FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Eva Teja Tschiderer, Doula & Sacred Femininity Coach

15. Juni 2021

Eva Teja Tschiderer hat sich beruflich ganz der Weiblichkeit verschrieben und bietet unglaublich schöne Retreats und Programme an. Wie es dazu kam, dass sie Feminity Coach und Doula geworden ist, was eine Doula überhaupt macht, was für sie Weiblichkeit ist und was dieses Jahr noch alles bei Eva ansteht, lest ihr in diesem Portrait.

 

Liebe Eva, hast du ein bestimmtes Morgen- oder Abendritual? Und wenn ja: Wie sieht dies aus?

Ich habe Phasen, in denen ich ein Morgenritual habe und dann Phasen, wo ich einfach frei in den Tag lebe. Ich erlaube mir das auch, weil auch das zyklisch leben bedeutet. Wenn ich eine Morgenroutine habe, dann sieht sie meistens in etwa so aus: Heiße Zitrone trinken, Tagebuch schreiben, 10 Seiten in einem Buch meiner Wahl lesen, meditieren.

Wie würde dich deine beste Freundin/dein bester Freund beschreiben?

Sie würde sagen, dass ich eine starke, klare und beeindruckende Frau bin, die zielstrebig und mit Gerechtigkeitssinn und mit viel Leidenschaft ihren Tätigkeiten nachgeht. Und dass ich in meiner Ausdrucksstärke sowohl Sanftheit als auch Weisheit vereine und eine loyale Freundin mit großen Herzen bin. (Ihre Worte, ich habe tatsächlich nachgefragt!)

Du bist (unter anderem) Doula. Bitte beschreibe uns doch, was eine Doula genau macht.

Eine Doula ist eine Geburtsbegleiterin, die im Gegensatz zur Hebamme nur für das emotionale und seelische Wohl der Mutter und der Familie da ist. Ich unterstütze Schwangere daher schon während der Schwangerschaft und in der Vorbereitung auf die Geburt und bin dann auch während der Geburt anwesend. Es ist ein bisschen so, als hätte man eine gute Freundin bei der Geburt dabei, die weiß, was man gerade braucht, geburtserfahren ist, den Partner/die Partnerin auch mal ablösen oder unterstützen kann. Im Wochenbett kümmere ich mich dann um den Haushalt, helfe, die Geburt emotional zu verarbeiten und unterstütze die Mutter auch dabei, in ihrer neuen Rolle anzukommen.

Außerdem bezeichnest du dich als Sacred Femininity Coach. Was genau verbirgt sich dahinter und was bietest du alles rund ums Thema Weiblichkeit an?

In unserer Gesellschaft werden die meisten mit Weiblichkeit assoziierten Themen als negativ oder weniger wert dargestellt. Mein Ziel als Sacred Femininity Coach ist es, Frauen wieder in ihre weibliche Kraft zu bringen, die uns durch das Patriarchat und die männliche Arbeitswelt so oft entzogen wird. In meiner Arbeit geht es einerseits viel um Wissensvermittlung rund um den weiblichen Zyklus und Körper, und andererseits darum, dass Frauen sich mit ihrer Weiblichkeit versöhnen. Ich halte Workshops, Retreats und Jahresprogramme, wo Frauen durch Meditationen, Bewegung, Austausch und Berührung in Kontakt mit ihrer Weiblichkeit treten und ihre Wunden in diesem Bereich heilen können.

Was zeichnet für dich Weiblichkeit aus?

Weiblich sein ist eine Qualität, die alle Menschen in sich tragen. Ich definiere Weiblichkeit für mich als eine Verbundenheit mit der schöpferischen, kreativen, nährenden, sanften, starken, zarten, lebensbejahenden, kraftvollen, transformierenden, zyklischen, verbindenden, intuitiven, in-sich-ruhenden, verwurzelten Energie.

Wichtig ist dabei, dass wir Qualitäten, die wir mit Weiblichkeit verbinden, nicht abwerten und das tun die viele Menschen leider bewusst oder unbewusst.

Wie können wir uns deinen Alltag vorstellen?

Sehr abwechslungsreich würde ich sagen. Ich arbeite mit dem Zyklus statt gegen ihn und nutze meine Phasen dafür sehr unterschiedlich. In der ersten Zyklusphase konzentriere ich mich auf Einzelsessions, Podcast Interviews und Workshops. Außerdem versuche ich Kooperationen einzugehen und viel mit anderen Menschen Ideen auszutauschen. Nach dem Eisprung, in der zweiten Phase, bin ich mehr nach innen orientiert und kümmere mich um Strategie, Kundenservice, Organisation und Kursplanung für meine Online Kurse.

© Andreea Mercurean

Wie ist es dazu gekommen, dass du Frauen rund um ihr Frausein begleitest und wie sahen deine beruflichen Meilensteine davor aus?

Ich fange besser mit den Meilensteinen an, denn die haben mich dorthin gebracht, wo ich heute bin.
Ich habe ursprünglich Kulturwirtschaft studiert und habe im Eventmanagement gearbeitet. Zeitgleich habe ich nach meinem Studium aber mit der Meditations- und Yogalehrerinnenausbildung begonnen. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon seit einiger Zeit an massiven Menstruationsproblemen litt und von Seiten der westlichen Medizin keinerlei Hilfe kam, habe ich begonnen, mich mehr in das Thema Frauengesundheit einzulesen. Irgendwann kam dann der Punkt, wo ich beschlossen habe, mich Vollzeit selbständig zu machen und meine Arbeit der Frauengesundheit zu widmen. Inzwischen lässt es mich nicht mehr los und ich bilde mich auch ständig weiter, weil es so spannend ist.

Was ist für dich das Schönste an deinem Beruf?

Wenn Frauen weich werden, die Tränen fließen und sie zulassen, sich durch meine Arbeit wirklich berühren zu lassen. Da geschieht oft so eine Erleichterung. Das macht mich immer unglaublich dankbar und ich bin voller Freude, dass ich diese Arbeit machen darf.

Was würdest du den Leserinnen raten, die tiefer in ihre Weiblichkeit eintauchen möchten?

Sich mehr mit dem eigenen Zyklus zu beschäftigen, mehr Ruhephasen in den Alltag einzubauen und sich Frauenkreise zu suchen, in denen man ganz offen sein und seine Masken fallen lassen kann. Oder eines meiner Retreats zu buchen! 🙂

Was hast du dir in den kommenden Monaten beruflich wie privat vorgenommen?

Beruflich starten in Kürze meine zwei Jahresprogramme (Gaias Töchter & Kriegerin und Königin), auf die ich mich schon sehr freue. Mit meinen Kolleginnen von Vaginal Steaming Austria (vaginalsteaming.at) bringen wir im Mai einen weiteren Kurs zum Thema Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett heraus. Das wohl größte Projekt ist mein Buch, an dem ich gerade schreibe, welches im Herbst 2021 erscheinen wird.

Privat wollen wir bald aus Wien raus ziehen und ein bisschen mehr in die Natur kommen. Darauf freue ich mich schon sehr! Eigentlich bin ich doch ein Kleinstadtmensch… 😉

Zu guter Letzt: Hast du ein Motto, nach dem du lebst?

„Rest is resistance“

 

Weiterführende Links:

instagram.com/eva_teja

www.eva-teja.at

facebook.com/evatejadoual

 

Titelbild: ©Lea Fabienne

    Leave a Reply