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FORGESTELLT: Berta, Vollblut-Berliner, Bloggerin und Erfinderin von BertaBerlin

16. September 2016
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Im Interview mit Berta, die mit BertaBerlin einen einzigartigen minimalistischen Faltplan für Berlin entwickelt hat!

Bertas Wunsch ist es, Menschen zu helfen, Berlin auf seine einzigartige Art und Weise kennenzulernen.

Autorin: Carolin Makus

Vor 32 Jahren ist sie in Berlin geboren und mehrfach in Deutschland umgezogen. Dennoch hat es sie nach Zwischenstationen in Südafrika, Kanada und Peru wieder an ihren Geburtsort zurückgezogen. Nachdem sie schon in vielen Berliner Stadtteilen gelebt hatte, entschied sie sich vor fünf Jahren für Neukölln. Als sie auf Reisen nach Mailand ging und dafür zahlreiche Reiseführer durchstöberte, kam ihr eine Idee. Wie wäre es mit einem minimalistischen Reiseführer als Faltplan für Neukölln und Berlin? Ein paar Monate später war ihr erster Faltplan BertaBerlin geboren.

Wer ist Berta?

Berta: Ich bin unternehmungsfreudig, nicht auf den Mund gefallen und habe immer mit einen Scherz auf den Lippen. Berlinerin eben. Das würde meinen Freunden vermutlich als erstes einfallen (lacht). Ich reise wahnsinnig gerne und heiße seit fast zwei Jahren Berlin-Besucher aus aller Welt in meinem kleinen Gästezimmer in Neukölln willkommen.

Was ist BertaBerlin?

Berta: Damit sich meine Gäste schnell im Kiez zurechtfinden, habe ich anfänglich PDFs mit Tipps zu coolen Bars, Restaurants und Weggehmöglichkeiten zusammengestellt. Als ich Ende 2015 selbst nach Mailand reiste und dafür zahlreiche Reiseführer durchstöberte, kam mir eine Idee. Wie wäre es mit einem minimalistischen Reiseführer als Faltplan für Neukölln und Berlin? Ein paar Monate später war mein erster Faltplan BertaBerlin geboren.

BertaBerlin ermöglicht es Besuchern, Berlin trotz des überwältigenden Angebots an einem Wochenende für sich zu entdecken. Es werden nicht nur touristische Hotspots, sondern auch ein paar wenige Juwelen auf drei Stadtrundgängen vorgestellt. Außerdem werden auf der Vorderseite Neuköllner Cafés, Restaurants, Bars und mehr vorgestellt.


„BertaBerlin ermöglicht es Besuchern, Berlin trotz des überwältigenden Angebots an einem Wochenende für sich zu entdecken.“


Welche Lücke schließt dein Produkt?

Berta: Mein jetziger und meine zukünftigen Reiseführer sollen Reisenden auf einfachstem Wege durch Berlin führen. Man muss nicht die ganze Zeit in ein Buch schauen, wenn man durch Berlin reist. Mit meinem Faltplan können Touristen meine „Spaziervorschläge“ ablaufen und sich optional Reiseempfehlungen vom Frühstück, über die Boros Sammlung, bis zum Cocktail auswählen. So lernen sie Berlin stressfrei kennen. Zusätzlich bietet BertaBerlin eine Auswahl von Neuköllner Cafés, Restaurants, Bars und Beschäftigungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Picknickkörbe ausleihen, Schwimmen im Stadtbad von Neukölln oder Yoga im Yellow Yoga.

Schauen wir in die Glaskugel. Was steht in den Sternen von BertaBerlin?

Berta: Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder Zeit zu finden, neben meinem derzeitigen Blog einen weiteren Reiseführer für einen anderen Berliner Stadtteil herauszubringen. Gerne würde ich zum Beispiel einen Faltplan für Tempelhof und Tipps für Reisende mit Kind zusammenstellen. Ich stehe gerade noch am Anfang. BertaBerlin ist quasi noch feucht vom Druck. In jedem Fall hoffe ich, dass sich mir weitere Türen öffnen werden, ich vielen inspirierenden Menschen begegnen werde sowie das Sortiment von walk this way erweitern kann. Ein kleiner Traum wäre es auch, meine Reiseführer zukünftig an Gäste meines eigenen kleinen Hostels weiterzugeben. Aber bis dahin ist es wirklich noch ein langer Weg.


„BertaBerlin ist quasi noch feucht vom Druck. In jedem Fall hoffe ich, dass sich mir weitere Türen öffnen werden, ich vielen inspirierenden Menschen begegnen werde sowie das Sortiment von walk this way erweitern kann.“


Dein Zuhause ist gefragte Airbnb Destination. Möchtest du eine von vielen amüsanten Stories teilen?

Berta: Lustigerweise half mir mein allererster Airbnb-Gast Audrey beim Editieren von BertaBerlin. Denn auch nachdem Audrey ausgezogen war, sind wir Freunde geblieben und Nachbarn geworden.

Ich habe wahnsinnig coole Gäste: von Fotografen, Opernsängern, Musikproduzenten bis Ottonormalverbraucher ist alles dabei. Im letzten Sommer hatte ich einen Galeristen Adam zu Gast, der in Berlin verschiedene Künstler besuchte. Eines Tages meinte ich, er hätte jetzt eine persönliche Assistentin, die ihn auf seiner Tour durch Künstlerateliers begleiten werde. Nachdem er verstanden hatte, dass ich mich natürlich selbst engagiert hatte, fuhren wir mit unseren Fahrrädern alle Berliner Ateliers ab, so lernte ich auch mal Jonas Burgert kennen.

