FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Uta Dombrowe von Airbus

26. November 2019

Ich freue mich, euch heute eine liebe Freundin von mir vorzustellen: Uta Dombrowe, Führungsperson bei Airbus. Wir haben uns damals als neu Zugezogene in München kennen gelernt und zum Glück seitdem nicht aus den Augen verloren. Sie ist für mich persönlich eine Inspirationsquelle, wenn im Job- und Familientrubel kurzzeitig meine Energie abhanden kommt, denn sie jongliert auch tagtäglich mit vielen Bällen und bleibt dabei ihren Prinzipien treu. Im heutigen Portrait über Uta erfahrt ihr, wie es ist, mit drei kleinen Kindern immer neue Herausforderungen in einem Konzern anzunehmen, wie sie sich mit ihrem Mann in Bezug auf die Kinderbetreuung aufteilt und wie sie selbst bei allen To Dos und Herausforderungen nicht untergeht.

Liebe Uta, wie startest du deinen Tag?

Mein Tag startet in der Regel sehr früh. Damit ich in Ruhe in den Tag komme, stehe ich eine Stunde eher auf als meine Kinder, d.h. der Wecker klingelt spätestens um 06:00. Nach der Dusche brauche ich in jedem Fall erstmal einen starken Kaffee und dann werden auch die Kinder nach und nach wach.

Welche drei Eigenschaften würden deiner besten Freundin spontan einfallen, wenn ich sie zu dir befrage?

Verbindlich, organisiert und kontaktfreudig.

Und welche drei Eigenschaften würden deinem Team zu dir einfallen?

Verlässlich, „supportive“ und ergebnisorientiert.

Du hast bei Airbus schon einige Stationen durchlaufen. Berichte doch bitte, wie du zu dem Unternehmen gekommen bist, wie dein Weg bisher war und was für Bereiche und Tätigkeiten du momentan verantwortest.

Fliegen und Flugzeuge haben mich schon immer interessiert und da lag es irgendwie auf der Hand, sich bei Airbus zu bewerben. So habe ich bei Airbus als Praktikantin im Jahr 2004 während meines Maschinenbaustudiums angefangen. Mein Weg führte mich damals in die A380 Produktion nach Hamburg, dort habe ich erst einmal 3 Wochen in der Produktion im Blaumann gearbeitet, um mich mit den Prozessen vertraut zu machen.

Nach meinem Studium bin ich in diesem Bereich der Produktion geblieben, bin dann auch zwischendurch für mehrere Monate nach Toulouse und St. Nazaire nach Frankreich gegangen. Nach mehreren Jahren in der Produktion bin ich in den Bereich Supply Chain gegangen und daraufhin habe ich dann zu Airbus Defence & Space nach München gewechselt, als Executive Assistent für den Einkaufsleiter. Danach führte mich mein Weg wieder zurück nach Hamburg, wo ich die Verantwortung für die Logistik für die norddeutschen Werke übernommen habe. Nach knapp 3 Jahren habe ich mich dazu entschlossen, die Leitung des Einkaufs für das Airbus Werk in Stade zu übernehmen, wo ich die Verantwortung für ca. 30 Mitarbeiter hatte.

Nach meiner dritten Elternzeit dann wurde ich gefragt, ob ich in den Bereich Human Resources wechseln möchte, um mich um die Themen Competencen, Training & Learning, Recruitment  und Personalmarketing zu kümmern. Da mir diese Themen sehr am Herzen liegen, habe ich zugesagt. Seither arbeite ich für den Bereich HR und fühle mich damit sehr wohl.

Du arbeitest 100%, hast drei Kinder, ein Haus, viele Freunde und weitere Interessen. Wie bringst du alles unter einen Hut? Hast du vielleicht ein Geheimrezept?

Ein Geheimrezept hätte ich auch gerne – nein, leider nicht. Ich denke, ich bin ziemlich organisiert, was meinen Alltag angeht und ich habe mich ganz bewusst dazu entschieden. Tatsächlich ist die gesamte Woche recht gut durchgetaktet. Dafür versuche ich so wenig Termine wie möglich auf das Wochenende zu legen, damit wir als Familie so frei wie möglich entscheiden können, worauf wir Lust haben. Glücklicherweise haben wir aber auch in Hamburg eine gute Infrastruktur, was Kinderbetreuung angeht, sowohl in den Kitas, als auch in der Schule. Das ist hilfreich, da ich mir um die Schließzeiten keine Gedanken machen muss. Und sollte es doch mal nicht nach Plan laufen, springt meine Mutter ein oder unsere Babysitterin.

Du teilst dir alle Aufgaben gleichberechtigt mit deinem Mann. War das von Anfang an klar und wie funktioniert eure Aufgabenteilung genau?

