EL: Entwicklung & Laufbahn

Multitasking Supreme: Ist studieren mit Kind möglich?

19. März 2020

Gastautorin: Martina Raissle

 

Noch immer sehen viele Frauen eine Schwangerschaft und die Gründung einer Familie als einen Schlussstrich in ihrer Karriere. Auch, wenn viele Musterfrauen als Gegenbeispiel dienen. Natürlich ist eine Schwangerschaft eine große Veränderung im Leben und zieht einen komplett neuen Alltag mit sich. Bedeutet das aber, dass alle Pläne, Ideen oder alles Bestreben über den Haufen geworfen werden muss? Solche Fragen kommen nicht selten vor. Gleichzeitig gibt es die andere Fraktion von Frauen, die die Sache von der optimistischen Seite sehen und sich die Veränderung von Leben und Alltag zunutze machen wollen. Ob in jungen Jahren oder mitten im Leben, so manch eine Frau stand schon vor der großen Frage: Kann ich mit Kind studieren?

Was vor einigen Jahren noch undenkbar war ist längst nicht mehr so utopisch. Dank Internet und Änderungen in der Einstellung der Menschen ist es – jedenfalls in der Theorie – absolut möglich, ein Studium mit einer Schwangerschaft und einem Kind zu vereinbaren. Dass es sich dabei aber nicht um eine „mal eben so“ Geschichte handelt, sollte offensichtlich sein. Wie also lässt es sich bewältigen und was sind die größten Stolperfallen?

Chancen erkennen

Man steht nie ganz alleine da. Egal, in welcher Situation man sich befindet, Unterstützung gibt es, man muss sie nur erkennen und in Anspruch nehmen. So gibt es unterschiedliche Förderangebote, die genutzt werden können. Elterngeld, BAföG und – für besondere Notlagen – Stiftungen wie die Bundesstiftung Mutter und Kind – fördern Mütter, die sich dem ultimativen Multitasking Studium mit Kind stellen wollen. Außerdem bieten viele Universitäten Kindertagesstätten und Betreuung vor Ort. Auch hier gilt es, sich ausreichend zu informieren und alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Auch für alleinerziehende Mütter gibt es Fördermaßnahmen wie zum Beispiel Stipendien und persönliche Beratung in Familienberatungsstellen (diese werden sowohl von Hochschulen als auch von der Region geboten). Wichtig ist in allen Fällen, dass man nicht das Gefühl hat, alleine dazustehen, denn dem ist nicht so.

Ebenfalls gibt es so gut wie immer die Möglichkeit, Urlaubs- oder Lernraumsemester zu nutzen. Ein Urlaubssemester ist besonders in den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes so gut wie unverzichtbar. Am Ende des Tages kommt die Familie schließlich zuerst.

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Vollzeit- VS Teilzeit- VS Fernstudium

Wer an ein Studium denkt, dem schweben meist tägliche Besuche in vollen Hörsälen sowie Hausarbeiten und Prüfungen vor Augen. Die Modelle der Universitäten sind aber längst nicht so eingemauert, wie wir annehmen. Wie auch in vielen anderen Dingen lassen sich auch Studiengänge personalisieren und anpassen und es gibt unterschiedliche Modelle, die die Studienzeit regulieren. Als erstes gilt es, sich für ein Vollzeit- oder ein Teilzeitmodell zu entscheiden. Es wird niemanden überraschen, dass ein Vollzeitstudium so gut wie unmöglich mit einem Kind vereinbar ist. Auch mit vollem Rückhalt von Familie und Partner, Kitaplatz und großem Organisationstalent ist ein Vollzeitstudium ein steiler Berg.

Praktikabler wird es mit einem Teilzeitmodell, das insgesamt länger dauert, dafür aber im täglichen Leben weniger Zeit in Anspruch nimmt. Es gilt immer noch, sich gut zeitlich einzuteilen und den Tag zu strukturieren. Schließlich gibt es Anwesenheitspflicht und Stichtage, an die man sich halten muss. Hierbei sind die Kindertagesstätten der Hochschulen so gut wie unverzichtbar. Der große Vorteil ist, dass man das Kind immer in der Nähe hat und dennoch im regen Austausch mit den Kommilitonen stehen kann.

Zu guter Letzt gibt es noch das Fernstudium. Dieses hat besonders in den letzten Jahren an Beliebtheit bei Müttern gewonnen. Einerseits gibt es flexible Modelle, die sich an die verfügbare Zeit anpassen, und andererseits fällt der organisatorische Stress der Anwesenheitspflicht weg. Das Fernstudium lässt sich zu 100% online bewältigen. Das heißt aber nicht, dass es ganz leicht von den Händen geht. Organisation und Einsatz werden wie bei jedem anderen Studium auch gefordert. Jedoch muss man seine eigenen vier Wände dafür nicht verlassen.

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Tipps für den Erfolg

Wer sich für ein Studium mit Kind entscheidet, sollte sich gut organisieren. Zum einen ist nicht jedes Kind wie das Andere – und man weiß vorab leider nicht, was man bekommt – und zum anderen ist Planung wirklich der Schlüssel zum Erfolg. Ein gut durchdachter Zeitplan, der auch Pufferzeiten für außergewöhnliche Situationen berücksichtigt, macht den Alltag bei weitem einfacher zu handhaben. Auch To-do Listen und geplante Pausen helfen dabei, nicht dem Stress zu verfallen. Ruhe ist wichtig und auch die Zeit mit dem Kind sollte genossen werden können. Umso vorteilhafter ist es, ein besonders flexibles Studienmodell zu wählen. Schließlich ist guter Rückhalt von Familie und Freunden elementar und wirklich nicht zu unterschätzen. Wer weiß, dass man sich auf seine Freunde und Familie verlassen kann, geht mit mehr Selbstvertrauen und positiver Einstellung an die Sache. Auch Erfahrungsberichte sind eine erstklassige Quelle für Information sowie Inspiration.

Bild- und Textquelle: https://www.iubh-fernstudium.de/

Fazit

Ob Frauen nun besser als Männer im Multitasking sind oder nicht, sei dahingestellt. Um ein Studium mit Kind zu bewältigen heißt es, sich gut zu informieren und zu organisieren. Auch auf den Seiten der Universitäten selbst (wie hier bei der iubh) finden sich meist viele Informationen, die eine Entscheidung einfacher machen. Es gibt Modelle, die ein solches Studium möglich machen. Der Weg wird zwar kein leichter sein, aber die Ergebnisse sprechen für sich. Arbeitgeber können sich glücklich schätzen, eine Bewerbung von einer so engagierten Person zu erhalten.

 

Titelbild: ©iubh: https://www.iubh-fernstudium.de/rund-ums-studium/wissenswertes-rund-ums-studium/studieren-mit-kind/alleinerziehend-studieren/

  • Reply
    SilviaR
    29. April 2020 at 11:18

    Das Problem ist, das sich ein kleines Kind an keinen Stundenplan hält. Da man aber mittlerweile ja bereits seinen MBA online machen kann, und sich bei einem Fernstudium die Zeit frei einteilen kann, steht einer Frau mit Kind einem Studium nichts entgegen. Mir zumindest nicht

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