohl die große strategische Ebene als auch die Detailebene verstehen und kommunikativ bedienen können. Und dafür muss man wiederum Spaß an der Arbeit mit Menschen haben und diese so annehmen wie sie sind.

Logo „Die Projektmanagerin“

Woran glaubst du liegt es, dass so wenige Frauen im Projektmanagement tätig sind und was ist deine Mission in diesem Bezug?

Tatsächlich glaube ich, dass mehr Frauen Projektmanagerinnen sind als sie selbst von sich denken würden. In vielen Köpfen sind Projektmanager immer noch diejenigen, die riesige Bau- oder IT-Projekte leiten und umsetzen. Dabei hat Projektmanagement in fast jedem Beruf einen mehr oder weniger großen Platz. Für meinen Blog habe ich auch schon Produzentinnen aus der Oper oder Leiterinnen von sozialen Vereinen interviewt und wir haben gemeinsam festgestellt, dass sie auch viel Projektmanagement betreiben.

Trotzdem: Der Anteil von Frauen in so genannten klassischen Projektmanagement-Verwendungen liegt bei unter 30 Prozent. Hierbei ist es mein Ziel, junge Frauen für den Beruf der Projektmanagerin zu begeistern, indem ich mit den Portraits aufzeige, wie facettenreich und spannend dieser Beruf ist. Auf diese Weise hoffe ich einen kleinen Beitrag zur Steigerung des Anteils von Frauen im Projektmanagement zu leisten.

Deine zweite Leidenschaft – neben dem Projektmanagement – ist das Empowerment von Frauen. Wie treibst du diese Leidenschaft voran?

Du hast vollkommen recht, das Vorankommen von Frauen in allen Lebensbereichen liegt mir sehr am Herzen. In erster Linie möchte ich mehr Frauen für das Projektmanagement begeistern, indem ich in meinem Blog erfolgreiche Projektmanagerinnen und ihre Geschichten erzähle. Nebenbei engagiere ich mich als Mentorin für junge Frauen.

Außerdem habe ich mir jüngst vorgenommen, über keine anderen Frauen (vor allem Mütter) zu urteilen. In unserem Alltag neigen wir nämlich alle viel zu sehr dazu, Dinge sofort zu bewerten und dadurch auch zu entwerten. Ich glaube, wenn wir Frauen untereinander – sei es auch nur im Geiste – solidarischer und unterstützender wären, dann wäre die Welt ein besserer Ort. Ich möchte die Lebensentscheidungen und Herangehensweisen anderer Frauen nicht mehr kritisch analysieren und bewerten, sondern sie bei ihrem eigenen Weg unterstützen.

Du bist eine Working Mom. Wie organisierst du dich und was machst du, wenn du an deine Grenzen kommst?

Puh, das ist eine sehr gute Frage. Wie du dir vorstellen kannst, liebe ich es zu planen und freue mich sehr, wenn ein Plan aufgeht. Ich habe in der letzten Zeit mit kleinem Kind aber gelernt, dass ich auf Vieles keinen Einfluss habe. Und so versuche ich mehr Platz für „Unvorhergesehenes und Spontanes“ im Alltag zuzulassen. Wenn ich an meine Grenzen komme, hole ich mir recht bald Hilfe. Das hat bisher zum Glück immer funktioniert. Danke an dieser Stelle an meinen Mann, meine Eltern und Freunde.

Was hast du zuletzt gewagt oder ausprobiert und welche private und/oder berufliche Herausforderung möchtest du als nächstes angehen?

Auch wenn es sich vielleicht für viele ungewöhnlich anhört: Ich habe mir fest vorgenommen, auch mal Dinge auf mich zukommen zu lassen. Wenn man im Projektmanagement arbeitet, hat man immer einen Plan A … und einen Plan B … und manchmal sogar einen Plan C im Kopf. Umso schwieriger ist es dann auch, mal Dinge laufen zu lassen und einfach ohne Plan anzugehen. Für mich ist das ein großer Schritt aus der Komfortzone. Glücklicherweise coacht mein kleiner Sohn mich dabei (ohne, dass er es weiß natürlich), diese Eigenschaft auszubauen und weiterzuentwickeln.

Zu guter Letzt: Was möchtest du der FIELFALT Community mit auf den Weg geben?

FIELFALT ist eine Community, die aus mutigen Frauen besteht, die das Beste aus ihrem Leben machen wollen und einen positiven Beitrag für die Welt leisten möchten. Dafür wünsche ich euch viel Energie, Optimismus und den Mut, eine derart tolle Vision eurer Selbst zu entwerfen, die ihr unbedingt werden wollt.

 

Hier geht es zu Daryas Blog: https://www.die-projektmanagerin.de

 

Bilder: ©Darya Schwarz-Fradkova

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