Karriere & Entwicklung

FORGEFÜHLT: Vertrauen

7. Dezember 2015

In der zweiwöchentlichen Serie FORGEFÜHLT begleite ich Katharina und Sandra vom Onlinemagazin VIERTELRAUSCH auf dem spannenden Weg zur Gründung. Diesmal habe ich mit ihnen über das Thema Vertrauen gesprochen.

Auf vielen Ebenen müssen sich GründerInnen mit dem Thema Vertrauen auseinandersetzen. Um dieses komplexe Gefüge zu entzerren, stelle ich mir gern das physikalische Schalenmodell vor, bei dem sich um einen dichten Atomkern zahlreiche Elektronen bewegen. Sie bilden ein empfindliches Gleichgewicht und Veränderungen bleiben nicht ohne Einfluss auf die einzelnen Bestandteile und das Gesamtgefüge junger Unternehmen.

Vertrauen in sich selbst und die Businessidee

Den Kern bildet das Vertrauen in sich und seine Idee: „Wir wissen, dass wir gut sind, in dem, was wir machen und können auf unsere Kenntnisse vertrauen. Gerade die Kombination unserer beiden Charaktere und Erfahrungshintergründe hat VIERTELRAUSCH als ein Format etabliert, das für authentische Portraits steht. Und genau deshalb schätzen uns die LeserInnen. Diese persönliche Note ist uns auch für das Atelier EFFEKTRAUSCH wichtig.“ Und Sandra ergänzt: „Viele klassische Leistungen von PR-Agenturen wie das Schreiben von Pressemitteilungen oder das Design von Geschäftsberichten werden wir bewusst nicht anbieten. Neben dem Agenturbetrieb wird es eine Schnittstelle zu VIERTELRAUSCH geben. Hier fokussieren wir uns bei EFFEKTRAUSCH im weitesten Sinne auf UnternehmerInnen-Portraits. Hinter diesem Konzept stehen wir voll und ganz, da es unsere Vorstellungen und Fähigkeiten am besten widerspiegelt.“

Sandra und Katharina betonen, dass eine Gründung nicht allein Selbstvertrauen erfordere, sondern zugleich die eigene Persönlichkeit stärke: „Die Erfahrungen seit dem Launch von VIERTELRAUSCH haben uns viel abverlangt. Aber durch sie sind wir generell taffer und selbstbewusster geworden. Das ist auch für andere Lebensbereiche sehr hilfreich.“

Gegenseitiges Vertrauen im Gründerteam

Sehr eng verbunden mit dem Glauben an sich und die eigene Businessidee ist das Vertrauen zueinander im Kernteam. Sandra und Katharina haben mit dem Projekt VIERTELRAUSCH zunächst ihre Zusammenarbeit erproben und ihre Arbeitsmentalitäten kennen lernen können, bevor sie sich für das gemeinsame Gründen entschieden haben. Mehr hierzu könnt ihr im letzten Teil der Serie FORGEFÜHLT: Im Team gründen? erfahren.

Spätestens bei der Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages spielt das Vertrauen zueinander eine zentrale Rolle, denn die Gründerinnen werden zu Geschäftspartnerinnen: „Wir verstehen uns auch auf rechtlicher Ebene als Gemeinschaft. Im Vertrag ist zum Bespiel festgelegt, dass wir beide den gleichen Anteil an Arbeitszeit aufwenden. Zudem haben wir uns für eine gleichberechtigte Gewichtung der Gewinnausschüttung entschieden, auch wenn wir in klar abgesteckten Aufgabenbereichen mit teilweise unterschiedlichen Preismodellen arbeiten. Denn alle Aufträge kommen durch unser gemeinsames Netzwerk. “

[Tweet „Vertrauen manifestiert sich in den Zwischentönen. FORGEFÜHLT bei @viertelrausch“]

Vertrauen zu Kooperations- und GeschäftspartnerInnen

Nicht immer kann das Gründerteam alle Kompetenzen und Fähigkeiten abdecken, die für den Aufbau eines Unternehmens notwendig sind. Das Kernteam muss sich zwangsläufig aus seinem Nucleus bewegen und mit potentiellen Kooperations- und GeschäftspartnerInnen in Kontakt treten. Die technische Umsetzung der Webseiten von VIERTELRAUSCH und EFFEKTRAUSCH übernimmt beispielsweise ein externer Programmierer: „Durch eine persönliche Empfehlung entstand der Kontakt. Schnell war klar, dass wir gern zusammenarbeiten möchten. Es ist schwer zu beschreiben, aber wir hatten einfach ein gutes Bauchgefühl. Vertrauen manifestiert sich gerade auch in scheinbar kleinen Zwischentönen.“ Wie diese aussehen können, berichtet Katharina: „Als wir unserem Programmierer die Designs für die Webseiten gezeigt haben, war sofort ein Glitzern in seinen Augen. Ihn hat die Herausforderung gereizt. Spätestens da waren wir uns sicher, dass es für beide Seiten passt.“