Als ich dann im Herbst letzten Jahres auf meiner Reise durch Los Angeles – durch eine Aneinanderkettung unglücklicher Umstände – obdachlos wurde, half Adam mir aus der Patsche und organisierte, dass ich bei seinem besten Freund Danny in Los Angeles wohnen durfte. Da dieser in einer Musiker WG wohnte, stand ich den Rest meines Aufenthaltes nur noch auf VIP Listen und konnte an einigen Schlangen vor Clubs vorbeigehen.

Neukölln: Rohdiamant oder Problemkind?

Berta: Wer in Neukölln lebt, kommt meist ohne ein Wort Deutsch aus. In Supermärkten kann auf Türkisch eingekauft werden. Jenseits der S-Bahn-Station Neukölln tut sich kaum etwas. Hier gibt es immer noch jede Menge Wettbüros. Allerdings werden die Wettbüros in den letzten Jahren von Cafés und Modeläden verdrängt. Die ersten Eckkneipen schließen, der Mietvertrag wird nicht verlängert. In Neukölln steigen die Mieten. Und viele fragen sich, entsteht in Neukölln ein neues Prenzlauer Berg? Trotzdem sehe ich die Entwicklung positiv: Die Menschen aus aller Welt bringen eine gute Atmosphäre nach Neukölln, viel Toleranz. Meine Hoffnung ist, dass die Politik in die Stadtplanung eingreift. Denn aus den Fehlern in Mitte oder Prenzlauer Berg können wir lernen.

Aus dem Leben: Blätter den Kalender vor auf nächste Woche. Was steht so an?

Berta: Neben meiner Arbeit als Online-Marketing- und PR-Managerin werde ich nächste Woche viel für meinen Blog unterwegs sein. Am Montag treffe ich Mandy Jochmann, Gründerin von Go Girl Run. Dienstag entspanne ich mich im Yellow Yoga. Mittwoch haben Verena Metzler und ich uns vorgenommen an einem gemeinsamen Blogbeitrag zu schreiben. Sie ist die Autorin von dem Blog www.sehenswürdigkeiten-berlin.com. Donnerstag philosophiere ich mit Christina Wendlandt, Autorin von www.glueckaufwanderlust.com, über eine gemeinsame Zukunft. Am Freitag schwinge ich dann meinen Tennisschläger im T.C. Weiss-Rot und das Wochenende lasse ich auf mich zukommen. Vielleicht fahre ich auf das Festival Wilde Möhre.

Du bist seit einigen Wochen Teil des Netzwerkes Fielfalt. Zeit für ein erstes Zwischenfazit:

Berta: Durch meinen Reiseführer BertaBerlin und den Blog www.walk-this-way.net habe ich viele neue Leute kennengelernt und unglaublich viele Dinge dazu gelernt. Allein sich mit anderen Bloggern von Fielfalt auszutauschen, erweiterte meine Perspektive ungemein. Ich arbeite seit Jahren im Online-Marketing und seit letztem Jahr auch als PR-Referentin. Da ist das Leben als Bloggerin eine tolle Erweiterung für mich, aber ich muss bzw. möchte noch viel lernen. Darum freue ich mich sehr, dass ich in der Community schon andere Blogger gefunden habe, mit denen ich neue, gemeinsam Projekte gestalten kann.

Du hast schon viel von der Welt gesehen. Was kann Berlin von anderen Städten lernen?

Berta: Insbesondere Neukölln ist noch ordentlich dreckig. Wenn man die Saalestraße entlang geht, muss man schonmal über Badewannen und alte Sofas steigen. In Singapur war ich sehr beeindruckt von der Sauberkeit der Stadt. Allerdings frage ich mich, ob sich in Berlin eine 500 Euro Geldstrafe für Essen in der S-Bahn durchsetzen ließe.

Die Berliner Blogger-Szene ist ein ziemlich bunter Haufen. Mit welchen Blogs oder Bloggern/Bloggerinnen würdest du gerne einmal die Köpfe zusammenstecken?

Berta: Zugegebenermaßen tummel ich mich auf nicht so vielen Blogs. Ich gehe gerne aus und bin für ein Abenteuer immer zu haben, darum empfehle ich insbesondere Berlinern und Berlinbesuchern www.askhelmut.com/berlin. Auf dieser Website stehen immer alle aktuellen Veranstaltungen, aber auch dank www.residentadvisor.net weiß ich immer, wo ich die nächste Party crashen kann.

Danke für das amüsante Interview, Berta.

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  • Reply
    julie
    16. September 2016 at 14:36

    Oh, ist ja witzig. Letztens habe ich erst über diesen sehr ähnlichen Stadtplan gelesen: http://ooohberlin.com/

  • Reply
    Katharina
    16. September 2016 at 15:22

    Ich hab mir den den Stadtführer gerade mal angeschaut – sieht wirklich super schön aus. Daumen hoch.

  • Reply
    MIRJAM
    17. September 2016 at 0:03

    Hat mir schon nette Café-Besuche verpasst, der StaftfüHerr!

    • Reply
      Kira Siefert
      17. September 2016 at 9:33

      Das freut uns sehr! 🙂

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