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Pflege deine Freundschaften!

9. Juni 2016
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Freundschaften muss man pflegen. Und das habe ich in dieser Woche wieder sehr stark gemerkt. Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich nach Berlin gezogen – und habe mir damit einen langjährigen Traum erfüllt. Ich wollte immer mal in Berlin leben. Jetzt bin ich hier. Und mittlerweile habe ich auch ein tolles soziales Netzwerk und ein paar großartige Menschen in meinem Leben. Am Montagabend hatte ich das erste Mal, seit ich hier lebe, einen „Mädelsabend“ bei mir zuhause – und es war so schön!

Aber mit meinem Umzug in die Hauptstadt habe ich meine lieben Freunde in meiner langjährigen Heimat Hamburg zurückgelassen. Viele von ihnen habe ich vorher regelmäßig, manchmal mehrfach die Woche, gesehen. Sie haben fünf Minuten von mir entfernt gewohnt, manchmal trafen wir uns zufällig auf der Straße. Heute bin ich 300 Kilometer weit weg. Natürlich versuche ich regelmäßig anzurufen oder vorbeizufahren, aber mein Leben ist jetzt hier und ich möchte ja auch hier zuhause sein. Und da ist es manchmal schon nicht so einfach, sich in der neuen Stadt ein Zuhause aufzubauen, neue Freunde zu finden und gleichzeitig aber auch die „alte Heimat“ und mit ihr die lieb gewonnenen Freunde, mit denen ich viel erlebt habe in den letzten zehn Jahren, nicht zu vernachlässigen oder gar zu verlieren.

Daher möchte ich meinen heutigen Beitrag der Freundschaft widmen. Besonders in der heutigen Zeit, in der wir alle immer „busy“ sind, ist es wichtig, den Menschen, die uns lieb sind, etwas sehr Kostbares zu widmen: Zeit und Aufmerksamkeit.

Daher mein Appell an alle: Pflege deine Freundschaften!

# Sei präsent!

Wenn du mit deinen Freunden zusammen bist, schalte dein Handy aus. Oder lege es zumindest in die Tasche. Denn sonst wirst du immer wieder drauf schauen, wenn der Display hell wird, weil du eine Nachricht bekommt hast. Und wenn du mit Freunden zusammen bist – vor allem wenn ihr euch selten seht – sei wirklich da. Sei Präsent. Höre zu und genieße die Zeit unter euch. Wer weiß, wann ihr euch wieder seht!

# Ruf regelmäßig an!

„Ruf mich an – ruf mich auf meinem Handy an!“ Diese Werbung kommt mir immer dann in den Sinn, wenn ich mal wieder länger nicht mit jemandem gesprochen haben. Und besonders mit der Entfernung stelle ich immer wieder fest, dass ich viel zu selten „einfach mal anrufe“. Gerade die Tage habe ich tatsächlich versucht, eine liebe Freundin aus Hamburg anzurufen. Sie antwortete nicht, schickte mir aber eine kurze Nachricht „Ich kann grad nicht telefonieren. Ist alles ok bei dir?“. Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass wir uns offenbar so lange nicht gesprochen haben, dass sie automatisch dachte, es sei etwas passiert als ich anrief. Für mich auf jeden Fall ein Zeichen dafür, dass ich häufiger anrufen sollte.  Textnachrichten oder Facebook Posts reichen einfach nicht aus, um den persönlichen Kontakt zu pflegen.

# Schreib doch mal einen Brief! Oder eine Postkarte…

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber in meinem Briefkasten landen heute eigentlich nur noch Rechnungen und Werbung. An meinem Geburtstag oder an Weihnachten kommen die üblichen Karten, aber das war es. Ein sehr ödes Dasein für meinen Briefkasten, der früher sehr viel mehr genutzt wurde. Ich erinnere mich sehr gern an die Zeit, in der ich regelmäßig Briefe geschrieben habe. Und wie groß war die Freude auf eine Antwort. Vor ein paar Tagen bekam ich tatsächlich mal eine Postkarte von einer Freundin, die im Urlaub an mich gedacht hat. So schön! Ich weiß, es kostet Zeit – und Geld – aber ich werde im nächsten Urlaub auch mal wieder ganz banale Postkarten schreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass die Empfänger sich auch sehr freuen werden. Außerdem kann man die Postkarten als Mittel zum Zweck nutzen und sich bei einem Kaffee oder einem Glas Wein ins Café setzen, während man sie schreibt.

# Sei für deine Freunde da!

„In guten wie in schlechten Zeiten.“  Für mich ist Freundschaft gleichbedeutend mit einer Partnerschaft. Man muss sich um sie kümmern; man sollte gemeinsam lachen und weinen, miteinander Spaß haben, aber auch in schweren Zeiten füreinander da sein. Und wenn man eine Freundschaft richtig pflegt, kann man auch gemeinsam alt werden. Ich finde es in diesem Zusammenhang immer interessant, wenn andere Menschen darüber sprechen, wie viele „Freunde“ sie doch hätten. Ich unterscheide ganz klar zwischen Freunden und Bekannten. Ich habe sehr, sehr viele Bekannte, aber nur wenige wirkliche Freunde. Woran man den Unterschied merkt? Mit meinen Freunden möchte ich alt werden und ich pflege diese Freundschaften. Bekannte können auch mal kommen und wieder gehen…so ist das im Leben. Und das ist auch nicht schlimm. Denn stellt euch mal vor, wie viel Zeit ihr am Telefon verbringen müsstet, wenn ihr regelmäßig mit ALLEN Menschen, die ihr kennt, sprechen solltet.

Mich haben die Ereignisse dieser Woche (erster Mädelsabend in meiner neuen Heimat, Postkarten im Briefkasten und die besorgte SMS meiner Freundin) wieder einmal daran erinnert, dass ich mich aktiv um meine Freunde kümmern muss, vor allem weil ich nicht unbedingt in einer Strasse, einer Stadt oder sogar in einem Land mit ihnen wohne.

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