EL: Entwicklung & Laufbahn

Wenn Frauen Geschäfte machen + 10 Tipps zum reich werden

4. November 2020

Gastautorin: Jeanine Hurte

Wenn Frauen Geschäfte machen

Frauen sind als Gründerinnen auf dem Vormarsch: 2019 zeichneten sie für 36% aller Gründungen verantwortlich – laut Statista 2020. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Frauen in der Gründerszene noch immer unterrepräsentiert sind: 6 Gründern stehen 4
Gründerinnen gegenüber. Ebenso gilt, Frauen gründen anders: sie investieren insgesamt weniger Geld und starten ihre Selbstständigkeit häufiger nebenberuflich, weiß die Gründerplattform.

Frauen verfolgen andere Ziele

Und wen wundert’s, dass Gründerinnen Erfolg einmal mehr anders definieren als ihre männlichen Kollegen? So treibt sie der Wunsch nach Unabhängigkeit, nach Selbstbestimmung, größeren Entfaltungsmöglichkeiten, mehr Verantwortung, Freiheit von politischen Spielchen, dem Glass Ceiling und höherem Einkommen.

Woran liegt’s dann aber, dass Frauen noch immer weniger oft den Schritt in die erträumte Selbstständigkeit wagen als Männer? Wenn man sich typische Gründertests „Bin ich ein Unternehmer?“ ansieht, kommt man nicht umhin zu glauben, dass ein antiquiertes Unternehmerimage einer der Gründe sein könnte: Der typische Unternehmer ist emotionslos, durchsetzungsstark, arbeitet mindestens 70 Stunden pro Woche und kennt keinen Urlaub. Da fragt frau sich, wie das gehen soll und wo das Leben bleibt.

Natürlich gibt es viele Selbstständige, die hart und lang arbeiten. Aber es gibt eben auch solche, die sehr erfolgreiche Business Modelle aufgebaut haben, die ihnen ausreichend Raum für Familie, Freunde, Hobbies und sich selbst lassen. Das Geheimnis liegt darin, genau das Unternehmen zu gründen, das zur eigenen Persönlichkeit, der eigenen Situation und den eigenen Wünschen passt.

Frauen gründen anders

Oft gründen Frauen daher problemlösungsorientiert, d.h. sie schaffen eine Lösung für ein Problem, vor dem sie selbst standen. Von Gründungen wie etwa Leinentausch (Hundesitting), Notfallmamas (Kindernotfallbetreuung) oder Little Birds (Online-Vermittlung von Kinderbetreuung) haben wir alle profitieren können.

Da Frauen bei ihren Gründungen eher langfristig denken und sorgfältig abwägen, schätzen sie Potenziale wie Stolpersteine realistischer ein und verzeichnen meist ein gesundes Wachstum ihrer Unternehmen. Und auch die „typisch“ weibliche Eigenschaft des Hinterfragens und Zweifelns wird im richtigen Maß zum großen Plus: Frauen können sich besser in die Situation ihrer Kunden versetzen, ihr Angebot sowie Kundennutzen kritisch konstruktiv hinterfragen und somit optimal auf ihre Zielgruppe zuschneiden.

Der Dienstleistungsmarkt ist groß und bietet viel Raum für neue Ideen. Oder auch die einfache Verbesserung bereits bekannter Angebote.

Was machen Frauen anders?

Erfolgreiche Frauen haben bestimmte Eigenschaften: Sie verfolgen ihr Ziel mit großer Energie und Leidenschaft, selbstbewusst kennen und vertreten sie den Wert ihrer Leistung und sie versuchen nicht, zeitgleich auch noch eine perfekte Mutter und/oder Ehefrau zu sein. Für sie ist es selbstverständlich, dass Mann und Kinder sie unterstützen. Und so brechen sie nicht selten alte Rollenmuster auf. Die Zeit ist reif: Die Gleichberechtigung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das zeigen neben den zunehmenden Gründungen von Frauen auch zahlreiche Initiativen und Netzwerke, die sich um Themen wie gleiche Bezahlung von Männer und Frauen kümmern, und die Besetzung von Vorständinnen steht inzwischen auf der politischen Agenda der Parteien. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Frauen im Web – eine Erfolgsgeschichte

