EL: Entwicklung & Laufbahn

Sidepreneur – ein Plädoyer für berufliche Fielfalt

5. September 2019

Gastautorin: Daya

Meistens sehen wir nur Schwarz oder Weiß. Die Graustufen dazwischen nehmen wir nicht wirklich wahr oder ignorieren sie. So ist es auch in unserer beruflichen Welt. Wir denken „entweder, oder…“ und verpassen damit so viele Chancen. Denn manchmal hat das Leben eine ganz andere farbliche Nuance.

Tanzend durchs Leben, …

Nämlich dann, wenn bei uns ein Hobby oder eine Leidenschaft neben unserer „ganz normalen Arbeit“ wächst. Wenn wir zwar unsere Arbeit sehr gerne machen, aber auch immer wieder etwas Anderes dazwischenfunkt. Dann kann es sein, dass wir nur noch schnell von der Arbeit nach Hause wollen, um unserem Hobby nachzugehen. Oder wir verbringen unseren kompletten Urlaub damit, uns immer mehr Wissen anzueignen, jedes Buch dazu zu verschlingen. Dieses Hobby kann so vielfältig sein, wie wir es sind. Es reicht von Fotografie, über Ernährung bis hin zu Tanz (wie in meinem Fall).

Der Tanz begleitet mich schon seitdem ich 14 Jahre alt bin, damals noch als Hobby in der Schulzeit, merkte ich schon früh, dass es mehr als ein Hobby ist. Es ist eine Leidenschaft, aber auch eine Profession. Auch neben dem Studium tanzte ich, absolvierte eine tanztherapeutische Fortbildung und wareinTeil von verschiedenenTanzensembles. Das lief alles nebenbei, denn eswar mir wichtig, vielfältig aufgestellt zu sein. Nicht nur dieklassische Tanzlehrerin zu sein, sondern auch Pädagogin, Soziologin, Theaterpädagogin, Kulturpädagogin und Bloggerin. Eins fügte sich ins Andere.

… in die Festanstellung und Selbständigkeit

Nach meinem Studium traf dann das ein, was ich mir immer gewünscht hatte: Eine Teilzeitanstellung mit genügend Zeit für meine Hobbies. Vor allem in den ersten Jahren war es perfekt: Ich konnte mich im Tanz ausprobieren und wachsen, gleichzeitig erfuhr ich nicht nur die Sicherheit einer Festanstellung, sondern auch was es heißt,in einem Team zu arbeiten. Mein Leben war so abwechslungsreich wie ich es mir immer erträumt hatte. Meine Festanstellung erfüllte nicht nur mein Sicherheitsgefühl, sondern machte mir auch Spaß. Ich wuchs sehr in meiner Persönlichkeit und hatte die Chance,mich auf professioneller Ebene in einem Unternehmen zu entwickeln. Gleichzeitig wuchs das Tanzenimmer mehr zu einem Business heran. Ich begann es professioneller zu betreiben, was sich nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich zeigte. Meine persönliche Vielfältigkeit konnte ich vollkommen ausleben. Die Bedürfnisse, die die Festanstellung nicht erfüllte, füllte mein Sidepreneurship.

Ich möchte dich ermutigen, dass auch du deine Passionenaufgrund einer Festanstellung nicht unter den Tisch kehren solltest. Wenn auch du vielfältig interessiert bist, dann macht das Sidepreneurship vielleicht auch für dich Sinn. Und dabei ist es egal, wie viele Stunden du aktuell in deinem Job arbeitest. Wo ein Wille ist, dort ist auch ein Weg und du wirst Zeit finden.

 

5 Tipps für dein Sidebusiness

  1. Finde, was dich (und dein Herz) bewegt!

Vielleicht hast dusowieso schon ein Hobby, das du gerne ausbauen möchtest. Vielleicht stehst du aber auch noch ziemlich ratlos da, was du gerne nebenbei machen

möchtest. Dann stelle dir mal die Frage: „Was würde ich machen, wenn ich genügend Zeit, Energie und Geld hätte?“ Was ist das, was dir total Spaß macht, was du liebst und auch ohne Geld machen würdest. Und wenn dir etwas einfällt, probiere dich darin aus. Wenn dir zum Beispiel Gärtnern Spaß macht, schließe dich einer Gartengemeinschaft an oder besuche ein Seminar zu einem bestimmten Thema. Lass dir in dieser Phase viel Zeit und probiere dich aus. Du musst nichts überstürzen. Du kannst auch überlegen oder deine Eltern fragen, was dir als Kind gefallen hat und was du gerne gemacht hast. Manchmal sind solche Hinweise gute Richtungen, ob du zum Beispiel eher technisch versiert oder musikalisch warst. Meist füllen nebenberufliche Aktivitäten auch Bedürfnisse, die in deinem aktuellen Beruf nicht ausgefüllt werden. Das ist ganz normal, lass dich einfach treiben und schau,was auf dich zukommt.