Ja, das war von Anfang an klar und glücklicherweise haben wir da beide am gleichen Strang gezogen. Auch sind wir uns darüber einig, dass wir ggf beide reduzieren würden, sollte es mal nicht mehr so laufen wie wir uns das vorstellen oder die Kinder unter der Situation leiden. Außerdem habe ich den Luxus, mir meine Arbeitszeit wirklich sehr flexibel einteilen zu können. Das schätze ich sehr und es hilft mir, den Tag und die Wochen gut zu planen, sodass immer genug Zeit mit Familie und Kindern bleibt. Auch denke ich, dass es wichtig ist, mit seinem Partner vorab zu klären, wie das Leben mit Kindern nach dem Wiedereinstieg aussieht. Das können wir Frauen sehr bewusst entscheiden, einen Partner an der Seite zu haben, der unterstützt und das Konzept mitträgt. Und am Ende des Tages entlastet uns das natürlich auch als Mütter. Darüber hinaus bin ich fest davon überzeugt, dass es für die Bindung zwischen Vätern und Kindern förderlich ist, wenn sie sich ebenso gleichberechtigt einbringen wie die Mütter. Damit meine ich nicht nur ab und an mal die Kinder abholen, sondern auch zum Arzt gehen, sich um die Kinder kümmern, wenn die Frau auf Dienstreise ist, Hausaufgaben machen, zu den Ballettstunden bringen usw. Wir als Eltern agieren hier auch als Vorbild und können so unseren Töchtern und Söhnen zeigen, dass es nicht nur ein traditionelles Model gibt, sondern ganz viele Varianten des Familienlebens.

Oft nagt an Müttern das schlechte Gewissen den Kindern gegenüber, aber auch dem Job gegenüber. Wie ist es bei dir und wie gehst du damit um?

Das kenne ich  natürlich auch nur allzu gut. Vor allem bei meinem ersten Kind hatte ich ein furchtbar schlechtes Gewissen, als ich nach fünf Monaten wieder in den Job eingestiegen bin und auch bei meinem zweiten Kind nach sechs Monaten fühlte ich mich meinen Kindern gegenüber meist schlecht. Das Gute war, dass mein Mann dann in Elternzeit gegangen ist für sechs Monate (einen Monat hatten wir dann noch zusammen), somit wusste ich, dass beide gut aufgehoben und betreut waren. Bis heute ist mein Mann bis auf einige Freunde eine absolute Ausnahme, was die Nutzung der Elternzeit angeht. Persönlich finde ich es sehr schade, dass Väter nicht mehr als die zwei Monate Elternzeit nehmen. Es ist eine tolle Möglichkeit, den Kindern näher zu kommen und sich gleichberechtigt einzubringen. Bei meinem dritten Kind wurde es dann besser mit dem schlechten Gewissen und mittlerweile weiß ich, dass ich nicht alles perfekt machen muss, das frisst viel zu viel Energie und ist auch nicht realistisch. Ich gebe mein Bestes, im Job wie mit meinen Kindern. Wichtig ist die Zeit, die wir zusammen verbringen, mit so viel „quality time“ wie möglich zu füllen.

Wie lädst du deine Batterien wieder auf neben all deinen täglichen To Dos?

Sport und Yoga helfen mir sehr viel, den Kopf frei zu bekommen. Und ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad in die Arbeit. Außerdem treffe ich bzw. treffen wir uns regelmäßig mit Freunden, damit auch mal andere Themen ausgetauscht werden als nur Arbeit und Kinder.

Was hast du zuletzt gewagt oder ausprobiert und welche private und/oder berufliche Herausforderung möchtest du als nächstes angehen?

Mein letztes Wagnis: Ich habe mir eine grasgrüne Regenhose zum Fahrradfahren gekauft. 🙂 Nein, Spaß beiseite … Das Leben mit drei kleinen Kindern und dem Vollzeitjob ist meiner Meinung nach jeden Tag ein Wagnis. Ich habe mich mit jedem Kind entschlossen, einen weiteren Karriereschritt zu gehen, wohl wissend, dass es jedes Mal eine Herausforderung wird. Für alle Beteiligten. Insbesondere mein letzter Schritt zu HR war ein Wagnis, da es für mich eine komplett neue Funktionen bzw. Bereich war, der als Hauptfokus den Menschen und nicht ausschließlich das Produkt Flugzeug hat. Sozusagen habe ich meine Komfortzone verlassen. Es hat sich sehr gelohnt und ich kann sagen, dass ich meinen Job wirklich  liebe.

Und ich habe im Sommer 2019 das erste Mal an einem Toastmaster Event in Hamburg teilgenommen. Eine sehr spannenden Erfahrung die ich nur empfehlen kann.

Privat wollen wir kommendes Jahr das erste Mal mit allen drei Kindern eine Flugreise unternehmen. Das wird vermutlich auch nervlich gesehen eine Herausforderung, da wir bisher hauptsächlich in Europa mit dem Auto Urlaub gemacht haben. Darüber hinaus habe ich mich wieder meiner Leidenschaft, dem Pferdesport, gewidmet nach fast 20 Jahren Pause. Als ich das erste Mal wieder auf dem Pferd saß, wusste ich, warum ich diesen Sport so liebe.

Zu guter Letzt: Was möchtest du der FIELFALT Community mit auf den Weg geben?

Seid mutig, wir können viel mehr als wir denken und habt Spaß dabei!

 

Falls ihr euch mit Ua verbinden möchtet, kontaktiert sie über LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/uta-dombrowe-94254015b/

Mehr über Jobmöglichkeiten bei Airbus findet ihr unter: https://www.airbus.com/careers.html

Fotos: ©Helen Fischer

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