FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Yannicka Kappelmann, Gründerin von Körpergut

2. Dezember 2019

Yannicka wirkt nicht nur wie eine Trainerin, sondern wie ein Coach: Jemand, der dich mitreißt, der dich antreibt, der dich aber auch wieder aufbaut. Mit ihrem Unternehmen Körpergut bietet sie für verschiedene Zielgruppen und Levels Trainings an, aber mittlerweile auch ganzheitliche Gesundheitsprogramme. Wieso ihr diese gesamtheitliche Betrachtung so wichtig ist und wie sie eher ungeplant ihr Unternehmen aufgebaut hat, berichtet sie uns in diesem Portrait. Und ihr dürft euch auch schon freuen: Yannicka plant, nach Deutschland zu expandieren!

 

Liebe Yannicka, wie startest du deinen Tag?

3-4 Tage in der Woche starte ich meinen Tag bereits um 5:30 Uhr – dort heisst es dann einfach schnell anziehen, Zähne putzen und rauf aus Fahrrad, denn um 06:10 Uhr gebe ich bereits mein erstes Training. Die anderen Tage versuche ich es ein wenig langsamer anzugehen, denn eigentlich liebe ich den Morgen für mich, ich bin super produktiv und frühstücke nebenher gerne ausgiebig.

Welche Eigenschaft magst du besonders an dir?

Ich gehe offen auf Menschen zu und entwickel bei gemeinsamer Arbeit schnell ein gutes Gespür für ihre Bedürfnisse und Probleme.

Du hast damals sozusagen selbst deinen Traumjob kreiert und Körpergut gegründet. Berichte doch bitte, wie es dazu kam.

Ich bin Anfang 2015 nach meinem Sportstudium in die Schweiz gekommen (mein Freund ist Schweizer und hat damals noch studiert). Also dachte ich mir, ich komme einfach mal in die Schweiz und gucke, was sich so ergibt. Leider war das anfangs gar nicht viel. Ich habe angefangen, in einem Café und bei einem Fitnessanbieter für Bootcamps zu arbeiten. Nebenbei konnte ich bereits unseren Ultimate Frisbee Club in Bern bei der Trainingsplanung unterstützen und im Winter Trainings leiten, zeitgleich habe ich angefangen, Outdoor Fit Trainings mit Freunden zu machen. Bereits nach kurzer Zeit sind dann auch Freunde von Freunden dazu gekommen und ich habe meine Selbstständigkeit angemeldet. Nach einiger Zeit bei dem Fitnessanbieter habe ich gemerkt, dass die Trainingsphilosophie nicht mit meiner übereinstimmt und ich habe beschlossen, mein eigenes Ding zu machen. Viele Kunden fanden die Idee toll, wollten weiter mit mir trainieren und sind so mit mir mitgekommen – was ein Glück, ohne sie wäre es definitiv nicht möglich gewesen. So ist Körpergut gestartet.

Was bietest du mit Körpergut an und was ist dein Ziel?

Hauptsächlich funktionelle, ganzheitliche Trainings: Early Bird Bootcamp, Outdoor Fitness, Mama Fitness, Personal Trainings.

Mein Leitsatz lautet: Körpergut. Mein Körper. Mein Gut. Das trifft so ziemlich genau, was ich mache. Ich will den Kunden eine Möglichkeit/einen Ort bieten, an dem die Gesundheit und das Wohlbefinden am erster Stelle steht. Bei mir geht es natürlich auch darum, dass man sich auspowert, aber alles immer unter dem Aspekt einer guten Übungsausführung. Ich denke, die Gesundheit und der Spaß an Bewegung sollten immer Vorrang haben.

Seit einiger Zeit biete ich auch Neuromuskuläres Screening an. Dies ist eine Kombination aus Osteopathie, Kinesiologie und traditioneller chinesischer Medizin. Hierbei finde ich über Muskeltest heraus, wo Blockaden, Probleme, etc. im Körper sind. Anschliessend versuche ich, diese über einen Muskel- und Faszienrelease sowie Akupressurpunkte zu lösen, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und so dem Körper zu helfen, sich selbst weiter zu heilen. So werden nicht nur Schmerzen beseitigt und das Immunsystem gestärkt, sondern auch die Leistung gesteigert.

Im nächsten Jahr will ich mit einer Freundin gemeinsam ein Retreat anbieten, in dem es nur um uns Frauen und unsere Me-Time geht. Einfach mal Zeit für sich, gepaart mit gemeinsamem Kochen, Yoga, Meditation, Coachings und natürlich Neuromuskulären Screenings sowie gemeinsamem Austausch.

Die Fitnessindustrie ist unheimlich umkämpft. Wie schaffst du es, damit umzugehen?

