FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Doris Gross, Journalistin, Bestseller-Autorin und Gründerin von Fempress Media

21. Januar 2020

Die Geschichte von Doris finde ich persönlich besonders inspirierend, denn sie zeigt: Wenn du etwas wirklich willst, kannst du es schaffen! Wie es ihr gelungen ist, nach LA zu ziehen, sich ihr Traumbusiness aufzubauen und immer neue Projekte erfolgreich zu launchen, berichtet sie uns in diesem Portrait.

 

Liebe Doris, ohne welche fünf Gegenstände verlässt du niemals das Haus?

Das wird wohl definitiv mein Handy, meine Handtasche, meine Schlüssel und eine Flasche Wasser sein.

Welche drei Eigenschaften schätzt du selbst am meisten an dir?

Ich bin sehr leidenschaftlich, in dem was ich tue. Wenn ich etwas tue, das ich liebe (bspw. mein Business), dann bin ich sehr verbissen und gebe nicht so schnell auf, wenn es mal brenzlig wird.

Ich bin ein sehr gelassener Mensch und lasse mich nicht sehr schnell von negativen Dingen oder Menschen beeinflussen. Ich habe einfach gelernt, mich von Dingen zu distanzieren, die mir nicht guttun.

Außerdem würde ich mich wohl als sehr optismistisch beschreiben. Ich sehe zwar das Glas nicht immer als halbvoll, hänge aber auch nicht zu lange in der Vergangenheit. Daran lässt sich ohnehin nichts mehr ändern.

Du bist vielseitig interessierst, hast einen Verlag gegründet, veröffentlichst Magazine und Bücher und unterstützt andere in Bezug auf Buchveröffentlichungen. Erzähl uns doch bitte im Detail, was du alles anbietest und machst und was für eine Mission und Vision dahinter steckt.

Mein gesamtes Portfolio widmet sich dem Thema Authentizität und Selbstverwirklichung. Ich habe während meiner Gründung gelernt, dass es mich am meisten vorangebracht hat, wenn ich mich an den Erfahrungen anderer orientieren konnte. Klassische Self-Help Bücher haben mich selten weiter gebracht. Dort habe ich dann auch den Fokus meines Businesses gesetzt: Wir nutzen Vorreitergschichten, um Newcomer zu weiteren Schritten anzuregen, ohne ihnen zu sagen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Wir geben ihnen Inspirationen anhand der Lebenserfahrung unserer Gesprächspartner.

Mittlerweile haben wir daraus auch eine international erfolgreiche Buchserie („Wie hast du das gemacht?“) und drei Magazine geformt. Das erste Magazin ist das SWEET SPOT Magazin mit dem Fokus auf Behind The Scenes-Geschichten erfolgreicher Female Entrepreneurs. Wir zeigen hier auf, wie Unternehmerinnen wirklich erfolgreich geworden sind – und das auf ungeschönte, unpolierte und unmodifizierte Art und Weise.

Das zweite Magazin ist Pure & Positive, welches sich ausschließlich mit positiven Nachrichten beschäftigt. Wir zeigen unseren Lesern mit tollen Reportagen und Interviews, dass auch in schwierigen Zeiten alles nur eine Sache der Perspektive ist.

Und zu guter letzt haben 2019 wir unser erstes Magazin am US-Markt gelauncht: Homemade & Happiness. Dies ist ein Magazin, welches sich um den veganen Lifestyle dreht. Neben eigenen Rezepten (unsere Chefredakteurin ist hier eine wahre Künstlerin) bieten wir einen Rundumblick in Nachhaltigkeit, veganer Kosmetik, veganer Kleidung und tollen Projekten, die sich in irgendeiner Form hier wiederfinden.

Neben unserer journalistischen Arbeit bieten wir ebenfalls unsere Unterstützung im Selfpublishing an. Wir zeigen Female Entrepreneurs, wie sie ihr Buch am Markt platzieren und vermarkten können, damit auch deren Businesses vom Buchlaunch profitieren. Das besondere an unserem Service: Wir nehmen wir unseren Autorinnen das Manuskript nicht einfach aus der Hand oder nehmen ihnen das Entscheidungsrecht an Cover und Text. Wir arbeiten stattdessen mit ihnen zusammen am kompletten Prozess mit voller Transparenz. Zum Anderen gibt es bei uns keinen Tantiemensplit. Wir werden allein für unsere Services in einer Pauschale bezahlt. Alle Umsätze der verkauften Exemplare bleiben bei den Autoren.

Wir wollen, dass unsere Autoren lernen, wie Selfpublishing funktioniert und in der Lage sind, es bei eventuellen weiteren Büchern selbst durchführen zu können, ohne auf das Wohlwollen anderer Verlage angewiesen zu sein.

Du lebst in LA, hast aber dein Business in Deutschland. Wie ist es dazu gekommen?

