FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Jana Fiaccola, Unternehmerin, Coach, Trainerin

29. Juni 2020

Jana habe ich auf einem Kongress kennen gelernt, als wir beide unsere iPhones aufladen mussten und die Nähe zu Steckdosen suchten. Wir kamen ins Gespräch und ich dachte gleich: Wow, ist das eine authentische und sympathische Person. Jana hat im Bereich Online Marketing als Angestellte Karriere gemacht, bis sie sich entschlossen hat, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen. Mit viel Ideen und Tatendrang, aber ohne Allüren geht sie in Projekte rein und möchte starke Führungspersönlichkeiten und Teams entwickeln. Was sie an der Arbeit mit Menschen begeistert, wie es zu ihrer Selbständigkeit kam und welche Learnings sie von einem Hund praktisch gratis erhalten hat, schildert sie uns in diesem Portrait.

 

Liebe Jana, welche drei Eigenschaften schätzt du besonders an Anderen?

Optimismus, Offenheit, Tatendrang.

Ohne was verlässt du niemals das Haus?

Also nicht “nie” aber fast nie – meine Trinkflasche. Ich bin ein kleiner Wasser-”Junkie”. Ich bin daher fast immer mit einem kleinen Rucksack unterwegs.

Du hast Karriere gemacht, warst Teil der Geschäftsleitung und hast dich dann Anfang 2019 selbständig gemacht. Bitte gib uns doch einen Überblick über deine beruflichen Meilensteine.

Ich liebe innovative Strategien und Technologien. Daher war der Bereich Online Marketing, in dem ich insgesamt 13 Jahre gearbeitet hat, perfekt für mich. Den Großteil meiner Zeit habe ich auf Agentur-Seite verbracht und dort mit Kunden aus unterschiedlichen Branchen und Ländern zusammengearbeitet.

Angefangen habe ich bei einer Agentur, dem damaligen Marktführer im Bereich Suchmaschinenmarketing. Ich habe dort recht schnell meine erste Führungsrolle eingenommen. Danach war ich als Head of Online Marketing bei dem Reiseportal weg.de und habe dort mein wohl größtes Projekt im Bereich Suchmaschinen-Optimierung mit dem Inhouse Team umgesetzt. Ich freue mich heute noch, wenn ich daran denke.

Vor neun Jahren wechselte ich dann zu meiner letzten Firma. Wieder eine Agentur, wieder seinerseits Marktführer und Teil des globalen Medianetzwerks GroupM.  Zunächst war ich als Produktmanager für die strategische Entwicklung des Bereichs Suchmaschinenmarketing zuständig sowie für die Themen Process Optimization &-Automation. Ich habe den Rollout in Europa begleitet, Inhouse- und Partner-Technologien weiterentwickelt und den Bereich nach außen vertreten, z.B. durch Vorträge. Vier Jahre später war ich als Managing Partner für die von mir als Produktmanager entwickelt lokale Suchmaschinen-Marketing-Lösung sowie für die Themen Data Analytics, E-Commerce und SEO zuständig. Hier ging es vor allem darum, (neue) Geschäftsbereiche weiter aus- oder aufzubauen und Kollegen zu entwickeln.

Wie kam es dann letztendlich zur Selbständigkeit?

Ich hatte schon viele Jahre mit dem Gedanken gespielt, mich irgendwann selbständig zu machen und Unternehmen dabei zu unterstützen, sich noch besser aufzustellen. Dafür habe ich schon 2009 meine erste Fortbildung – als Mediatorin – gemacht. Als ich noch mitten in meiner Coaching-Ausbildung war, kam mir im Sommer 2018 der Gedanke “jetzt oder nie” und “nie”, das klang einfach nicht gut für mich.

Warum selbständig? Ich “erschaffe” gerne Dinge und wollte daher auch lieber ein eigenes Unternehmen gründen als meine neue Karriere in einer Firma zu starten.

Was waren zu Beginn der Selbständigkeit die größten Herausforderungen für dich?

Nun ja, außer dem Willen, eine neue Karriere als Coach und Trainerin zu starten, war nicht viel da. Ich brauchte nicht nur eine Webseite, sondern auch ein Coaching-Konzept. Wen will ich coachen und wie? Auf welche Inhalt möchte ich mich fokussieren und unter welchem Namen möchte ich das machen?

Sich auf die neue Situation einzustellen war erst mal nicht so einfach. Sich neue Dinge auszudenken und Texte zu schreiben braucht Zeit und Muße. Ich musste mir also bewusst machen, mir keinen Druck zu machen, damit ich am Ende mehr davon habe. Nicht nur für ein besseres Ergebnis, sondern auch, um den ganzen Prozess genießen zu können.
Es war anstrengend, aber hat wahnsinnig Spaß gemacht. Außerdem habe ich viel gelernt. Beispielsweise, wie man selbst eine Webseite aufsetzt.

