FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Martina Koula, Werbetexterin und Inhaberin des Modelabels LAKOULA

5. Oktober 2020

Wer von euch in München lebt, muss einfach zu Martina gehen. Sie ist eine unglaublich herzliche Person, die mit ihren Ideen und ihrem Laden Design, Atmosphäre und Gemeinschaft verbindet. Wie es zur Gründung des Modelabels kam, was es mit den Rockpartys auf sich hat und wo ihr sie findet, lest ihr im Portrait.

Liebe Martina, welche fünf Gegenstände dürfen nie in deiner Handtasche fehlen?

Visitenkarten, ein Etui mit Masken für meine Freundinnen, Stift &Block , Lippenstift, Portemonaie.

Welche Eigenschaften magst du an dir besonders gerne?

Meine Leichtigkeit im Umgang mit Menschen, meine Kreativität, meine sportliche Energie.

Du bist Werbetexterin und Unternehmerin sowie Inhaberin eines Modelabels. Starten wir mit deiner sprachlichen Passion: Wie kam die Selbständigkeit als Werbetexterin?

Innerhalb von 8 Jahren Festanstellung in großen Agenturen in München und Frankfurt  bin ich vom Junior zum Group Head aufgestiegen und hatte jede Menge Hochleistungstraining in Sachen Kreation und Ideen-auf–die-Straße-Bringen. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mich bereit fühlte für eigene Kunden – und für eine eigene Familie. Also habe ich mich selbstständig gemacht, bin 1,5 Jahre später Mutter geworden und habe einfach weitergearbeitet. Der Beruf als Texterin erfordert kaum Equipment, funktioniert unabhängig von Ort und Tageszeit. Ich konnte perfekt ums Baby herumarbeiten.

Dies alleine war dir nicht genug, du hast vor ein paar Jahren das Modelabel LAKOULA gegründet. Bitte berichte uns doch, wie es dazu kam und was LAKOULA ausmacht.

Ich komme ja aus einer Familie mit Generationen von Herrenschneidern. Mein Bruder und ich sind praktisch im Atelier meines Vaters mit den Stoffen und Maschinen aufgewachsen. Irgendwann hat mir mein Vater sein Stofflager überlassen – mit Jersey-, Herren- und Skistoffen. Die hatte ich neu gedacht – für mich. Irgendwann hab’ ich angefangen, jeden Morgen ein Kleid zu entwerfen und meine eigenen Prototypen zu tragen. Darauf gab es so viele positive Reaktionen von meinen Freundinnen und deren Freundinnen, und es kam zu immer mehr Bestellungen. Regelmäßige Einladungen ins Atelier und schließlich der eigene Laden sowie die entsprechende Kommunikation – das alles ist eine konsequente Entwicklung.

Aber das Herzstück ist natürlich das europaweit geschützte, eigenständige Design mit den Taschen. Und das Material Jersey, das ich mit meiner Marke zu neuem Leben erwecke.

©Stefanie Kresse

Du hast mir berichtet, dass für dich das Nähen auch Nähe bedeutet. Kannst du dies etwas genauer beschreiben?

Mit jedem Kleid, jedem Rock, jedem Outfit  kauft man ein Körper- und ein Lebensgefühl. Daraus ergeben sich oft wunderbare, spannende Gespräche.

Dir ist auch die Gemeinschaft wichtig und dies möchtest du durch deine Arbeit und deinen Laden in München (auf)leben lassen. Möchtest du uns dazu etwas mehr erzählen?

Der Laden befindet sich an einem der schönsten Plätze Münchens, dem Sankt Anna Platz. Meine Zielgruppe sind die tollsten Frauen der Welt: Freundinnen, Kolleginnen und Kundinnen, die viel im Leben bewegen und dafür Mode schätzen, die Bewegungsfreiheit lässt. Einmal im Monat lade ich alle zum LAKOULA Rock-Festival ein: Wir feiern nicht nur die neuesten Röcke –Profi-Speakerinnen aus meinem Netzwerk halten spannende Keynotes zu Kommunikationsthemen.  Und zwar auf der „Kleinsten Bühne der Welt“, im LAKOULA Schaufenster.

Was hat es mit den Rock-Festivals auf sich?

Rock-Festivals sind das monatliche LAKOULA Netzwerk-Format. Hier zeigt sich, dass Mode und Kommunikation zusammengehören. Komm gerne vorbei, wenn sie wieder stattfinden – frühestens im Herbst. Dann geht es weiter mit den Themen „Entscheidungen“ mit Sabine Kierner, „Storytelling“ mit Petra Sammer und „Kommitment“ mit Christiane Wolff.

Woher nimmst du deine Ideen und wie schaffst du es, in beiden Passionen so kreativ zu sein?

Meine beiden Berufe haben viel mit einander zu tun: Beim Texten geht es um Sprache, bei der Mode um Körpersprache. Und bei Beidem geht es mir um eine gute, eigenständige Idee.

Und was machst du, wenn deine (kreativen) Energien mal aufgebraucht sind?

Man will ja nicht kreativ sein um der Kreativität willen. Es ist eher so, dass ich eine Aufgabe oder ein Problem brauche, das ich dann mit einer kreativen Lösung beantworte. Am besten morgens. Meist stehe ich sehr früh auf und genieße die Ruhe um mich herum. Dann entstehen Blogbeiträge oder Modeideen oder oder– je nach dem, was gerade ansteht.

Wo können wir dich privat antreffen?

Morgens beim Schwimmen im Schyrenbad, beim Radeln am Starnberger See (alles im Sommer), im Theater oder in der Oper, im Schumanns oder der Goldenen Bar, in meiner Lieblingsstadt Mailand – und ganz oft mit Freunden und Familie zu Hause.

Zu guter Letzt: Würdest du dein bisherigen Leben nochmal genauso angehen oder würdest du etwas anders machen?

Mit dieser Frage kann ich nicht so viel anfangen – wir können die Zeit ja nicht zurückdrehen.  Ich lebe leiber beherzt nach vorne.

 

Weiterführender Link:

www.lakoula.de

 

Titelbild: ©Susanne Plassmann

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