FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Alexandra Wolk, CFO bei Three Coins

15. Februar 2021

FIELFALT.AT: Alexandra Wolk vereint mit ihrem Job ihre Leidenschaften, Interessen und Begabungen. Und dazu noch ihre familiären Leidenschaften (und Verpflichtungen). Das klingt sehr straight und fokussiert und so wirkt Alexandra auch. Daneben aber auch voller Passion und Humor. Alexandra weiß, was ihr wichtig ist und was ihre Werte sind, weswegen mich unser Austausch und ihre Antworten so bewegt haben. Lest selbst!

Liebe Alexandra, was machst du morgens als allererstes?

Meistens läutet mein Wecker um 5:30 Uhr. Nach 2-3 x snoozen schaffe ich es aus dem Bett, um beim morgendlichen Yoga aufzuwachen und Energie für den Tag zu tanken. Dann dusche ich und mache mir ein schnelles, warmes Frühstück, bevor unsere Tochter aufwacht. Mit ihr radle ich in den Kindergarten oder jeden zeiten Tag direkt ins Büro, wenn mein Partner sie in den Kindergarten bringt.

Wann ist ein Tag für dich beruflich wie privat gelungen?

Wenn ich die Chance hatte, einen schönen Moment in allen meinen wichtigsten Lebensbereichen erlebt zu haben, zum Beispiel:

  • Im Beruf: Wenn ich die lebendigen Diskussionen einer Gruppe geflüchteter Frauen zum Thema finanzielle Unabhängigkeit moderiere.
  • In der Familie: Bewusste und unbeschwerte Zeit mit meiner Tochter im Park oder im Wald zu verbringen.
  • Für mich selbst: Zeit für meine Hobbies oder meine Freunde zu genießen.

Du bist CFO bei Three Coins. Was genau steckt hinter Three Coins?

Three Coins ist ein Sozialunternehmen, das wirkungsvolle Bildungsformate im Bereich der Finanzkompetenz entwickelt. Unsere Vision ist es, dass sich alle Menschen frei und selbstbestimmt durchs Leben bewegen – ganz ohne Geldsorgen.

Wir sehen Finanzkompetenz als Lebenskompetenz, bei der es nicht nur um Zahlen und Zinsen geht, sondern vor allem um die eigenen Werte und Einstellungen rund um das Thema Geld. Wichtige Kompetenzen sind dabei, sich Ziele zu stecken, sein Budget im Griff zu haben, externe Faktoren einschätzen zu können und für Unerwartetes vorbereitet zu sein. Unsere bisherigen Projekte sind divers und reichen von Smartphone-Apps, Webseiten, multimedialen Formaten bis hin zu klassischen Workshops. Mein aktuelles Herzensprojekt ist ein Gesellschaftsspiel für Volksschulkinder (Grundschulkinder) und ihre Eltern, das – mit Hilfe von Superheld*innen und Schurken – auf spielerische Art und Weise den Einstieg ins Geldleben begleitet.

Wie bist du zu Three Coins gekommen und wie sahen deine beruflichen Schritte davor aus?

Gleich nach meinem Wirtschaftsstudium habe ich für eine internationale Unternehmensberatung gearbeitet. Dort habe ich mich auf die Bereiche Change Management und Training spezialisiert und Projekte in Banken sowie internationalen Organisationen geleitet. Dazwischen war ich für ein Jahr ich im Rahmen eines Sabbaticals in Sierra Leone, um eine lokale Organisation bei der Weiterentwicklung eines Programms zu unterstützen, das Jobs im öffentlichen und NGO-Bereich für Uniabsolventinnen zugänglich macht. Neben meinem Job habe ich mich ehrenamtlich bei einigen Organisationen engagiert und als Mentorin und Vortragende Jugendlichen und jungen Erwachsenen dabei unterstützt, ihre Stärken zu finden und ihre Potentiale zu entfalten.