  1. Liebe deine Zeit

Dein wertvollstes Gut ist deine Zeit! Denn Zeit kann nur verbraucht werden, du bekommst sie nicht wieder zurück. Wenn du also dein Herzensthema für dein Sidebusiness gefunden hast, solltest du deine Zeit sinnvoll strukturieren. Die wenigsten Menschen können am Abend nach einem Vollzeitjob noch die Energie aufbringen,sich einer anderen Tätigkeit zu widmen. Deswegen beginne am Anfang ganz spielerisch am Wochenende oder eine Stunde am Abend. Je affiner du in deinem Sidebusiness wirst, umso mehr Zeit musst du dafür investieren. Schau dir dafür deinen Alltag an. Kannst du vielleicht gleich am Morgen eine Stunde für dein Sidebusiness arbeiten, noch bevor du in die Arbeit gehst? Bedenke, dass du genug Zeit und Motivation für deinen Hauptjob übrig hast. Denn schließlich ernährt er dich (noch). Falls du stressigere Zeiten in deinem Hauptjob hast, dann lege in deinem nebenberuflichen Business eine Pause ein oder fahre es herunter. Es geht darum, dass es sich für dich gutanfühlt. Vielleicht wirst du nach einiger Zeit sogar nach einer Stundenreduzierung in deinem Hauptjob fragen.

  1. Motiviere dich mit deinem Wofür

Wenn du startest, nebenbei etwas aufzubauen, wirst du schnell spüren, dass sich deine Prioritäten verschieben. Vielleicht macht dir dein Hauptjob nicht mehr ganz so viel Spaß. Vielleicht merkst du aber auch, dass du beides brauchst, damit du dich vollkommen fühlst. Wichtig ist, dass du in beiden Bereichen motiviert bleibst. Und das schaffst du, indem du dir bewusst machst, WOFÜR du was machst. Ein schönes Tool dafür ist die Dankbarkeitsformel. Setze dich hin und schreibe auf einen Zettel deine Festanstellung. Auf die Rückseite kannst du nun schreiben, wofür du dankbar bist und was sie dir gibt. Das kann zum Beispiel das wertschätzende Feedback deiner Kollegen sein, der gut ausgestattete Arbeitsplatz oder auch einfach der Lohn. Dann mache das Gleiche mit deinem Sidebusiness (egal an welcher Stelle du damit stehst). Du kannst beide Zettel gut sichtbar an deine Wand hängen und an die richtige Stelle innerlich bei dir setzen.

  1. Spüre die Freiheiten und die Möglichkeiten

Egal ob du gerade angefangen hast, dir nebenberuflich etwas aufzubauen oder schon ein florierende Sidebusiness hast, du wirst vermutlich dieses ganz besondere Freiheitsgefühl verspüren, sobald du das Büro deiner Festanstellung am Abend verlässt. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich schön. Es ist jeden Tag ein kleiner Neuanfang. Und wenn du so vielfältig bist wie ich, wirst du es lieben. Mein Tipp: Achte von Anfang an darauf, Selbstständigkeit und Festanstellung voneinander zu trennen. Nicht nur organisatorisch (mit einem eigenen Konto), sondern auch von deinem Mindset ausgehend. Viele Menschen tragen das Firmenmindset aus ihrer Festanstellung mit in die

nebenberufliche Selbstständigkeit. Die Arbeitseinstellung, die Struktur, die Unternehmenskultur und die Definition was Arbeit ist, sind nur einige Beispiele. Mache dir immer wieder bewusst, dass du nun die Chance hast, alles nach deinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Du musst die Tools deiner Festanstellung nicht weiterhin verwenden, wenn sie dich blockieren. Du kannst ganz ins kreative Chaos verfallen und musst dich nicht schuldig fühlen. Ich lade dich dazu ein, die Dinge anders zu machen. Lasse dich von anderen Persönlichkeiten inspirieren, siehdir Lebensläufe oder Interviews an und nehme das mit, was dir gefällt. Es gibt keine Grenzen.

  1. Vernetze dich mit Gleichgesinnten

Wir haben in unserer Zeit so viele Möglichkeiten wie wahrscheinlich noch nie in der Menschheitsgeschichte. Suche dir Menschen, die so sind wie du oder wie du sein möchtest. Diese findest du zum Beispiel bei Seminaren, bei Entrepreneur Treffen in deiner Stadt, in Facebook Gruppen, in Mastermind Gruppen. Das Internet ist voller Möglichkeiten, sich online aber auch offline zu vernetzen. So bleibst du motiviert und inspiriert, kannst dir einen Sicherheitskreisaufbauen und du kannst deine eigenen Angebote und Ideen gleich testen.

 

Wer weiß, vielleicht wächst aus deinem Sidepreneur Dasein bald schon ein Vollzeit Business empor, in das du all deine Interessen, Fähigkeiten und Leidenschaften packen kannst. Ich möchte gerne von deiner Erfahrung wissen! Bist du aktuell Sidepreneur oder stehst du noch ganz am Anfang? Was sind deine Erfahrungen?

 

Daya ist Tänzerin, Tanzpädagogin und Inner Balance Coach®. Daya weiß, was es heißt, Sidepreneur zu sein: Sie hat sich in den letzten 5 Jahren nebenberuflich ein erfolgreiches Business aufgebaut. Ihre Mission ist es, Frauen darin zu unterstützen, sich mit ihrem Körper zu verbinden und dadurch ihre innere Kraft zu aktivieren und die eigene authentische Ausdruckskraft zu finden. Durch Workshops, Kurse, ihren FreitagsFlow Newsletter und ihren Blog dayadance.de/blog trägt sie ihr Herzensbusiness in die Welt hinaus. Mehr zu Daya findest du unter dayadance.de, facebook.com/daya.dance, youtube.de/daya_tanz und instagram.de/daya_dance

Foto: ©JDent.

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