Tatsächlich mache ich mir darüber wenig Gedanken. Ich war schon immer so: einfach mal ausprobieren, ich habe ja nicht viel zu verlieren. Ich lege viel Wert darauf, meine Kunden ganzheitlich zu betreuen und zu begleiten. Dieser hohe Qualitätsanspruch an mich selbst ist sicherlich ein entscheidender Faktor, um bestehen zu können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Leute, die zu mir kommen, in der Regel auch lange bleiben.

Würdest du deinen bisherigen Lebensweg (beruflich wie privat) nochmal genauso angehen oder würdest du etwas anders machen?

Ich würde immer wieder Sport studieren und ich würde auch immer wieder von heute auf morgen einfach auswandern und mich selbstständig machen. Wahrscheinlich würde ich mich aber für einen anderen Schwerpunkt im Master entscheiden. Außerdem komme ich gerade durch das Neuromuskuläre Screening mit der traditionellen Chinesischen Medizin und der Osteopathie in Kontakt und bin super geflasht. Wäre ich damit früher in Kontakt gekommen, hätte ich definitiv noch Osteopathie studiert. Nun gucken wir mal, was noch kommt. Privat würde ich wohl alles nochmal so machen.

 

Yannicka (ursprünglich aus Norddeutschland) genießt das Panorama in der Schweiz

Viele Frauen kämpfen gegen ihren Körper an und gehen ganz und gar nicht gut mit ihm um. Was empfiehlst du diesen Frauen?

Es ist sehr schwierig, diese Frage allgemeingültig zu beantworten. Aber ich denke, man sollte versuchen, einfach mal in sich hineinzuhören und zu gucken, was will eigentlich der eigene Körper. Ich bin selbst nicht das beste Vorbild und probiere laufend, an mir zu arbeiten. Seit ich angefangen habe, mal einen Me-Tag einzulegen, mir etwas Gutes zu tun und nicht immer ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich mal etwas „falsch“ mache, geht es sehr viel besser. Ich glaube, man sollte versuchen, gut mit seinem Körper umzugehen, aber trotzdem auch zu genießen. Außerdem: Reden hilft. Sich einfach mal jemanden suchen, egal ob Freundin oder Außenstehende und man merkt sofort, dass es einem nicht alleine so geht. 🙂 Geteiltes Leid ist halbes Leid, oder wie heißt es doch so schön?

Wie schaffst du es, selbst gut mit dir und deinem Körper umzugehen und wie integrierst du dies in deinen Alltag?

Genau wie ich bereits geschrieben habe, ist das wohl selbst mein größtes Problem. Durch mein Studium und meine Arbeit weiß ich eigentlich ziemlich genau, was das „Beste“ für den Körper wäre. Aber wenn man selbst Trainings und sein Wissen weitergibt, ist man häufig zu müde, um selbst noch etwas zu tun. Mein innerer Schweinehund ist riesig. Aber wie bereits gesagt hilft es, „Hilfe“ anzunehmen. Seit ich mich selbst in einem Fitnessstudio angemeldet habe, schaffe ich es, mir im Kalender bewusst Zeit für mich einzurichten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ernährung. Hier habe ich das Glück, dass mein Freund gut und gerne für uns kocht.

Hast du ein persönliches Motto?

Eigentlich nicht wirklich. Höchstens „Look in the mirror, that´s your competition“. Vergleiche dich nicht zu viel mit anderen, du bist wichtig und es geht darum, dass es dir gut geht. Gerade in der heutigen Gesellschaft, in der Selbstdarstellung immer mehr Platz in den Medien einnimmt.

Was hast du zuletzt gewagt oder ausprobiert und welche private und/oder berufliche Herausforderung möchtest du als nächstes angehen?

Anfang des Jahres habe ich mich auf den Rat einer Freundin für die Neuromsukuläre Screening Ausbildung angemeldet. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt … aber bereits nach einer Stunde wusste ich – das ist, was ich machen will. Beruflich will ich mich definitiv noch weiterbilden. Als nächstes steht eine Coachingausbildung an und vielleicht wage ich es sogar und melde mich für den Heilpraktiker an. So dürfte ich in Zukunft auch Menschen behandeln und könnte ihnen helfen, ihre Schmerzen nicht nur durch Sport, sondern auch mit Hilfe der Alternativmedizin zu beseitigen. Mir ist eine ganzheitliche Unterstützung auf psychischer und physischer Ebene wichtig.

Privat bin ich sehr offen – mein Freund ist Schweizer, aber vielleicht zieht es uns ja mal zurück nach Deutschland.

Zu guter Letzt: Was möchtest du der FIELFALT Community mit auf den Weg geben?

Trau dich. Einfach mal machen. Lieber einmal hinfallen, als es nie ausprobiert zu haben. Es ist doch auch so im wahren Leben – Narben erzählen die besten Geschichten (und gelernt hat man daraus auch am meisten).

 

Mehr zu Yannicka und ihren tollen Programmen gibt es auf ihrer Homepage: www.koerpergut.ch

Fotos: privat

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