Richtet man sein Augenmerk gezielt auf Gründungen im Netz, fällt auf: Frauen sind auch hier auf dem Vormarsch. Besonders präsent und erfolgreich sind sie dabei in der Bloggerszene und hier insbesondere in den Bereichen Mode, Food, Handwerk, Familie und Reisen. Aber auch mit Themen wie der Weiterbildung/Online-Kursen, Motivation- und Business Coaching findet man zunehmend sehr erfolgreiche Frauen, die z.T. Multi-Millionen-Dollar Businesses mit einem großen Mitarbeiterstamm aufgebaut haben. In der Vergangenheit gründeten oft junge Mütter oder Karrierefrauen, die sich nicht mehr verkrusteten Unternehmensstrukturen beugen wollten. Jüngst kann man beobachten, dass immer öfter jüngere Frauen, direkt nach der Universität als Unternehmerinnen durchstarten. Sie nutzen die Vorteile eines E-Business, um sich und ihre Ideen einzubringen, die Welt nachhaltig zu verbessern, Alltagsprobleme zu lösen und für sich selbst ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das ihnen erlaubt, ortsunabhängig zu arbeiten, um als digitale Nomadin die Welt zu bereisen oder Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Doch wie starten?

Die Suche nach Perfektionismus verbleibt in der Suche und wird nie zur Gründung führen. Im Alleingang schon mal losrennen wird aber in den meisten Fällen auch nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Die Erfahrung zeigt: Die erfolgreichsten Gründer hatten alle Coaches an ihrer Seite, die schon dort sind, wohin sie streben. Von der guten Steuerberatung, über ein professionelles Business Coaching bis hin zum Persönlichkeitscoaching. Ein schönes Beispiel ist das Thema: Den eigenen Wert souverän zu benennen. Einen angemessenen Preis für die eigene Leistung festzusetzen, stellt für Frauen oft ein Problem dar und ist fast immer ein Beratungsthema. Menschen, die in sich gefestigt sind, gehen souveräner mit Widerspruch und Hindernissen um. Daher gilt es, behindernde Glaubenssätze auszuräumen und Vermeidungsstrategien zu erkennen. Ist das gelungen, steht der eigenen Company nichts mehr im Weg.

©Photo by Sharon McCutcheon on Unsplash

10 Tipps zum reich werden

  1. Finde einen Mentor: Finde einen Mentor, der bereits dort ist, wohin du willst. Er bringt dich mit seinem Wissen, seinen Erfahrungen, konstruktiver Kritik und auch Kontakten schneller an dein Ziel.
  2. Schaffe dir ein positives Umfeld: Umgib dich mit Menschen, die an dich und deine Vision glauben und dir nicht einreden, dass du das nicht kannst.“Lass dir von niemandem je einreden, dass du etwas nicht kannst. Wenn du einen Traum hast, musst du ihn beschützen. Wenn andere etwas nicht können, wollen sie dir immer einreden, dass du es auch nicht kannst. Wenn du etwas willst, dann mach es.”
    Aus: “Das Streben nach Glück“
  3. Handle und gib nie auf: Setze dir klare und konkrete Ziele. Und dann marschiere los und wisse, es gilt: Handeln, Hinfallen, Feedback einholen, Erfahrungen sammeln, aufstehen und weitermachen. Aber niemals aufgeben! Jeder Rückschlag bringt Erfahrung und Dich Deinem Ziel näher.Michael Jordan, einer der weltbesten Basketballspieler, sagte: “Ich habe in meiner Karriere mehr als 9000 Würfe verfehlt. Ich habe beinahe 300 Spiele verloren. 26 Mal wurde mir der Freiwurf anvertraut und ich habe nicht getroffen. Ich bin immer und immer wieder in meinem Leben gescheitert. Und das ist der Grund, warum ich gewinne.”
  4. Finde deine Leidenschaft: Finde, wofür du brennst. Wo Arbeit und Lernen Spaß machen und Rückschläge Ansporn sind. Denn nur so bleibst du interessiert, wissbegierig und motiviert, mit Freude immer wieder die Extra-Meile zu gehen.
  5. Vertraue deiner Intuition: Wir alle kennen dieses untrügliche innere Gefühl, dieses innere “Wissen“ und tiefe Vertrauen in den inneren Ruf, der sagt, wohin es geht. Es entspringt unserem Know- how, unserer Erfahrung und manchmal auch einem kollektiven Wissen jenseits des Erlernten, das unser Tun bestimmt. Besonders dann, wenn wir gegen unsere Intuition handeln, wird sie uns bewusst. Dann läuft das Business nicht rund, Kunden bleiben aus und es tröpfelt statt zu fließen. Vertraue deiner Intuition und handle immer aus dem Herzen heraus. Das muss der Kopf ja nicht wissen.
  6. Nutze deine Zeit sinnvoll: Ein bisschen Ablenkung gehört dazu. Aber die heutigen digitalen Verführer sind Zeitfresser, die sich unbemerkt aufsummieren. Man verliert leicht den Fokus und entfernt sich vom eigentlichen Ziel.
    Seneca sagte über Zeit: “Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“
  7. Schaffe dir Auszeiten: Lass dich nicht von deiner Begeisterung hinreißen und überlaste dich nicht. Das ist ein Langstreckenlauf, kein Sprint. Nimm dir Zeit für deine Familie, Freunde und dich selbst. Ruh‘ dich aus und starte mit neuer Kraft und Inspiration in den nächsten Tag. Auch Faulheit will gelernt sein und kann – gut gelebt – sehr produktiv sein.
  8. Ändere dein Money Mindset: Unterscheide zwischen Geld, dem tatsächlichen Zahlmittel, und Wert, den wir umsonst erhalten. Dokumentiere den aktuellen Ist-Zustand, definiere dein Ziel und tracke beides kontinuierlich.
  9. Sabotiere dich nicht selbst: Wir alle, und insbesondere Frauen, sabotieren uns oft selbst im reich werden. Meist unbewusst. Zum Schutz, zur Bewahrung oder sogar als Ausrede, um in unserer Komfortzone zu bleiben oder unser Umfeld nicht zu verletzen.
  10. Investiere in dich selbst: Wer sich nicht selbst liebt, wird nicht geliebt. Klingt hart, ist aber wahr. Du musst lernen, dich zu lieben. Investiere in dein persönliches Wachstum und dein Äußeres. Wer in sich zu Hause ist und strahlt vermittelt Selbstbewusstsein und Vertrauenswürdigkeit. Im beruflichen wie privaten Umfeld.