Ja, diese Frage kommt in der Tat sehr oft. 🙂 Ich bin mittlerweile seit drei Jahren in Los Angeles. Ausgelöst wurde das durch eine Kombination aus über mehrere Jahre plagendem Fernweh (ich wollte schon immer eine längere Zeit in den USA leben) und aus einer unschönen Situation in meinem alten Job, der eigentlich mein Traumjob war und immer noch ist (Journalistin). Ich habe mich irgendwann in meinem alten Job nicht mehr gesehen und gehört gefühlt und habe keine Entwicklungschancen für mich realisiert. Im Januar 2016 habe ich mit tollen Neujahresvorsätzen den Schlussstrich gezogen und mich für ein neues Leben entschieden – natürlich nicht wissend, wie das damals aussehen könnte. Mein erster Entscheid ging nur soweit, dass ich für zwei Monate nach LA gehen wollte um zu recherchieren, wie meine Chance auf ein neues Leben dort stehen würden. Lebenshaltungskosten, Job, Sozialleben und natürlich ein Visum. Long Story Short: Ich wurde kreativ, da es natürlich nicht alles so einfach war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Einen Sponsor zu finden war damals mit dem Hintergrund der begrenzten Ersparnisse, ohne Job und der Tatsache, dass eben diese Ersparnisse auch für einen Neuanfang in den USA ausreichen sollten, nahezu unmöglich. Ich kontaktierte irgendwann eine tolle Immigrationsanwältin, die mir dabei half, mein neues Leben auch in ein Visum zu packen, ich gründete meinen Verlag in Deutschland mit der Absicht, diesen komplett remote aufziehen zu wollen und flog drei Monate später mit One-Way-Ticket nach Los Angeles. Alles andere ist Geschichte.

Was war in Bezug auf den Umzug in die USA und der Gründung von Fempress Media jeweils dein größtes Learning?

Dass eine Businessgründung auch vereinsamen kann und das meine ich nicht einmal auf menschlicher Ebene bezogen. Als Gründerin ist man schnell Einzelkämpferin und hat keine Sparringspartner, es sei denn, man sucht sich bewusst welche. Ich hatte damals keine und das hat mich sehr oft verzweifeln lassen. Ich wusste sehr oft einfach nicht, was ich tun sollte, weil mir auch jegliche Erfahrung als Unternehmerin fehlte. Wenn ich heute drüber nachdenke, weiß ich nicht einmal, ob ich das trotzdem anders machen würde, da ich zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben als Mensch und als Businessowner so gereift bin, wie in dieser Phase.

Auf der anderen Seite glaube ich aber, dass mir meine Leidenschaft für das, was ich mir da aufgebaut hatte, extrem geholfen hat dabei zu bleiben. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, etwas anderes zu tun und wollte es auch nicht. Für mich gab es einfach keinen Plan B und zurückzugehen nach Deutschland kam (und kommt nach wie vor) für mich nicht infrage. Dafür nahm ich auch gerne in Kauf, lange Durststreckem durchzustehen und schlechte Zeiten auszusitzen.

Was vermisst du an Deutschland und was würdest du an den USA vermissen, wenn du wieder nach Deutschland ziehen würdest?

Typisch deutsches Essen ist glaube ich das einzige, was mir wirklich fehlt an Deutschland. Perfektes Brot ist schon Luxus!

Wenn ich zu Besuch in Deutschland bin, merke ich sehr schnell, wie mir das Klima und der Umgang unter den Menschen von LA fehlt. Die Aufgeschlossenheit für neue Dinge, keine Angst vor dem Unbekannten zu haben oder auch nur Gespräche mit Leuten führen zu können, die dich nicht total verwirrt anschauen, wenn du von Selbstverwirklichung oder vom Universum sprichst oder ihnen von neuen unkonventionellen Ideen erzählst, auch wenn diese nie umgesetzt werden. Dann spielt das Wetter natürlich eine große Rolle. Ich bin und bleibe ein Sommerkind, da ist LA natürlich meine Oase.

Du hast viele Ideen und sprühst förmlich vor Energie. Was tust du, wenn du merkst, an dein Limit zu kommen und wie lädst du deine Batterien wieder auf?

Ich schlafe :-). Ich habe schon viele Methoden ausprobiert: Meditation, Spaziergehen usw. Bei Meditationen kann ich aber nicht stillsitzen, das ist nichts für mich und das Spazierengehen gibt mir meistens nur einen Recharge für den Moment.

Ich habe gelernt, dass mein Körper am besten herunterfahren kann, wenn ich ihm vollkommen die Chance dafür gebe. Und das geht bei mir am besten, wenn ich schlafe.

Wenn man mit dir spricht hat man das Gefühl, dass alles möglich ist. Hast du auch manchmal Selbstzweifel? Und wenn ja, wie gehst du damit um?

