FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Gabriela Urban, reiseverrückte Autorin und Bloggerin

28. Oktober 2019

Ich kenne Gabriela über eine Freundin und verfolge seitdem enthusiastisch ihren Weg, ihre Reisen und ihre Abenteuer, im Alltag oder auf ihren Trips, mit und ohne ihren Sohn. Dies könnt ihr auf ihrem Blog Mami bloggt auch tun. Vermutlich hätte Gabriela selbst vor einigen Jahren sich noch nicht träumen lassen, so viel Abentuer und Abwechslungs wahrhaftig zu leben. Denn was jetzt nach einem fantastischen Traum klingt, begann mit einer großen Enttäuschung und Ernüchterung. Was sich seitdem alles getan hat, wie sie ihr Leben selbst in die Hand nimmt, Reisen mit Kind meistert und tief in andere Kulturen eintaucht, beschreibt sie in ihrem Buch Wie Buddha im Gegenwind, absolut zu empfehlen! Weitere Einblicke gibt sie euch in diesem Portrait.

Liebe Gabriela, welche drei Eigenschaften würden deiner besten Freundin spontan einfallen, wenn ich sie zu dir befrage?

Reiseverrückt, passioniert & unternehmungslustig.

Welche Tages- oder Nachtzeit magst du am allerliebsten und warum?

Kommt auf die Tätigkeit an. Zum Arbeiten und Kreativsein mag ich die Zeit zwischen 9-13 Uhr am liebsten, weil ich da meistens am leistungsfähigsten bin. Am schönsten finde ich es, wenn ich meinen Sohn von der Kita abhole und wir noch etwas unternehmen und einfach Zeit miteinander verbringen, zwischen 16-18 Uhr. Am erholsamsten ist es natürlich, wenn das Kind ins Bett geht und ich endlich entspannen und meine Dinge machen kann. Und mein größtes Highlight der Woche ist samstag- und sonntagmorgens der Kaffee im Bett mit der ganzen Familie.

Du bist eine Person voller Kreativität, die den Drang hat, Ideen umzusetzen. An welchen Themen und Ideenrealisierungen arbeitest du momentan?

An vielen. Aktuell bin ich dabei, mein zweites Buch auf den Weg in den Handel zu bringen. Das ist eine extrem spannende Phase! Ansonsten spüre ich gerade in mir den Wunsch, mich beruflich zu verändern und thematisch neu aufzustellen. Wie genau, weiß ich noch nicht. Aber ich habe tatsächlich bereits eine Menge Ideen.

Du hast vor einigen Jahren beruflich eine große Enttäuschung erlebt, die dich emotional sehr mitgenommen hat. Möchtest du uns davon berichten?

Klar! Ich bin damals direkt nach meiner Elternzeit ganz unerwartet gekündigt worden. Das war ein extremer Faustschlag mitten ins Gesicht, der mich echt ins Wanken und Zweifeln gebracht hat. Ich wusste damals nicht genau, wie es weitergehen soll und ich hatte ECHTE Existenszängste, zumal ich irgendwann mir eingestehen musste, dass es für mich als fast 40-jährige Mutter eines Kleinkindes echt schwierig war, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Und natürlich hat die Kündigung sehr an meinem Ego genagt, denn ich hatte die Gründe damals ausschließlich bei mir gesucht und mich irgendwie dafür geschämt. Es hat echt lange gedauert, bis ich ganz offen aussprechen konnte: Ich wurde gekündigt!

Wie hast du es geschafft, aus dieser Krise herauszukommen und dein Leben von Grund auf umzukrempeln?

Irgendwann war der Zeitpunkt da, in dem ich mir gesagt habe: «Entweder du gibst auf und gibst dich geschlagen oder du gehst JETZT einen völlig anderen Weg – ohne dir dabei ständig Sorgen um die Risiken und Unsicherheiten zu machen. Ich entschied mich für den neuen Weg und spürte sofort, wie sich eine Handbremse in meinem Kopf löste und ich endlich ungehindert Gas geben konnte. Das war der Anfang meiner Selbstständigkeit – und ab da an lief es!

Wenn du dein jüngeres Ich treffen würdest: Welchen Rat würdest du dir nach all den Erfahrungen der letzten Jahre geben?

