FA: Fielseitiges & Aspekte

Von der Sportstudentin zur Künstlerin

15. Januar 2020

Gastautorin: Sonja Neumann

Meinen Entschluss, als ehemalige Leistungssportlerin Sport zu studieren habe ich nie bereut. Zumahl ich während des Studiums meinen Mann kennengelernt habe und wir zwei ehemaligen Sportstudenten im nächsten Jahr 25 Jahre verheiratet sind:-)Dass dies jedoch nicht der leichteste Weg war, um als Künstlerin erfolgreich zu werden, kannst du dir sicher denken …

Wie alles begann

Nach dem Studium gründete ich eine Eventagentur. Parallel dazu fing ich an zu malen, ursprünglich mit dem Ziel, die eigenen Wände zu schmücken. Die Grundlagen brachte mir mein Vater bei, der Kunst studiert hatte. Ich heiratete, wir bekamen Kinder und ich versuchte meinen Job so gut es ging mit der Familie zu vereinbaren. Als unser dritter Sohn zur Welt kam, gab ich die Eventagentur auf. Die Malerei wurde immer wichtiger für mich: Ich genoss die Momente während der Mittagsschläfchen oder der Kindergartenzeit, wenn ich malen konnte. Beim Malen war ich im Flow …

Meine Kunst entwickelte ich autodidaktisch weiter. Ich probierte viel aus, stellte regelmäßig meine Kunstwerke aus und verkaufte auch ganz gut. Aber etwas hinderte mich in meiner Entwicklung und an meinem Erfolg. Kennst du diese negativen Glaubenssätze, die dich am Erfolg hindern und dir nicht aus dem Kopf gehen? Ich hatte immer das Gefühl, mit angezogener Handbremse zu fahren.

Bin ich als „nicht studierte“ Künstlerin gut genug?

Ich brannte für die Malerei, ich wollte besser werden und diese Leidenschaft ausbauen. Aber in Anwesenheit anderer Künstler fühlte ich mich klein, obwohl ich viel Lob für meine Arbeiten bekam und ich regelmäßig Bilder verkaufte. Die Kunstwelt hält an vielen alten Regeln fest. Da zählt der Abschluss, ein guter Professor als Lehrer, die Mitgliedschaft in Verbänden usw.

Positive Rückmeldungen nahm ich dankend hin, negative Feedbacks hingegen prägten sich ein, blieben in meinem Kopf und schränkten mich ein.

Zucker statt Farbe 

Vor drei Jahren bekam ich das Angebot, als Dozentin mein Wissen innerhalb von Workshops weiterzugeben. Leider hatte unser Jüngster kurz zuvor die Diagnose Diabetes-Typ-1 bekommen. Das stellte unseren Familienalltag zunächst völlig auf den Kopf. Zucker statt Farbe. Außerdem zweifelte ich an meiner Kompetenz und lehnte dieses Angebot ab. Wir nahmen die neue Lebenssituation an und lernten mit der Erkrankung umzugehen.

Im letzten Jahr entschloss ich mich dann dazu, Seminare im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung zu besuchen. Ich las viele Bücher zu diesem Thema, hörte mir Vorträge und Podcasts an, besuchte Seminare. Die Meditation wurde ein wichtiger Bestandteil meiner Morgenroutine. Und irgendwann löste sich der Knoten.

Ich kehrte meinen einschränkenden Glaubenssatz einfach um

Es ist gut, dass ich Kunst nicht studiert habe!“ Der Satz hört sich so einfach an, aber es dauerte Jahre, bis er auch in meinem Innersten ankam. Ohne ein Kunststudium konnte ich mich frei entwickeln, meinen eigenen Weg gehen. Die Dinge machen, für die ich brannte – mit dem eigenen Ziel vor Augen. Ich glaube, diese selbstständige Herangehensweisen war für mich genau der richtige Weg.

Seit dieser Erkenntnis lasse ich mich nicht mehr einschränken und da ist nichts mehr, was mich bremst!

Man sollte nicht alles glauben, was man so denkt! 

Wir sind nicht unsere Gedanken! Es gibt Wege, aus der Schleife negativer Gedanken herauszukommen.

Als Dozentin gebe ich nun mein Wissen weiter, im nächsten Jahr leite ich drei einwöchige Malreisen und ich bekomme sehr gute Feedbacks von meinen TeilnehmerInnen. Als Autodidaktin kann ich mein Wissen offensichtlich sehr praxisnah vermitteln.

Unsere Kinder sind jetzt fast alle erwachsen und ich genieße meine wiedergewonnene Zeit und beruflichen Möglichkeiten. Ich fühle mich ein bisschen so, wie damals nach der Uni, so als ob es jetzt erst richtiges losginge.

Eine weitere Erkenntnis: Ich habe erkannt, dass ich mit meinen Kunstwerken etwas bewirken kann.

Bilder, die uns umgeben, haben einen großen Einfluss auf unsere Gefühleunser Denken und letztendlich auch auf unser Handeln.

Zu wissen, dass ich durch meine Kunst positive Emotionen hervorrufen kann, hat auch meine Motivwahl verändert. Meine Bilder zeigen Menschen „im Flow“, häufig am Wasser oder in der Natur und sollen dich daran erinnern, ein ‚fielseitiges’, glückliches Leben entsprechend deiner Passion zu leben.

 

Sonja Neumann ist verheiratet, Mutter dreier Söhne und Frauchen eines Hundes. Als Künstlerin im Bereich der gegenständlichen Ölmalerei hat sie ihre Passion zu ihrem Beruf gemacht. Mehr zu Sonja und ihren Arbeiten erfährst du auf ihrer Homepage www.sonja-neumann.com

Bilder: ©Sonja Neumann

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  • Reply
    Anna Brosch
    17. Januar 2020 at 19:08

    Das Bild vom Mädchen am Strand gefällt mir ausserordentlich gut. Mir gefallen die Impulse in diesem Beitrag. Voll schön. Vielen dank <3

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