Ohja, und das nicht selten. Wobei, ich würde es vielleicht nicht Selbstzweifel nennen, sondern eher Planlosigkeit. 🙂 Bevor ich Dinge tatsächlich angehe, wie z.B. das Kreieren eines eigenen Magazins, tüftele ich erst einmal eine lange Zeit für mich hinter verschlossenen Türen und schaue, wie sehr mich diese Sache wirklich begeistert. Kann ich länger als einen Monat mit großer Begeisterung dranbleiben, ziehe ich es durch und versuche, was daraus zu machen.

Ich halte mich außerdem davon fern, jede Idee gleich mit anderen zu besprechen, es sei denn, es betrifft andere Personen.

Das Commitment von 2016 zu einem neuen Leben geht auch mit der Entscheidung einher, es so zu tun, wie ich es machen möchte. Living on my own terms. Ich sehe es manchmal als große Last, wenn ich externe Meinungen zu meinen Ambitionen bekomme, da mich diese unter Umständen auch sehr verunsichern können. Ich habe gelernt, dass andere nicht das wollen, was ich will und ich nicht das will, was andere wollen. Also ist deren Meinung dazu auch irrelevant.

Ich bin ich natürlich bereit, darüber zu sprechen, aber mehr mit der Intention, sie darüber zu informieren, als mich von deren Meinung beeinflussen zu lassen. Wenn es schief geht, habe ich so niemanden, der mir mit erhobenem Finger sagen kann „Aber ich hab´s dir doch gesagt!“ … Und wenn es erfolgreich wird, dann ist es ohnehin mein Gewinn. 🙂

Ich liebe es, Dinge schön zu gestalten und möchte es so professionell wie möglich wirken lassen, am besten so, dass man nicht sieht, dass ich nach wie vor eine One-Women-Show hinter Fempress Media bin. Das hat mich aber auch schon einige Nerven gekostet. In der Regel brauche ich deshalb länger als andere, aber dafür liebe ich das Resultat.

Wenn mal Selbstzweifel kommen, gehe ich am besten damit um, indem ich mir andere Menschen anschaue, die das erreicht haben, was ich vorhabe. Das motiviert mich am meisten und gibt mir den nötigen Kick, aus meinem Motivationstief wieder rauszukommen.

Was ist dein Ziel und deine Vision für die kommenden fünf Jahre?

Ich möchte in den nächsten 5 Jahren mein Business soweit expandieren, dass ich ein neues Office in LA aufmachen kann. Mein langfristiges Ziel ist ein Magazin zu haben, das in verschiedenen Ländern in der jeweiligen Sprache erscheint, jedes Land mit seiner eigenen Ausgabe.

Was hast du zuletzt gewagt oder ausprobiert und welche private und/oder berufliche Herausforderung möchtest du als nächstes angehen?

Derzeit übe ich mich darin, mich mehr als Teil meiner Brand zu zeigen und mehr Persönlichkeit meinerseits einfliessen zu lassen. Ich hatte nie Probleme damit, mich als Frau hinter dem Business zu zeigen. In den letzten Monaten ist das allerdings aus Zeitmangel und aufgrund der herausfordernden Balance mit einem zweijährigen Kind etwas eingeschlafen. Derzeit arbeite ich an dem Launch unseres neuen Podcasts „Wie hast du das gemacht?“. Das wird für mich auch wieder eine neue Erfahrung, da ich noch nie einen Podcast geführt habe.

Zu guter Letzt: Was möchtest du der FIELFALT Community mit auf den Weg geben?

Ich denke, am fördernsten in dem ganzen Lernprozess – ob beruflich oder privat – ist es, die Gedanken an die Konsequenzen auszublenden und einfach zu tun. Mir ist auch vollkommen bewusst, dass das nicht immer so einfach ist (das weiß ich ebenfalls aus eigener Erfahrung). Wenn wir jedoch mal genauer hinschauen, treten 95 % der Befürchtungen, die wir uns regelmäßig emotional aufladen, ohnehin nie ein. Das ist für mich persönlich Grund genug, Dinge einfach zu wagen. Und mal ganz nebenbei: So habe ich zeitgleich meine komplette Businessgründung, meine Auswanderung und meine Schwangerschaft innerhalb von 9 Monaten gemanagt … Nicht daran zu denken, was alles passieren kann, hat mir geholfen, funktional zu denken und einfach einen Schritt nach dem anderen zu gehen.

 

Doris Gross kommt ursprünglich aus Deutschland, lebt aber mittlerweile mit Sohn und Freund in Los Angeles, USA. Doris ist Journalistin, Bestseller-Autorin und Gründerin von Fempress Media und SWEET SPOT, dem Online-Magazin für ambitionierte Frauen. Mit der Buchreihe „Wie hast du das gemacht“ ist sie zur Besteller-Autorin geworden: https://whddg.fempressmedia.com

Link zum Magazin SWEET SPOT: https://sweetspotmagazin.com sowie https://www.facebook.com/sweetspotmagazinde und https://www.instagram.com/sweetspotmagazin/ als auch https://www.pinterest.com/sweetspotmagazin/

 

Titelbild: ©Doris Gross

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