Sandra und Katharina ist eine gleichberechtigte Zusammenarbeit sehr wichtig: „Es muss eine gute Balance herrschen zwischen unseren Wünschen und Vorstellungen als Designern und deren technischer Umsetzbarkeit durch den Programmierer. Das geht nur, wenn beide Seiten klar kommunizieren, was man möchte und was möglich ist. Jeder von uns muss sich drauf verlassen können, dass der andere Deadlines einhält und die Vorgaben detailliert umsetzt.“

Um die eigene Reichweite und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, bieten gezielte Kooperationen mit GeschäftspartnerInnen nicht selten eine Win-Win-Situation für beide Parteien: „Seit dem Launch von VIERTELRAUSCH haben wir sehr viele Anfragen bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit bekommen. Dabei haben wir gelernt, uns zuerst zu fragen, ob sich die Kooperation für beide Seiten lohnt oder ob jemand nur für sich Reichweite generieren oder uns schlicht eine Dienstleistung verkaufen möchte. Das ist nicht immer einfach herauszufinden.“ Und Sandra ergänzt: „Wir haben über das Jahr viele Anfragen ausgeschlagen. Das fällt uns bis heute nicht leicht, denn wir enttäuschen mit dieser Entscheidung auch Leute. Doch wir müssen auch ganz klar geschäftliche Entscheidungen treffen. Letztlich sind gemeinsame Projekte wichtige Referenzen, die auf uns und unsere Arbeit verweisen – aber nicht um jeden Preis.“

Vertrauen von Kunden in ein junges Unternehmen

Bis jetzt haben wir viel darüber gesprochen, auf welchen Ebenen für GründerInnen Vertrauen eine große Rolle spielt. Aber kein junges Unternehmen kann ohne das Vertrauen von Kunden und gegebenenfalls Investoren bestehen. „Mit VIERTELRAUSCH haben wir uns in diesem Jahr eine Community aufgebaut. Die LeserInnen schätzen die Authentizität und Ehrlichkeit des Formats, weil wir Leuten von Nebenan eine Stimme geben. Sponsored Posts wird es deshalb auf VIERTELRAUSCH, wenn überhaupt, nur in sehr geringem Umfang geben. Dieses Feedback bekommen wir auch von unserer Leserschaft gespiegelt und es ist uns wichtig, das ernst zu nehmen“, erklärt Katharina.

Um Aufträge für ihre zukünftige Agentur zu generieren, ist die Pflege und der kontinuierliche Ausbau des Netzwerks zentral: „Deshalb haben wir uns entschieden, die Portraits von UnternehmerInnen als eigene Kategorie auf der EFFEKTRAUSCH-Webseite zu etablieren. Wir erhoffen uns dadurch, weitere wichtige Kontakte in unser Netzwerk zu holen. VIERTELRAUSCH bleibt hingegen unser unkommerzielles Kunstprojekt.“

Die Kunden sollen darüber hinaus mit den neuen Webseiten von VIERTELRAUSCH und EFFEKTRAUSCH von ihrer Arbeit überzeugt werden. Beide Seiten werden am 16. Januar online gehen: „Damit setzen wir bewusst einen Benchmark, denn auf diese Weise können wir potentiellen Kunden zeigen, welchen Webauftritt wir, wenn gewünscht, ermöglichen können. Das schafft zugleich eine andere Vertrauens- und Verhandlungsbasis.“

Bis zu ihrem jetzigen Geschäftsmodell war es für Katharina und Sandra ein langer Weg. Im nächsten Teil von FORGEFÜHLT berichten die beiden, mit welcher ursprünglichen Idee sie sich selbständig machen wollten und wie sie innerhalb von 54h die Basis für ihr Unternehmen legten.

Tina und Sandra & Katharina von VIERTELRAUSCH

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? In welchen weiteren Bereichen spielt Vertrauen bei eurem Geschäftsmodell eine wichtige Rolle? Kommentiert gern unseren Beitrag „FORGEFÜHLT: Vertrauen“.

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