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Lieber barfuß zum Strand als mit dem Porsche zur Arbeit

6. Februar 2020

Grundsätzlich finde ich ja Sprüche toll: Sie geben mir Denkanstöße, bringen Sachverhalte und Überlegungen auf den Punkt und machen sich einfach gut. Aber der Spruch im Titelbild hat mich schon immer etwas irritiert …

Natürlich finde ich es auch wunderbar, barfuß am Strand zu sein. Aber ich arbeite auch gerne. Und ein Porsche als Bewegungsmittel zur Arbeit wäre mir auch nicht unrecht. 🙂 Nein, Spaß beiseite. Ich habe, als ich von einem Bekannten diesen Spruch hörte, prompt erwidert: „Wieso denn nicht mit dem Porsche zum Strand“? Die Reaktion war nicht soooo positiv.

Ich habe oft das Gefühl, dass wir in einer „entweder-oder“ Gesellschaft leben. ENTWEDER du bist frei und wild und kannst zum Strand gehen, hast dafür aber noch nicht mal Schuhe. ODER du hast einen Porsche, Statussymbole etc., aber keine Zeit, um die schönen Seiten des Lebens zu genießen und an den Strand gehen zu können. Diese Glaubenssätze gibt es ja auch an andere Stelle wie „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Was ich daran immer sehr schade finde, ist, dass Arbeit als etwas Negatives angesehen wird. Genau wie Karriere, Erfolg, Statussymbole.

Früher schaute man auf Leute runter, die vermeintlich nichts im Leben erreicht haben. Heute betrachtet man verächtlich die Menschen, die viel arbeiten und Geld anhäufen. Beides finde ich ganz und gar nicht schön, also das verächtliche Herabblicken auf bestimmte Lebenswege und Entscheidungen. Wieso können wir nicht zulassen, dass sich Menschen für Wege entscheiden, die unseren Vorstellungen zwar nicht entsprechen, aber für sie persönlich optimal sind? Ist doch super, wenn jemand mit wenig zufrieden ist, wenig Ehrgeiz hat und einfach happy ist. Umgekehrt sollte es aber auch gut sein, wenn jemand jeden Morgen pfeifend ins Büro fährt und eine 70 Stunden Woche liebt.

Traurig ist es nur, wenn man mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit jeden Tag sehnsüchtig am Strand entlang fährt und eigentlich nicht weiterfahren und mit der Arbeit starten möchte. Oder, wenn man am Strand sitzend die Wellen betrachtet, aber das eigene Leben nicht als erfüllt betrachtet und neidisch den Berufspendlern hinterherblickt.

Und ich gehe einen. Schritt weiter: Wieso nicht barfuß zur Arbeit? Oder eben mit dem Porsche zum Strand? Ja, man kann oft beides haben und muss sich nicht für eine Sache entscheiden. Das Hinterfragen von Glaubenssätze ist mir in dieser Hinsicht ein großes Anliegen.

Meine persönliche Traumvorstellung sollte so sein: Arbeit und Strand an einem Tag, genau wie barfuß und Porsche. 🙂 Denn vor allem die Kombination macht es für mich aus und die Tatsache, dass es manchmal Zeit für den Strand und manchmal Zeit für die Arbeit braucht und ich beides in meinem Leben Raum geben möchte.

Und ihr?

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