Auf Three Coins bin ich eher zufällig gestoßen, da ich die Gründerin kennengelernt habe und mich die Vision hinter der Organisation gleich begeistert hat. Außerdem habe ich gesehen, dass ich hier viele meiner Erfahrungen (in Finanzsektor, im Trainingsbereich, mit Jugendlichen) wunderbar für einen sozialen und gesellschaftlichen Mehrwert einsetzen kann.

Wie finanziert ihr euch?

Als Sozialunternehmen steht für uns die soziale Wirkung an erster Stelle. Wir sind davon überzeugt, dass gesellschaftliche Problemstellungen auch mit einem unternehmerischen Ansatz gelöst werden können und müssen. Daher waren wir von Anfang an eine Partnerorganisation, die mit Kooperationspartnern wie Unternehmen, NGOs, Interessensvertretungen oder auch der öffentlichen Hand zusammenarbeitet. Wir beraten Organisationen, die erste Initiativen im Bereich Finanzbildung starten wollen und entwickeln gemeinsam neue Formate. Zusätzlich halten wir selbst Workshops und entwickeln eigene Produkte. Diese Schiene wird über die Förderung Dritter bzw. der öffentlichen Hand finanziert.

Grundsätzlich haben wir uns dazu verpflichtet, unsere Gewinne nicht auszuschütten, sondern erwirtschaftete Profite direkt in die Vermittlung von Finanzkompetenz zu reinvestieren.

Was bedeutet für dich selbst finanzielle Freiheit und Selbstbestimmtheit?

Für mich bedeutet es, dass ich meine Entscheidungen frei von äußeren Einflüssen treffen kann. Dass ich mich nicht von anderen – sei es ein Partner oder Arbeitgeber – abhängig mache. Und dass ich immer einen Notgroschen habe, um auf Unerwartetes vorbereitet zu sein.

Du bist auch Mama einer Tochter. Wie bekommst du Familie und den Job unter einen Hut?

In einem Wort zusammengefasst: Gleichberechtigung. Mein Partner und ich arbeiten beide 32 Stunden/Woche. Somit haben wir beide gleich viel (oder wenig) Frei- bzw. Betreuungszeit und teilen uns Arzttermine, Einkäufe und Besorgungen gut untereinander auf.

Darfst du über kommende Pläne und Projekte für Three Coins sprechen?

Für unseren Bereich ist aktuell gerade in Österreich eine spannende Zeit. Vor einigen Wochen wurde der Grundstein dafür gelegt, dass es in Österreich eine nationale Strategie für Finanzbildung gibt. Daher arbeiten wir aktiv daran mit, diese Strategie auszugestalten.

Für uns ist Finanzkompetenz eine Lebenskompetenz, die eine*n über das ganze Leben begleitet – vom ersten Taschengeld über Geld in der Partnerschaft bis hin zur Pensionierung. Und in all diesen Lebensphasen sollte man sich auch mit dem eigenen Umgang mit Geld auseinandersetzen und ein Angebot dafür in Anspruch nehmen können.

Wofür gibst du gerne Geld aus?

Ganz klar: Yoga und Ausbildungen. Ersteres „brauche“ ich für meine psychische und physische Gesundheit. Und Bildung ist einfach so wichtig für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung, dass sich diese Investition immer rentiert.

Zu guter Letzt: Was machst du am liebsten am Ende des Tages?

Ich beende jeden Tag mit einem kleinen Ritual: Mein Partner und ich erzählen uns gegenseitig drei Dinge, für die wir an dem Tag dankbar sind. So erfahren wir oft noch Kleinigkeiten aus unserem Alltag, die sonst unerwähnt bleiben würden und beschließen den Tag mit positiven Gedanken.

 

Weiterführende Links:

www.threecoins.org

https://www.facebook.com/threecoin3

https://www.linkedin.com/in/alexandra-wolk-897a408b/

 

Titelbild: ©https://www.apa-fotoservice.at/galerie/20763

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