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Blick über den Schreibtischrand: Was Coworking so besonders macht

5. Oktober 2016

Was Coworking so besonders macht

Gastbeitrag Von Katja Thiede, juggleHub Coworking

Vor Kurzem habe ich eine Presseinformation geschrieben. Es ging um das anstehende Coworking Festival. Mit ein bisschen PR-Erfahrung keine große Sache. Und doch habe ich mich schwer getan mit dem Text, in dem ungefähr 25 Mal das Wort „Space“ vorkam. Es ging um „teilnehmende Spaces“, eine „Radtour von Space zu Space“ und die Vorzüge von Coworking Spaces im Allgemeinen. Das Ganze klang am Ende dann irgendwie – abgespaced.

@juggleHub

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Das Problem: Es gibt keine Alternative zum „Coworking Space“. Auch in sprachlicher Hinsicht. Eine Tageszeitung hat die Presseinformation aufgegriffen und aus den 20 „teilnehmenden Spaces“, die im Zuge des Festivals ihre Türen öffnen, 20 „Anbieter von Gemeinschaftsbüros“ gemacht. Auch wenn mich die Veröffentlichung gefreut hat, bin ich innerlich zusammengezuckt.


Warum? Coworking Spaces sind doch im Prinzip nichts anderes, als große Büros, die viele verschiedene Menschen gemeinsam nutzen – also Gemeinschaftsbüros. Oder?

 


Ja, auf den ersten Blick ist das vielleicht so. Coworking Spaces sind so ausgestattet, dass jeder dort arbeiten kann, der für seine Arbeit lediglich einen Laptop benötigt. Es gibt Schreibtische mit Stühlen, WLAN, Drucker und Scanner und guten Kaffee. Bürostandard.

Es gibt Musik, aber auch ruhige Ecken, um konzentriert zu arbeiten. Es gibt eigentlich immer eine Couch und Sessel. Poster an den Wänden und Post its vom Meetup gestern. In der Küche hängen WLAN-Passwort und kleine handgeschriebene Zettel mit Smileys: „Bitte Geschirr in den Spüler räumen.“ Auf dem Tisch stehen Salzstangen. Wieder viel zu viele gekauft fürs Meetup. Aber lieber zu viel als…Moment…

…Da bin ich wieder. Gerade kam Jenni und hat uns, meine Mitgründerin Silvia und mich, um Feedback zu dem Profil gebeten, dass sie auf ihrer Firmen-Website über uns erstellt. Jenni arbeitet fast jeden Tag bei uns im juggleHUB. Heute sitzt sie wieder im großen Raum neben dem Café am Fenster hinten links. Der mit Abstand beliebteste Platz bei uns. Immer besetzt. Jenni mag ihren Kaffee schwarz. Im Gegensatz zu Garrett, der immer mit einem Cappu in den Tag startet. Mit Sojamilch. Und Paola liebt einen Schuss Kakao dazu.

Unser Profil auf der Webseite von Jennis Start-up geht in Kürze online. Für uns eine wunderbare Möglichkeit, um den juggleHUB noch bekannter zu machen. Ging alles ganz schnell und unkompliziert. Uns trennen ja nur zwei Schreibtischlängen. „Hättet ihr Lust, mit Coachimo beim Coworking Festival dabei zu sein?“, fragte ich kurze Zeit später über den Tisch. Eine Woche später stand das Coaching-Team fest, am kommenden Festival-Freitag wird es „Coaching to go“ im juggleHUB geben. Powered by Coachimo. Powered by Jenni. Powered by – Coworking.

@juggleHub

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Und genau das ist es, was Coworking von einem Gemeinschaftsbüro unterscheidet. Es geht nicht ums bloße Teilen einer Fläche. Vielmehr ist es das Aufeinandertreffen von Menschen und Ideen, was Coworking so reizvoll macht. Es ist die absolut ernst gemeinte Frage: „Und was machst du so?“ Gefolgt von einem absolut ernst gemeinten: „Wie kann ich dich unterstützen?“ Es  ist die Begrüßung am Morgen: „Na Paola, erstmal einen Kaffee mit Schoki zum Wachwerden?“ Es sind relevante Veranstaltungen, geteilte Kontakte und Salzstangen. Es ist ein bisschen WG-Feeling, aber ohne Putzplan. Es ist ein Angebot, nicht nur zusammen zu arbeiten, sondern zusammenzuarbeiten. In dem Zusammenhang fällt eigentlich immer der Begriff ’Community’. Manche schreckt das ab. Klingt irgendwie nach Gruppenzwang. Ich will arbeiten, nicht quatschen müssen. Erst recht, wenn sich mein Zeitfenster auf drei Stunden beschränkt. So lange dauert ein Betreuungsblock in der juggleHUB-Kinderbetreuung. Da heißt es „Fokussieren“. Also Tür zu. Cafè-Musik aussperren. Das Tippen und Flüstern der anderen auch.

Auch das geht. Vermutlich sogar besser als in einem Gemeinschaftsbüro. Denn Coworking Spaces stehen weniger für einen spezifischen Raum, eine begrenzte Fläche Quadratmeter mal Quadratmeter. Sie stehen für einen Raum als übergeordnetes Konzept. Für Freiraum, Denkraum, Kreativraum, Raum für sich, für die eigenen Ideen, Raum für Impulse, für Nischen, für Ortswechsel, fürs Rauskommen und ankommen, für ein Gefühl von zu Hause, aber ohne Abwasch. Dafür mit viel Besuch von Übersee.

Auf viele neue Besucher freuen sich auch die über 20 Coworking Spaces, die am kommenden Wochenende das erste Coworking Festival auf den Weg gebracht haben. Zwei Tage lang gibt es neben offenen Türen und Salzstangen-Tüten auch viele kostenfreie Veranstaltungen, von Meditation über Coachings, Vorträge und Start-up-Kennenlernrunden bis hin zu Netzwerk-Sessions und Familien-Kunst-Workshops. Und eine fette Party am Samstagabend.

Jeder ist eingeladen, die vielfältigen Räume und Konzepte zu entdecken, die die Berliner Coworking-Szene bietet, und seinen Platz zu finden. Als kleines Schmankerl gibt es überall vor Ort Gutscheine für einen kostenlosen Probetag, die bis zum 1. November in den teilnehmenden Spaces eingelöst werden können.

Im juggleHUB freuen wir uns auf vertraute und neue Gesichter. Auf Laura, auf Kira & Aimie, auf Harriet und natürlich Jenni.

@juggleHub

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Und sind schon ganz gespannt, wer wohl am nächsten Montag auf dem Platz am Fenster hinten links sitzen wird.

Bildquelle: @pexels.com

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