Mach dir nicht so viele Sorgen, plane nicht zu weit im Voraus, denn das Leben hält so einige Überraschungen bereit, und genieße einfach den Moment. Außerdem fährst du besser, wenn du nach Zufriedenheit strebst, als dem großen Glück hinterher zu ächzen.

Du folgst so oft es geht deinem Fernweh und erkundest – am liebsten mit deinem Sohn – fremde Länder. Welches Land hat dich bisher persönlich am meisten beeindruckt und bewegt?

Du kennst mich ja bereits und weißt, dass ich mich in den meisten Ländern sehr wohlfühle. Aber am meisten berührt haben mich wohl die Länder El Salvador und der Kosovo. Beiden Ländern eilt ja echt ein übler Ruf voraus, doch ich habe in diesen Ländern ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Menschen sind sowohl in El Salvador als auch im Kosovo soooo herzlich, offen und freundlich. Die Begegnungen mit ihnen haben mich wirklich sehr berührt!

In deinem Buch „Wie Buddha im Gegenwind“ berichtest du von deinem Lebensmotto, mindestens sieben Monate im Jahr in Flip-Flops unterwegs zu sein. Schaffst du das aktuell? Und hast du noch ein weiteres Motto, an dem du dich orientierst?

Ja, ich schaffe es! Damals am Höhepunkt meiner Krise angekommen, wollte ich irgendwas machen, das so gar keinen Sinn ergibt, damit mein ganzes Leben wieder sinniger wird. Klingt vielleicht etwas paradox, aber mein „Plan“ ging tatsächlich auf. Mit sieben Monaten in Flip-Flops verbringen, habe ich mir vor allem vorgenommen, so viel wie möglich mit meinem Kind zu reisen. Und das tun wir aktuell, zumindest noch so lange, bis mein Sohn eingeschult wird.

Mein anderes Lebensmotto findest du auch in meinem Buch und zwar auf der ersten Seite: «Manchmal muss man mit beiden Händen loslassen, um wieder neu greifen zu können». Ich finde, dass man es auf viele Lebenssituationen transferieren kann.

Was hast du zuletzt gewagt oder ausprobiert und welche private und/oder berufliche Herausforderung möchtest du als nächstes angehen?

Oh, das ist eine sehr gute Frage! Gerade was mein privates Leben betrifft, finde ich das ganz schwierig zu beantworten. Also abgesehen von meinen vielen Reisen in neue Länder, versuche ich meine alberne Höhenangst in den Griff zu bekommen. Letztens bin ich mit einer Seilbahn auf einen hohen Berg über einen Fluss gefahren, ohne Augen zumachen! Das war echt eine riesige Herausforderung für mich! Ansonsten denke ich schon seit Jahren darüber nach, mir ein Rennrad zu kaufen – vielleicht mache ich das nächstes Jahr tatsächlich …

Beruflich probiere ich ständig etwas Neues aus, denn ich liebe es neue Themen anzugehen, sie mir anzueignen oder mich neuen Herausforderungen zu stellen. Neulich zum Beispiel war ich live im Radio. Du kannst mir glauben, ich hatte vorher echt nassgeschwitzte Hände, aber es hat total Spaß gemacht. Als nächstes würde ich gerne einen eigenen Podcast starten, meinen YouTube-Kanal aufbauen, meine Workshops ausbauen wollen – und wer weiß, vielleicht auch ein drittes & viertes Buch schreiben. Ja, das wären so die beruflichen Herausforderungen, die ich gerne als nächstes angehen möchte.

Zu guter Letzt: Was möchtest du der FIELFALT Community mit auf den Weg geben?

Einfach machen ohne ständig zu überlegen, ist oft der bessere Weg. Und lieber sich an den kleinen Erfolgen freuen und Stolz auf sich sein, als sehnsüchtig auf den ganz großen Erfolg zu warten.

 

Eine Leseprobe von Gabrielas Buch „Wie Buddha im Gegenwind“ findet ihr unter: https://mami-bloggt.de/reisebuch-wie-buddha-im-gegenwind-exklusive-leseprobe-download

Weitere Informationen zu ihrem Buch: https://mami-bloggt.de/category/reisebuch-wie-buddha-im-gegenwind

Gabriela ist neben ihrer Website https://mami-bloggt.de/ auch bei Instagram und Facebook zu finden: https://www.instagram.com/mami.bloggt/ und https://web.facebook.com/mami.bloggt/

 

Foto: ©Isabela Pacini

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