Was ist für dich das Schönste daran, selbständig zu sein?

Das tun zu können, woran mein Herz hängt. Außerdem genieße ich es sehr, auch mal aus einem gemütlichen Cafe – im In- oder Ausland – an meinen Ideen arbeiten zu können.

Und worauf könntest du gerne verzichten?

Buchhaltung. Ich habe mir daher auch Unterstützung geholt.

Was ist deine Vision und was sind deine Ziele für die Zukunft?

Ich möchte Menschen und Unternehmen aktiv dabei unterstützen, ihr volles Leistungspotenzial zu leben. Das kann für mich nur mit Fokus auf den Menschen gelingen. Nur wenn sich jeder voll einbringen kann und darf, kommen Unternehmen langfristig voran. Das spiegelt sich auch in meinem Claim wieder: powerful leaders, powerful teams – because business success is all about people.

In meinem Team Coachings werde ich ab sofort vermehrt Lernprojekte einfließen lassen. Meiner Meinung nach sind sie der effektivste Weg, um Veränderungen anzustoßen. Ich liebe Effizienz.

Weiterhin werde ich meine bisherigen Kurse weiter ausbauen bzw. weitere Vertiefungsmodule erstellen – sei es im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, Selbstorganisation, Kommunikation oder Umgang mit Konflikten – und schrittweise auch eine Online Academy für Unternehmen aufbauen. Diese dann nicht nur in Deutschland, sondern später auch europaweit anbieten.

Du hast einen Hund und du sagst selbst, dass du durch ihn bzw. sie viel gelernt hast. Kannst du uns Beispiele dafür geben?

Durch meinen Hund Buffy habe ich mir antrainiert, mich immer mal wieder bewusst zu strecken und ein kleine Pause zu machen. Außerdem finde ich es sehr inspirierend, wie Hunde sich einfach immer über alles freuen können. Sie leben im Hier und Jetzt und genießen, was da ist.

Da ist aber auch ein ganz spezielles Erlebnis, das ich hier noch kurz teilen mag: Letzten Sommer waren wir auf Korsika. Es war ziemlich warm, daher wollte wir Buffy im Wasser etwas abkühlen. Sie hat sich gewehrt und wollte immer gleich wieder raus, weil sie Wasser nervig findet und auch etwas ängstlich ist. Doch dann haben zwei Kinder angefangen, im Wasser Ball zu spielen. Buffy ist ein regelrechter Ball-”Junkie”. Sie ist also gleich ins Wasser gehüpft und immer zwischen den beiden Kindern hin und her geschwommen. Bestimmt 15 Minuten lang, bis wir sie rausgeholt haben. Man braucht ein Ziel, es muss sehr attraktiv sein, dann ist man wahnsinnig motiviert und bringt auch die Energie dafür auf, es zu erreichen. Sorgen sind auf einmal wie weggeblasen.

Zu guter Letzt: Was hast du zuletzt privat wie beruflich gewagt und welche Herausforderungen möchtest du als Nächstes angehen?

Ich habe mich letztes Jahr getraut, unseren Transporter weiter zum Camper auszubauen. War ganz schön viel Arbeit – vor allem unseren Küchenkiste – aber es hat sich gelohnt! Ich wollte die eierlegende Wollmilchsau und jetzt habe ich sie.

Selbständigkeit war natürlich ein großes berufliches Wagnis bzw. dachte ich das immer. Dabei war es am Ende halb so wild. Meine Erfahrung: Wenn man sich auf den Weg macht und positiv ist, dann ergibt sich Vieles unterwegs.

Ich habe noch ein paar Projekt-Ideen, die ich schrittweise umsetzen möchte: Online Video Kurse für Unternehmen, eigene Resilienz-/Workshops bzw. Reisen für Führungskräfte, auch einen Planer für Führungskräfte und Mitarbeiter mit Tipps & Tools, um sich persönlich und als Team weiterzuentwickeln.

Außerdem möchte ich meine alte Erfahrung im Bereich Data noch stärker mit meinem Leistungsangebot verzahnen.

 

Weiterführende Links:

https://viteamin-b.de/

https://www.linkedin.com/in/jana-fiaccola/

https://www.xing.com/profile/Jana_Fiaccola

 

Titelbild: ©Jana Fiaccola

 

 

Facebookpinterestlinkedinmail

    Kommentiere den Beitrag