 

 

Über die Autorin: Das Unternehmen, das Jeanine Hurte vor ca. 15 Monaten gründete, ist alles andere als eine klassische Unternehmensberatung. Hurte, die selbst fünf Jahre bei einer der renommiertesten Unternehmensberatungen Deutschlands arbeitete, versteht sich als Business-Mentorin, die ihren – zumeist weiblichen Kundinnen – zu einem nicht nur finanziell erfolgreichen Leben verhilft. Ihr Ansatz ist sehr persönlich und individuell. Sie verbindet Business-Denke mit weiblicher Emotionalität und arbeitet dabei unter ihrer Marke Frau Geld an der Umsetzung ihrer Vision, dass Frauen verdienen, was sie wert sind. Dabei treibt sie die Überzeugung: Jede(r) kann Millionär werden. Man muss es nur wollen. Unter ihrem eigenen Namen bietet Jeanine Hurte ein kompaktes, sehr exklusives Paket an, das aus zwei Angeboten besteht: dem Money Mind Mastery- und dem Rich Bitch Coaching-Programm. Beide Module zeichnen sich durch einen Mix aus immer wieder aktualisierten Lerninhalten und Übungen zum Selbststudium, Austausch und Feedback in der Community aus. Im Rich Bitch Club kommen one-to-one- Calls und mehrtägige Retreats dazu. Link: https://www.jeaninehurte.com

 

Titelbild: ©Jeanine Hurte

 

  • Reply
    Steffi
    24. November 2020 at 20:26

    Danke für den inspirierenden Artikel! Frauen gründen anders und dass sie es gerne nebenberufich machen, kann ich bestätigen. Die finanzielle Unabhängigkeit (ohne InvestorInnen) & gleichzeitige Absicherung (die Miete & Krankenversicherung sind bezahlt) schaffen Raum für Kreativität. Ich habe selbst nebenberuflich gegründet und nach 2,5 Jahren die Anstellung aufgegeben. Zu dem Zeitpunkt war ich in dir Selbständigenrolle reingewachsen & hatte die nötige Selbstsicherheit, um mich am Markt zu positionieren. Hätte ich früher gekündigt, hätte ich mich damit selbst überfordert. Jede Frau hat eben ihr eigenes Timing 😉

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